⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️☆☆


Bewertung: 8,0 / 10 ⭐

 

Nektar: 3/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

n.v.


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Rhamnus frangula

Pflanzenfamilie: Kreuzdorngewächse

Pflanzenart: Kleinbaum, Strauch

Verwendung: Einzelstellung, Heckenpflanze, Uferpflanze, Unterpflanzung, Hangbepflanzung, Balkon- und Terrassenpflanze

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 7 m

max. Breite: 5 m

Blühfarbe: grün, weiß

Blühzeitraum: Mai – Juli

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: lehmig, tonig, sandig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: mäßig nährstoffreich, kalktolerant

Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

windunempfindlich, winterhart, heimisch


Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Faulbaum (Frangula alnus)

 

Der Faulbaum (Frangula alnus) gehört zu den ökologisch wertvollsten heimischen Gehölzen für naturnahe Gärten.

Besonders bekannt ist er als wichtige Raupenfutterpflanze des Zitronenfalters, dessen Entwicklung ohne Faulbaum oder Kreuzdorn kaum möglich ist.

Mit seiner langen Blütezeit, den dekorativen Früchten und seiner hohen Bedeutung für Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel verdient das heimische Gehölz deutlich mehr Aufmerksamkeit in unseren Gärten.

Eine weitere Art aus der Familie der Kreuzdorngewächse ist der Purgier-Kreuzdorn, den Ihr ebenfalls im Pflanzenfinder findet.


Alternative Namen und Namensherkunft

Der Faulbaum wird auch bezeichnet als:

  • Pulverholz
  • Schießbeere
  • Ahlbeere

Der wissenschaftliche Name lautet heute „Frangula alnus“.

In älterer Literatur findet sich häufig noch:

  • Rhamnus frangula

Der deutsche Name geht auf die Rinde zurück, die beim Verletzen einen unangenehmen, fauligen Geruch entwickelt.


Natürliches Vorkommen

Der Faulbaum ist in Deutschland heimisch und nahezu flächendeckend verbreitet.

Typische Standorte sind:

  • Erlenbrüche
  • Birkenmoore
  • Auwälder
  • Feuchtgebüsche
  • Waldränder
  • Uferbereiche

👉 Nach Angaben des Rote-Liste-Zentrums gilt die Art deutschlandweit als nicht gefährdet.


Verwendung und Giftigkeit

Der Faulbaum gilt in allen Pflanzenteilen als giftig.

Insbesondere unverarbeitete:

  • Früchte
  • Blätter
  • Rinde

können Beschwerden wie:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall

verursachen.

Historisch wurde die getrocknete Rinde nach entsprechender Aufbereitung als Abführmittel verwendet.

Zudem diente die aus dem Holz gewonnene Kohle früher zur Herstellung von Schießpulver, was den Namen „Pulverholz“ erklärt.


Faulbaum im naturnahen Garten

Das heimische Gehölz überzeugt nicht durch auffällige Blüten, sondern vor allem durch seinen hohen ökologischen Nutzen. Während der Blütezeit wird es von zahlreichen Insekten besucht, später dienen die Früchte vielen Vogelarten als Nahrung.

Blüte

Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli.

Typisch sind:

  • kleine grünlich-weiße Blüten
  • lange Blühdauer
  • kontinuierliche Nektarproduktion
  • hoher Insektenbesuch

Standort

Ideal sind:

  • sonnige Plätze
  • halbschattige Bereiche
  • geschützte Lagen
  • naturnahe Gartenbereiche

Boden

Bevorzugt werden:

  • lehmige Böden
  • tonige Untergründe
  • sandige Böden
  • humusreiche Erde
  • frische bis feuchte Standorte

Trockenheit wird deutlich schlechter vertragen als viele andere heimische Gehölze.

Wuchs

Je nach Standort erreicht die Art ungefähr:

  • 3 bis 7 m Höhe
  • bis zu 5 m Breite

Sie wächst als Großstrauch oder kleiner Baum.

