Bewertung: ohne Wertung
Nektar: nicht recherchierbar
Pollen: nicht recherchierbar
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
n.v.
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Salix rosmarinifolia
Pflanzenfamilie: Weidengewächse
Pflanzenart: Strauch
Verwendung: Hangbepflanzung, Heckenpflanze, Einzelstellung, Uferpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: hoch
max. Höhe: 2 m
max. Breite: 1,5 m
Blühfarbe: gelb, grün
Blühzeitraum: April
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig, stickstoffarm
Feuchteeigenschaften: mäßig trocken bis feucht, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich
Rosmarinweide (Salix rosmarinifolia)
Die Rosmarinweide ist eine eher seltene heimische Weidenart. Sie wächst als niedriger Strauch und fällt durch ihre schmalen Blätter auf, die tatsächlich etwas an Rosmarin erinnern. Auch diese Art findet Ihr im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder.
Bekanntere heimische Verwandte sind die Sal-Weide (Salix caprea) und die Grau-Weide (Salix cinerea). Die Rosmarinweide bleibt jedoch deutlich kleiner und eignet sich dadurch auch für Gartenbereiche, in denen große Weiden keinen Platz finden.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Die Art wird auch Rosmarinblättrige Weide genannt. Der wissenschaftliche Name lautet Salix rosmarinifolia.
Der Name beschreibt ein auffälliges Merkmal unmittelbar: Die schmalen, länglichen Blätter erinnern in ihrer Form an die Blätter des Rosmarins. Auch der Artname rosmarinifolia bedeutet entsprechend „rosmarinblättrig“.
Natürliches Vorkommen
Die Rosmarinweide ist in Deutschland heimisch, kommt hier jedoch nur selten vor. Sie besiedelt vor allem feuchte, offene Lebensräume.
Dazu gehören:
- Moor- und Streuwiesen
- feuchte Wiesen
- Niedermoorbereiche
- feuchte Senken
- lichte, nährstoffarme Standorte
Eine Übersicht der deutschen Vorkommen bietet FloraWeb.
Die Rosmarinweide wird bundesweit als gefährdet eingestuft. Damit ist sie ein weiteres Beispiel dafür, wie eng der Rückgang heimischer Pflanzen mit dem Verlust ihrer speziellen Lebensräume verbunden sein kann.
Verwendung und Giftigkeit
Die Rosmarinweide wird vor allem als Zier- und Landschaftsgehölz kultiviert. Aufgrund ihres vergleichsweise niedrigen Wuchses unterscheidet sie sich deutlich von vielen baumförmigen Weidenarten.
Als stark giftige Pflanze ist sie nicht bekannt. Eine Verwendung als Nahrungspflanze spielt jedoch keine Rolle.
Wie bei anderen Weiden sind die jungen Zweige biegsam und können grundsätzlich für Flechtarbeiten genutzt werden. Für die heutige Gartenkultur steht diese Nutzung allerdings nicht im Vordergrund.
Rosmarinweide im naturnahen Garten
Wer eine heimische Weide pflanzen möchte, aber keinen Platz für einen großen Baum besitzt, findet in der Rosmarinweide eine interessante Möglichkeit. Voraussetzung ist ein Standort, der ihren Ansprüchen an Licht und Bodenfeuchtigkeit entspricht.
Blüte
- unscheinbare Weidenkätzchen
- gelblich bis grünlich
- frühe Blüte
- hauptsächlich im April
Wie andere Weiden ist auch die Rosmarinweide zweihäusig. Männliche und weibliche Blüten befinden sich also auf verschiedenen Pflanzen.
Standort
- sonnig bis halbschattig
- offene Lagen
- gerne feuchte Bereiche
An ausreichend feuchten Plätzen entwickelt sich der Strauch am besten. Dauerhaft trockene Standorte sind weniger geeignet.
Boden
- sandig bis lehmig
- humos
- frisch bis feucht
- wasserdurchlässig
- mäßig nährstoffreich
Der Boden darf deutlich feuchter sein als bei vielen klassischen Gartensträuchern. Eine gute Wasserversorgung ist besonders während längerer Trockenperioden wichtig.
Wuchs
- sommergrüner Strauch
- dicht verzweigt
- schmale, längliche Blätter
- meist etwa 1 bis 2 m hoch
- ungefähr 1 bis 1,5 m breit
- gut schnittverträglich
Durch ihren niedrigen Wuchs lässt sich die Rosmarinweide wesentlich leichter in kleinere Pflanzungen integrieren als großwachsende Weiden.
Verwendung
- naturnahe Gehölzpflanzungen
- feuchte Gartenbereiche
- Teich- und Gewässerränder
- lockere niedrige Hecken
- Einzelstellung
- größere Naturgärten
Ein Bachlauf ist dafür natürlich nicht notwendig. Bereits eine ausreichend feuchte Gartenstelle kann geeignet sein.
Für kleine Balkonkästen ist die Art dagegen nicht gedacht. Eine dauerhafte Kultur in großen Gefäßen wäre zwar grundsätzlich denkbar, im Freiland kann sich der Strauch jedoch wesentlich besser entwickeln.
Besonders interessant ist die Rosmarinweide dort, wo ein klein bleibendes heimisches Gehölz für einen frischen bis feuchten Standort gesucht wird.
Pflege und Rückschnitt
Die Rosmarinweide benötigt an einem passenden Standort wenig Pflege. Wichtig ist vor allem eine ausreichende Wasserversorgung während längerer Trockenphasen, insbesondere bei jungen Pflanzen.
