⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆
Bewertung: 7,9 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 3/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
n.v.
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Salix aurita
Pflanzenfamilie: Weidengewächse
Pflanzenart: Strauch
Verwendung: Heckenpflanze, Einzelstellung, Uferpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: hoch, verträgt Staunässe
max. Höhe: 3 m
max. Breite: 3 m
Blühfarbe: gelb
Blühzeitraum: März, April
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: mäßig nährstoffreich, kalkarm, stickstoffarm
Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht
weitere Eigenschaften
heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Ohrweide (Salix aurita)
Die Ohrweide ist ein heimischer, dicht verzweigter Strauch, der besonders an feuchten Standorten gedeiht. Schon im zeitigen Frühjahr erscheinen ihre Kätzchen und bieten früh fliegenden Wildbienen eine wichtige Nahrungsquelle. Damit ist sie eine wertvolle Ergänzung für naturnahe Gärten mit feuchten Böden.
Weitere bienenfreundliche Gehölze findet Ihr in unserem Pflanzenfinder. Für ähnliche Standorte eignet sich beispielsweise die Grauweide (Salix cinerea), die ebenfalls früh im Jahr blüht.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Die Ohrweide wird auch Ohr-Weide, Öhrchen-Weide oder Salbei-Weide genannt. Ihr botanischer Name lautet Salix aurita.
Der Artname aurita bedeutet „geohrt“ und bezieht sich auf die auffällig großen, ohrförmigen Nebenblätter am Blattgrund.
Die Bezeichnung Salbei-Weide verweist auf die etwas runzeligen, weich behaarten Blätter, die entfernt an Salbeiblätter erinnern.
Natürliches Vorkommen
Die Ohrweide ist in Deutschland heimisch und in vielen Regionen verbreitet. Besonders häufig wächst sie an feuchten, oft sauren und nährstoffarmen Standorten.
Typische Lebensräume sind:
- Flach- und Übergangsmoore
- Quellsümpfe
- feuchte Gebüsche
- Grabenränder
- nasse Waldlichtungen
- Uferbereiche
Anders als manche anderen Weidenarten kommt sie auch mit ausgesprochen nährstoffarmen Böden gut zurecht. Häufig findet man sie auf kalkarmen, zeitweise vernässten Standorten.
Die Verbreitung in Deutschland zeigt FloraWeb. Laut Rote-Liste-Zentrum gilt die Ohrweide bundesweit als nicht gefährdet.
Verwendung und Giftigkeit
Die biegsamen Zweige der Ohrweide können für einfache Flechtarbeiten genutzt werden. Für die klassische Korbflechterei werden allerdings häufiger andere Weidenarten verwendet, deren lange, gerade Ruten besser geeignet sind.
Wie andere Weiden enthält auch die Ohrweide verschiedene Pflanzenstoffe, darunter phenolische Verbindungen. Eine bedeutende medizinische Nutzung speziell dieser Art ist jedoch nicht üblich.
Die Ohrweide gilt nicht als stark giftig. Von einer eigenständigen Verwendung ihrer Rinde oder anderer Pflanzenteile als Heilmittel ist dennoch abzuraten.
Ohrweide im naturnahen Garten
Die Ohrweide eignet sich für Gartenbereiche, in denen viele andere Gehölze aufgrund der Bodenfeuchtigkeit Schwierigkeiten haben. Besonders an naturnahen Teichen, feuchten Senken oder entlang von Gräben kann sie sich zu einem dichten Strauch entwickeln.
Blüte
- meist März bis April
- unscheinbare, eingeschlechtliche Einzelblüten in Kätzchen
- männliche Kätzchen mit gelben Staubblättern
- weibliche Kätzchen eher grünlich
- Blüte vor oder während des Laubaustriebs
Die Ohrweide ist zweihäusig: Männliche und weibliche Blüten wachsen auf unterschiedlichen Pflanzen. Beide Geschlechter können Nektar anbieten, während Pollen nur an männlichen Pflanzen verfügbar ist.
Standort
- sonnig
- halbschattig
- offen bis leicht beschattet
- gerne in Gewässernähe
- auch für windoffene Lagen geeignet
Bei ausreichender Bodenfeuchtigkeit entwickelt sie sich in der Sonne besonders kräftig.
