⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆


Bewertung: 5,5 / 10 ⭐

 

Nektar: 0/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

Templiner Kräutergarten – LINK

Amazon – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Sambucus nigra

Pflanzenfamilie: Schneeballgewächse

Pflanzenart: Strauch

Verwendung: Heckenpflanze, Hangbepflanzung, Einzelstellung

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 8 m

max. Breite: 5 m

Blühfarbe: gelb, weiß

Blühzeitraum: Juni, Juli

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: sandig, lehmig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig, stickstoffreich

Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Schwarzer Holunder (Sambucus nigra)

 

Schwarzer Holunder (Sambucus nigra) gehört zu den bekanntesten heimischen Sträuchern überhaupt. Seine auffälligen Blütendolden und die später erscheinenden schwarzen Beeren machen ihn seit Jahrhunderten zu einer beliebten Nutz- und Wildpflanze.

Gleichzeitig zählt er zu den ökologisch wertvollsten Gehölzen unserer Landschaft und bietet zahlreichen Insekten, Vögeln und Kleinsäugern Nahrung und Lebensraum.

Im Pflanzenfinder findet Ihr weitere heimische Sträucher für naturnahe Hecken und Gehölzränder. Besonders interessant sind beispielsweise der Rote Holunder oder der Faulbaum, die ebenfalls einen hohen ökologischen Nutzen besitzen.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Der Schwarze Holunder wird regional auch als:

  • Holderbusch
  • Holder
  • Schwarzer Flieder
  • Holler

bezeichnet.

Der botanische Name lautet Sambucus nigra.

Das Artepitheton nigra bedeutet „schwarz“ und verweist auf die dunklen Früchte des Strauches.

Die Herkunft des Wortes Holunder ist nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich geht es auf das althochdeutsche Wort Holuntar zurück, das sinngemäß mit „heiliger“ oder „gnädiger Baum“ übersetzt werden kann.

Über Jahrhunderte rankten sich zahlreiche Mythen und Bräuche um den Holunder, weshalb er vielerorts als besonderer Schutzbaum galt.


Natürliches Vorkommen

Schwarzer Holunder ist in nahezu ganz Europa heimisch und in Deutschland flächendeckend verbreitet.

Typische Lebensräume sind:

  • Waldränder
  • Lichtungen
  • Gebüsche
  • Wegränder
  • Ruderalflächen
  • Feldgehölze

Auch bei uns in Mitteldeutschland gehört der Strauch zu den typischen Gehölzen an Feldrainen, Windschutzstreifen und Waldrändern.

Nach Angaben des Rote-Liste-Zentrums gilt die Art deutschlandweit als nicht gefährdet.


Schwarzer Holunder – Verwendung und Giftigkeit

Schwarzer Holunder gehört zu den traditionellen Nutzpflanzen Europas.

Die Blüten werden unter anderem verwendet für:

  • Holunderblütensirup
  • Tee
  • Gelee
  • Holunderküchle

Die reifen Früchte eignen sich beispielsweise für:

  • Saft
  • Marmelade
  • Gelee
  • Mus

Roh sollten die Beeren jedoch nicht in größeren Mengen verzehrt werden, da sie Inhaltsstoffe enthalten, die Magen-Darm-Beschwerden verursachen können. Durch Erhitzen werden diese weitgehend unschädlich gemacht.

Auch in der Volksmedizin spielte der Holunder über viele Jahrhunderte eine wichtige Rolle.


Schwarzer Holunder im naturnahen Garten

Kaum ein heimischer Strauch vereint so viele positive Eigenschaften wie der Schwarze Holunder. Er liefert Nahrung für zahlreiche Tierarten, bietet Schutz und überzeugt gleichzeitig mit einer attraktiven Blüte sowie dekorativen Fruchtständen.

Blüte

Von Juni bis Juli erscheinen die großen, cremeweißen Blütendolden.

Typisch sind:

  • intensiver Duft
  • zahlreiche Einzelblüten
  • auffällige Blütenstände
  • hoher Zierwert

Standort

Optimal sind:

  • sonnige Standorte
  • halbschattige Bereiche

An ausreichend feuchten Standorten entwickelt sich der Strauch besonders kräftig.

Boden

Bevorzugt werden:

  • humusreiche Böden
  • nährstoffreiche Standorte
  • lehmige Untergründe
  • frische bis feuchte Böden

Längere Trockenperioden werden nur bedingt vertragen.

Wuchs

Der Schwarze Holunder erreicht:

  • bis zu 8 m Höhe
  • bis zu 5 m Breite

Damit gehört er zu den größeren heimischen Sträuchern. Entsprechend sollte ausreichend Platz eingeplant werden.