- frisch gepflanzte Sträucher regelmäßig wässern
- eingewachsene Pflanzen nur bei längerer Trockenheit zusätzlich gießen
- keine starke Düngung notwendig
- abgestorbene oder störende Triebe bei Bedarf entfernen
- größere Schnittmaßnahmen sind normalerweise nicht erforderlich
Die Rosmarinweide ist schnittverträglich, muss aber nicht regelmäßig zurückgeschnitten werden. Ihr natürlicher, locker-buschiger Wuchs kommt ohne Formschnitt gut zur Geltung.
Ist die Rosmarinweide winterhart?
Die Rosmarinweide ist gut winterhart. Für Salix rosmarinifolia wird häufig USDA-Zone 5 beziehungsweise 5a angegeben. Zone 5a entspricht ungefähr -29 bis -26 °C.
Ausgepflanzte Sträucher benötigen daher in Deutschland normalerweise keinen Winterschutz.
Bei einer Kultur im Kübel ist die Situation etwas anders, weil der Wurzelballen stärker durchfrieren kann. Große Gefäße und ein geschützter Standort sind hier von Vorteil. Gegossen wird im Winter nur an frostfreien Tagen und bei Bedarf.
Nutzen für Wildbienen und andere Tiere
Weiden gehören zu den wichtigen Gehölzen für zahlreiche heimische Tierarten. Auch die Rosmarinweide bildet bereits früh im Jahr ihre Kätzchen.
Für Salix rosmarinifolia liegen uns keine ausreichend belastbaren Einzelwerte für Nektar und Pollen auf der 4er-Skala vor. Deshalb sollten hier keine Werte von anderen Weidenarten übertragen werden.
Bekannt ist jedoch, dass die Rosmarinweide von Insekten bestäubt wird. Zu ihren Blütenbesuchern gehört beispielsweise die Frühlings-Seidenbiene (Colletes cunicularius). Wie für Weiden typisch, stehen männliche und weibliche Blüten auf getrennten Pflanzen.
Gerade die frühe Blüte macht Weiden für den Naturgarten interessant. Noch größer wird ihr ökologischer Wert dadurch, dass sie nicht ausschließlich Blütenbesuchern dienen: Weiden werden auch von den Entwicklungsstadien verschiedener Insekten als Nahrungspflanzen genutzt.
Mehr zur Bedeutung von Nektar und Pollen für Wildbienen findet Ihr im Abschnitt Lebensweise.
Rosmarinweide – kaufen
Die Rosmarinweide wird von Baumschulen und spezialisierten Pflanzenhändlern angeboten. Beim Kauf sollte unbedingt auf die botanische Bezeichnung Salix rosmarinifolia geachtet werden.
Das ist bei dieser Weide besonders sinnvoll, weil im Handel ähnlich aussehende Weiden gelegentlich unter missverständlichen Bezeichnungen angeboten werden.
Für naturnahe Pflanzungen sind interessant:
- die Wildart Salix rosmarinifolia
- Pflanzen nachvollziehbarer Herkunft
- gesunde, gut verzweigte Sträucher
- bei größeren Pflanzprojekten möglichst geeignete regionale Herkünfte
Über die Baumschul-Suche lassen sich Fachbetriebe in der Umgebung finden.
FAQ – Häufige Fragen zur Rosmarinweide
Ist die Rosmarinweide heimisch?
Ja. Sie gehört zur heimischen Flora Deutschlands, ist hier jedoch selten und gilt als gefährdet.
Wann blüht die Rosmarinweide?
Ihre Kätzchen erscheinen hauptsächlich im April und Mai.
Wie groß wird die Rosmarinweide?
Meist bleibt sie ein niedriger Strauch von etwa 1 bis 2 Metern Höhe. Je nach Standort sind Abweichungen möglich.
Ist die Rosmarinweide winterhart?
Ja. Sie wird häufig der USDA-Zone 5 beziehungsweise 5a zugeordnet und ist damit für das deutsche Klima gut gerüstet.
Ist die Rosmarinweide für Wildbienen interessant?
Ja. Ihre Kätzchen werden von Insekten besucht. Belastbare Nektar- und Pollenwerte für unsere 4er-Skala liegen für diese Art allerdings nicht vor.
Heimische Weiden sind mehr als Frühblüher
Weiden werden häufig vor allem wegen ihrer frühen Kätzchen als wertvolle Insektenpflanzen genannt. Ihr ökologischer Nutzen reicht jedoch weiter.
Heimische Weiden dienen zahlreichen Tierarten nicht nur als Nahrungsquelle an den Blüten. Blätter, Triebe und die gesamte Gehölzstruktur können ebenfalls genutzt werden – beispielsweise von Raupen und anderen pflanzenfressenden Insekten.
Gerade deshalb lohnt es sich, bei der Auswahl heimischer Gehölze nicht ausschließlich auf möglichst viele Blüten zu achten. Entscheidend ist, wie eine Pflanzenart in die heimische Tierwelt eingebunden ist.
Die seltene Rosmarinweide zeigt zudem einen weiteren wichtigen Punkt: Heimische Arten sind oft an ganz bestimmte Lebensräume gebunden. Wer solche Pflanzen im Garten verwendet, kann ihren natürlichen Lebensraum nicht ersetzen – aber ein Stück der heimischen Pflanzenvielfalt sichtbar machen und zugleich verschiedenen Tierarten zusätzliche Strukturen anbieten.













