⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆


Bewertung: 7,6 / 10 ⭐

 

Nektar: 3/4
Pollen: 3/4

Bezugsquellen (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Bezugsquellen (Samen)

Saatgut-Vielfalt – LINK

Jelitto – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Symphyotrichum novi-belgii bzw. alt: Aster novi-belgii

Pflanzenfamilie: Korbblütler

Pflanzenart: Staude, Blume

Verwendung: Blumenbeete, Balkon- und Terrassenpflanze, Unterpflanzung

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: gering, normal

max. Höhe: 1,5 m

max. Breite: 0,8 m

Blühfarbe: blau, violett, rosa, weiß

Blühzeitraum: August – Oktober

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: lehmig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig

Feuchteeigenschaften: frisch, mäßig feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Glattblatt-Aster (Symphyotrichum novi-belgii)

 

Die Glattblatt-Aster gehört zu den spät blühenden Stauden und öffnet ihre zahlreichen Blütenköpfe vor allem im Spätsommer und Herbst. Im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder ist sie ebenfalls vertreten.

Weitere spät blühende Vertreter dieser Gruppe sind beispielsweise die Myrten-Aster und die Kissen-Aster. Anders als heimische Astern stammt die Glattblatt-Aster ursprünglich aus Nordamerika.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Weitere gebräuchliche Namen sind:

  • Neubelgische Aster
  • Neubelgien-Aster
  • Glattblattaster

Der heute anerkannte wissenschaftliche Name lautet Symphyotrichum novi-belgii. Die ältere Bezeichnung Aster novi-belgii ist im Pflanzenhandel und in der Gartenliteratur weiterhin häufig anzutreffen.

„Glattblatt“ beschreibt die überwiegend glatten, unbehaarten Blätter und dient zugleich der Abgrenzung von ähnlichen Astern.

Der Artname novi-belgii nimmt Bezug auf „Nova Belgica“ beziehungsweise Neu-Niederlande, eine historische Bezeichnung für ein Gebiet an der nordamerikanischen Ostküste. Mit dem heutigen Belgien als natürlichem Herkunftsgebiet hat der Name also nichts zu tun.


Natürliches Vorkommen

Die Glattblatt-Aster ist nicht in Deutschland heimisch. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt im östlichen Nordamerika.

Nach ihrer Einführung als Zierpflanze konnte sie aus Gärten verwildern und sich auch bei uns etablieren. Vorkommen finden sich beispielsweise an:

  • Fluss- und Gewässerufern
  • feuchten Ruderalstellen
  • Hochstaudenfluren
  • Böschungen und Wegrändern
  • anderen gestörten, ausreichend frischen Standorten

Die Verbreitung in Deutschland könnt Ihr bei FloraWeb einsehen. Da es sich um einen etablierten Neophyten handelt, wird die Art in der bundesweiten Roten Liste der heimischen Farn- und Blütenpflanzen nicht wie eine gefährdete heimische Wildpflanze bewertet.


Verwendung und Giftigkeit

Die Glattblatt-Aster wird seit Langem als Zierstaude kultiviert. Entsprechend groß ist die Zahl der angebotenen Sorten mit unterschiedlichen Wuchshöhen und Blütenfarben.

Als stark giftig gilt Symphyotrichum novi-belgii nicht. Eine besondere Verwendung als Nahrungs- oder Heilpflanze spielt im Gartenbau jedoch keine wesentliche Rolle.

Für den Naturgarten ist vor allem ihre späte Blüte interessant. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass sie eine nordamerikanische Art ist und heimische Spätblüher aus ökologischer Sicht nicht ersetzen sollte.


Glattblatt-Aster im naturnahen Garten

Die Glattblatt-Aster kann im Herbst große, farbintensive Bestände bilden. Sie benötigt dafür genügend Licht sowie einen Boden, der während der Wachstumszeit nicht dauerhaft austrocknet.

Blüte

  • violett, blauviolett, rosa oder weiß
  • zahlreiche körbchenförmige Blütenstände
  • hauptsächlich August bis Oktober
  • je nach Sorte unterschiedlich gefärbt

Für Insekten sind vor allem ungefüllte beziehungsweise einfach blühende Formen interessant, bei denen die Blütenorgane gut erreichbar bleiben.

Standort

  • bevorzugt sonnig
  • leichter Halbschatten möglich
  • warm und hell
  • luftig

Zu viel Schatten kann zu schwächerem Wuchs und geringerer Blütenfülle führen. Ein luftiger Standort hilft außerdem dabei, Blattkrankheiten vorzubeugen.