Boden
- frisch bis nass
- humos, sandig oder lehmig
- bevorzugt kalkarm bis sauer
- eher nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich
- zeitweise Staunässe wird vertragen
Die Ohrweide ist keine typische Pflanze für trockene, stark kalkhaltige Gartenböden. Auf dauerhaft feuchten Standorten kommt sie dagegen meist ohne zusätzliche Bewässerung aus.
Wuchs
- mehrjähriger, sommergrüner Strauch
- meist 1 bis 3 m hoch
- ungefähr 1,5 bis 3 m breit
- dicht verzweigt
- häufig breitbuschiger Wuchs
- runzelige, unterseits behaarte Blätter
Die endgültige Größe hängt stark vom Wasserangebot und den übrigen Standortbedingungen ab.
Verwendung
- naturnahe Uferbepflanzung
- feuchte Gehölzhecken
- Teichränder mit ausreichend Platz
- feuchte Senken
- größere Naturgärten
- Gehölzgruppen auf Moor- und Nassstandorten
Für kleine Pflanzgefäße und Balkone ist die Ohrweide wegen ihres Wasserbedarfs und ihrer Größe wenig geeignet.
Wer sie gezielt als Nahrungsquelle für Wildbienen pflanzt, sollte nach Möglichkeit männliche und weibliche Exemplare kombinieren. Besonders männliche Sträucher sind im Frühjahr wegen ihres Pollenangebots interessant.
Pflege und Rückschnitt
Die Ohrweide ist ein pflegeleichter Strauch, sofern ihr ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht. An einem passenden Standort benötigt sie weder regelmäßige Düngung noch einen jährlichen Rückschnitt.
- junge Sträucher während der Anwachsphase regelmäßig wässern
- bei längerer Sommertrockenheit zusätzlich gießen
- auf kalkreiche Düngemittel verzichten
- den Wurzelbereich möglichst wenig bearbeiten
- störende Zweige bei Bedarf gezielt entfernen
- nicht sämtliche Triebe gleichzeitig zurückschneiden
Die Ohrweide ist gut schnittverträglich. Dennoch sollte sie im Naturgarten möglichst frei wachsen dürfen.
Wichtig für Wildbienen: Die Blütenkätzchen erscheinen an vorjährigen Trieben. Ein kräftiger Rückschnitt im Winter entfernt deshalb einen großen Teil der kommenden Frühjahrsblüte.
Falls ein Rückschnitt notwendig ist, empfiehlt sich ein schonendes Auslichten nach der Blüte. Dabei sollten stets genügend ältere Zweige erhalten bleiben.
Unbedenkliches Totholz kann am Strauch verbleiben. Abgeschnittene Zweige lassen sich an einer ruhigen Stelle als Totholzhaufen lagern. Auch abgefallenes Laub sollte möglichst bis zum Frühjahr unter den Gehölzen liegen bleiben, damit überwinternde Insekten nicht unnötig gestört werden.
Ist die Ohrweide winterhart?
Die Ohrweide ist ein ausgesprochen frostverträgliches, heimisches Gehölz. Sie lässt sich mindestens der USDA-Winterhärtezone 5 zuordnen. Das entspricht winterlichen Minimaltemperaturen von ungefähr −29 bis −23 °C.
Andere Fachquellen nennen sogar Zone 4, was auf eine noch höhere Frosthärte hinweist.
In Deutschland benötigt eine eingewachsene Ohrweide normalerweise keinen Winterschutz. Auch kalte Winter werden in der Regel problemlos überstanden.
Entscheidend ist ein geeigneter Standort mit ausreichender Bodenfeuchtigkeit. Besonders junge Sträucher sollten während längerer Trockenperioden nicht vollständig austrocknen.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Die Ohrweide gehört zu den wertvollen Frühjahrsblühern unter den heimischen Gehölzen. Mit Nektar (3/4) und Pollen (3/4) bietet sie Nahrung zu einer Jahreszeit, in der das Blütenangebot noch begrenzt ist.