Verwendung

Geeignet ist die Pflanze beispielsweise für:

  • Hecken
  • Einzelstellung
  • Naturgärten
  • Uferbereiche
  • Unterpflanzungen
  • Hangbepflanzungen

Eine Kultur im großen Kübel ist grundsätzlich möglich, dauerhaft fühlt sich die Pflanze jedoch ausgepflanzt deutlich wohler.


Faulbaum – winterhart?

Der Faulbaum gilt als ausgesprochen robust und winterhart.

👉 USDA-Zone: 3

Damit verträgt der Faulbaum Temperaturen bis ungefähr -40 °C.

Ein zusätzlicher Winterschutz ist normalerweise nicht erforderlich.


Pflege, Rückschnitt und Überwinterung

Der Faulbaum zählt zu den pflegeleichten heimischen Gehölzen.

In der Regel genügen:

  • ausreichende Bodenfeuchtigkeit
  • gelegentliche Wassergaben in Trockenperioden
  • ein humoser Boden
  • ein sonniger bis halbschattiger Standort

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig.

Falls erforderlich, können einzelne Triebe im Spätwinter entfernt oder eingekürzt werden.

Aus ökologischer Sicht empfiehlt es sich, Fruchtstände möglichst lange am Gehölz zu belassen.

Davon profitieren unter anderem:

  • Vögel
  • Insekten
  • Kleinsäuger

Nutzen für Wildbienen und andere Insektenarten

Der Faulbaum besitzt einen hohen ökologischen Wert und gehört zu den wichtigsten heimischen Gehölzen für zahlreiche Tierarten.

Die Blüten bieten:

  • Nektarwert: 3/4
  • Pollenwert: 2/4

Besonders profitieren:

  • Wildbienen
  • Hummeln
  • Honigbienen
  • Schwebfliegen
  • Käfer

Eine besondere Bedeutung besitzt die Pflanze als Raupenfutter für den Zitronenfalter.

Ohne Faulbaum oder Kreuzdorn wäre die Fortpflanzung dieses bekannten Schmetterlings kaum möglich.

Zusätzlich dienen die Früchte zahlreichen Vogelarten als Nahrung.


Faulbaum kaufen

Der Faulbaum ist bei vielen Baumschulen und spezialisierten Gehölzanbietern erhältlich.

Pflanzen findet man beispielsweise bei:

  • Baumschulen
  • Wildgehölz-Anbietern
  • Naturgartenbetrieben
  • spezialisierten Onlinehändlern

Für naturnahe Pflanzungen sind regionale Herkünfte besonders empfehlenswert.


FAQ zum Faulbaum

Ist der Faulbaum bienenfreundlich?
Ja, die Blüten liefern über einen langen Zeitraum Nektar und Pollen für zahlreiche Wildbienen und andere Bestäuber.

Ist der Baum heimisch?
Ja, die Art gehört zur heimischen Flora Deutschlands.

Ist der Faulbaum giftig?
Ja, insbesondere Früchte, Blätter und Rinde gelten als giftig und sollten nicht verzehrt werden.

Warum ist der Faulbaum für Schmetterlinge wichtig?
Er dient dem Zitronenfalter als wichtige Raupenfutterpflanze und ist deshalb ökologisch besonders wertvoll.

Kann der Baum als Hecke gepflanzt werden?
Ja, das Gehölz eignet sich sehr gut für naturnahe und artenreiche Hecken.


Bedeutung heimischer Pflanzenarten

Viele heimische Wildbienen, Schmetterlinge und Vögel sind auf bestimmte Pflanzenarten angewiesen. Gehölze wie der Faulbaum übernehmen dabei oft mehrere Funktionen gleichzeitig.

Sie bieten:

  • Nahrung für Wildbienen
  • Raupenfutter für Schmetterlinge
  • Früchte für Vögel
  • Schutz- und Nistmöglichkeiten

Wer heimische Gehölze pflanzt, schafft deshalb wertvolle Lebensräume und unterstützt die Artenvielfalt direkt vor der eigenen Haustür.