Verwendung

Besonders geeignet ist der Strauch für:

  • naturnahe Hecken
  • Einzelstellung
  • Feldgehölze
  • Hangbepflanzungen
  • Gehölzränder

Für Balkon oder Terrasse ist die Art aufgrund ihrer Größe nicht geeignet.


Pflege und Rückschnitt

Der Schwarze Holunder gilt als robustes und pflegeleichtes Gehölz.

Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen zählen:

  • Bewässerung während längerer Trockenperioden
  • Entfernung abgestorbener Triebe
  • gelegentliche Auslichtung älterer Sträucher

An geeigneten Standorten wächst der Strauch meist ohne größeren Pflegeaufwand.

Rückschnitt

Ein regelmäßiger Formschnitt ist normalerweise nicht notwendig. Soll der Strauch verjüngt oder in seiner Größe begrenzt werden, empfiehlt sich ein behutsamer Auslichtungsschnitt.

Bei Hecken und Gehölzen ist zudem das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) zu beachten. Stärkere Rückschnitte und Rodungen sind zum Schutz brütender Vögel grundsätzlich nur im Zeitraum vom 1. Oktober bis zum 28./29. Februar zulässig.

Vor jedem Rückschnitt sollte geprüft werden, ob sich Nester oder andere geschützte Lebensstätten im Gehölz befinden.


Ist Schwarzer Holunder winterhart?

Als heimisches Gehölz ist Schwarzer Holunder hervorragend an das mitteleuropäische Klima angepasst.

Die Art wird überwiegend der USDA-Winterhärtezone 5 zugeordnet und verträgt Temperaturen von bis zu -29 °C.

Ein zusätzlicher Winterschutz ist daher normalerweise nicht erforderlich.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Mit einem Nektarwert von 0/4 und einem Pollenwert von 2/4 zählt der Schwarze Holunder nicht zu den wichtigsten Bienenpflanzen.

Trotzdem besitzt er einen hohen ökologischen Wert.

Die Blüten werden unter anderem von:

  • Wildbienen
  • Schwebfliegen
  • Käfern
  • verschiedenen Fliegenarten

besucht.

Noch bedeutender ist seine Rolle als Lebensraum für zahlreiche Insektenarten. Darüber hinaus dienen die Früchte vielen Vogelarten als wichtige Nahrungsquelle.

Zu den regelmäßigen Nutzern gehören beispielsweise:

  • Amseln
  • Drosseln
  • Stare
  • Rotkehlchen
  • Eichelhäher

Gerade diese Kombination aus Insekten-, Vogel- und Strukturwert macht den Strauch so wertvoll.


Schwarzer Holunder kaufen

Schwarzer Holunder ist sehr gut verfügbar und wird von zahlreichen Baumschulen angeboten.

Erhältlich sind unter anderem:

  • wurzelnackte Pflanzen
  • Containerpflanzen
  • verschiedene Zuchtsorten
  • Saatgut

Einige Bezugsquellen findet Ihr im Steckbrief.

Wer die Möglichkeit hat, sollte bevorzugt bei regionalen Baumschulen kaufen. Die Pflanzen sind häufig bereits an die klimatischen Bedingungen der jeweiligen Region angepasst.


FAQ

Ist Schwarzer Holunder heimisch?
Ja, der Schwarze Holunder gehört zur heimischen Flora Deutschlands und kommt nahezu flächendeckend vor.

Sind die Beeren essbar?
Reife Früchte sollten vor dem Verzehr erhitzt werden. Roh können sie Beschwerden verursachen.

Ist Schwarzer Holunder winterhart?
Der Schwarze Holunder gilt als sehr frosthart und benötigt normalerweise keinen zusätzlichen Winterschutz.

Warum wird der Strauch von so vielen Tieren genutzt?
Blüten, Früchte und die dichte Wuchsform machen ihn zu einer wichtigen Nahrungs- und Schutzpflanze für zahlreiche Tierarten.

Eignet sich Schwarzer Holunder für eine Hecke?
Ja, aufgrund seines kräftigen Wuchses eignet sich die Art sehr gut für naturnahe Hecken.


Bedeutung heimischer Pflanzenarten

Kaum ein anderes heimisches Gehölz zeigt so eindrucksvoll, wie wertvoll einzelne Pflanzenarten für ein ganzes Ökosystem sein können.

Schwarzer Holunder bietet Nahrung für Insekten, Früchte für Vögel und Schutz für zahlreiche Kleintiere. Gleichzeitig ist er seit Jahrhunderten Teil unserer Kulturlandschaft und vieler traditioneller Gärten.

Wer heimische Sträucher wie den Schwarzen Holunder pflanzt, schafft nicht nur attraktive Gartenstrukturen, sondern fördert auch die biologische Vielfalt direkt vor der eigenen Haustür.