Da die Art zweihäusig ist, unterscheiden sich männliche und weibliche Pflanzen:
- Männliche Ohrweiden: liefern Nektar und reichlich Pollen.
- Weibliche Ohrweiden: bieten Nektar, aber keinen Pollen.
Besonders früh fliegende Wildbienen profitieren von Weidenkätzchen. Dazu gehören beispielsweise Hummelköniginnen, Sandbienen und andere im Frühjahr aktive Arten.
Einige Wildbienen sind sogar auf Weidenpollen spezialisiert. Ein bekanntes Beispiel ist die Weiden-Sandbiene (Andrena vaga), deren Weibchen Pollen verschiedener Weidenarten für ihre Nachkommen sammeln.
Auch Schmetterlingsraupen und andere pflanzenfressende Insekten können die Ohrweide als Nahrungspflanze nutzen. Damit reicht ihr ökologischer Wert weit über die kurze Blütezeit hinaus.
Weitere Informationen zur Bedeutung von Nektar und Pollen findet Ihr unter Lebensweise.
Ohrweide – kaufen
Die Ohrweide wird von verschiedenen Baumschulen und Anbietern heimischer Wildgehölze angeboten. Meist ist sie als junger, wurzelnackter Strauch oder als Containerpflanze erhältlich.
Beim Kauf sollte auf die botanische Bezeichnung Salix aurita geachtet werden. Weiden können sich untereinander kreuzen, weshalb eine sichere Artbestimmung bei manchen Pflanzen schwierig ist.
Für naturnahe Pflanzungen sind ungezüchtete Wildformen aus nachvollziehbarer Herkunft besonders empfehlenswert.
Wer die Ohrweide gezielt zur Förderung von Wildbienen pflanzen möchte, sollte nach dem Geschlecht fragen. Nicht jede junge Pflanze lässt sich bereits sicher als männlich oder weiblich bestimmen.
Eine Übersicht regionaler Anbieter findet Ihr über die Baumschul-Suche.
FAQ – Häufige Fragen zur Ohrweide
Wie schnell wächst die Ohrweide?
An einem feuchten, geeigneten Standort wächst sie zügig. Auf trockenen Böden bleibt die Entwicklung deutlich schwächer.
Kann die Ohrweide dauerhaft im Wasser stehen?
Sie verträgt zeitweise Vernässung und Staunässe gut. Eine dauerhaft tiefe Überflutung des Wurzelbereichs ist jedoch nicht ideal.
Wie lässt sich die Ohrweide vermehren?
Am einfachsten durch Steckhölzer. Diese werden während der laubfreien Zeit geschnitten und in ausreichend feuchte Erde gesteckt.
Woran erkennt man eine Ohrweide?
Typisch sind die runzeligen Blätter mit behaarter Unterseite sowie die auffälligen, ohrförmigen Nebenblätter am Blattgrund.
Ist die Ohrweide für kleine Gärten geeignet?
Bei ausreichend feuchtem Boden und etwa zwei bis drei Metern Platz kann sie auch in kleineren Naturgärten wachsen. Ein ständiger starker Rückschnitt sollte jedoch vermieden werden.
Warum heimische Weiden für die Artenvielfalt so wichtig sind
Wenn im Frühjahr die ersten Wildbienen unterwegs sind, sind viele Stauden noch nicht ausgetrieben. Heimische Weiden schließen diese Versorgungslücke mit ihren früh erscheinenden Kätzchen.
Die Ohrweide ist dabei mehr als eine Nektar- und Pollenquelle. Ihre Blätter ernähren verschiedene Insekten, ihre Zweige schaffen Deckung und ihre Wurzeln strukturieren feuchte Böden.
Gerade heimische Gehölze sind für den Erhalt der Artenvielfalt unverzichtbar, weil zahlreiche Insekten über lange Zeit enge Beziehungen zu ihnen entwickelt haben.
Wer eine Ohrweide an einem geeigneten feuchten Standort pflanzt und ihr ausreichend Raum zur natürlichen Entwicklung lässt, schafft deshalb einen wertvollen Lebensraum, der über viele Jahre bestehen kann.