Boden

  • humos
  • lehmig bis lehmig-sandig
  • nährstoffreich
  • frisch bis mäßig feucht
  • gut wasserdurchlässig

Längere Trockenperioden können die Pflanzen schwächen. Gleichzeitig sollte überschüssiges Wasser abziehen können.

Wuchs

  • mehrjährige Staude
  • aufrechte Stängel
  • horstig bis ausbreitungsfreudig
  • je nach Form etwa 60 bis 150 cm hoch
  • bildet unterirdische Ausläufer

Unter günstigen Bedingungen kann sich die Glattblatt-Aster deutlich verbreitern. Bei wenig Platz sollte ihre Ausbreitung deshalb im Auge behalten werden.

Verwendung

  • sonnige Staudenbeete
  • spätsommerliche und herbstliche Pflanzungen
  • größere Rabatten
  • naturnah gestaltete Beete
  • ausreichend große Pflanzgefäße

Für kleine Balkonkästen oder eine klassische schattige Gehölzunterpflanzung ist die hochwachsende Wildform weniger geeignet. Niedrigere Sorten lassen sich dagegen leichter in Gefäßen kultivieren.

Ihre Stärke liegt vor allem in der späten Blütezeit. In einem ökologisch ausgerichteten Garten lässt sie sich dabei gut ergänzen – die Grundlage der Pflanzung sollten jedoch möglichst heimische Arten bilden.


Pflege und Rückschnitt

Die Glattblatt-Aster entwickelt sich am besten, wenn sie während längerer Trockenphasen ausreichend Wasser bekommt. Besonders im Sommer sollte der Boden nicht vollständig austrocknen.

  • bei Trockenheit gründlich wässern
  • sehr hohe Triebe bei Bedarf stützen
  • zu große Bestände durch Teilung begrenzen
  • abgestorbene Stängel im Frühjahr zurückschneiden

Ein Rückschnitt direkt nach der Blüte ist nicht erforderlich. Bleiben die trockenen Triebe über Winter stehen, sorgen sie für Struktur und können zugleich Kleintieren Rückzugsmöglichkeiten bieten. Der bodennahe Schnitt erfolgt dann vor dem neuen Austrieb.

Ältere, dicht gewordene Bestände lassen sich im Frühjahr teilen und dadurch zugleich verjüngen.


Ist die Glattblatt-Aster winterhart?

Die Glattblatt-Aster ist gut winterhart. Für Symphyotrichum novi-belgii ist USDA-Zone 4 eine gut abgesicherte Einstufung. Das entspricht winterlichen Minimaltemperaturen von ungefähr −34 bis −29 °C.

Ausgepflanzte Stauden benötigen in Deutschland daher normalerweise keinen zusätzlichen Winterschutz. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben im Winter ab und treiben im Frühjahr erneut aus.

Bei einer Kultur im Kübel sollte der Wurzelballen vor länger anhaltendem starken Frost geschützt werden.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Ihre eigentliche Stärke als Nahrungspflanze zeigt die Glattblatt-Aster spät im Jahr. Wenn im September und Oktober viele andere Stauden bereits verblüht sind, können ihre zahlreichen Blüten noch von Wildbienen, Honigbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen besucht werden.

Mit Nektar (3/4) und Pollen (3/4) bietet sie ein vergleichsweise gutes Nahrungsangebot. Besonders geeignet sind ungefüllte Formen, deren Blüten für Insekten frei zugänglich sind.

Trotz dieses Nutzens bleibt die Glattblatt-Aster eine nicht heimische Art aus Nordamerika. Sie kann das Nahrungsangebot im Herbst ergänzen, besitzt aber nicht dieselben gewachsenen Beziehungen zur heimischen Tierwelt wie einheimische Wildpflanzen.

Mehr zur Bedeutung von Nektar und Pollen findet Ihr unter Lebensweise.


Glattblatt-Aster – kaufen

Die Glattblatt-Aster ist im Staudenhandel weit verbreitet. Neben der ursprünglichen Art gibt es zahlreiche Sorten in unterschiedlichen Höhen und Blütenfarben.

Für einen insektenfreundlichen Garten sollte insbesondere auf Folgendes geachtet werden:

  • ungefüllte oder nur schwach gefüllte Blüten
  • kräftige und gesunde Pflanzen
  • eine zum vorhandenen Platz passende Wuchshöhe
  • möglichst keine unnötig stark gefüllten Ziersorten

Wer den ökologischen Schwerpunkt stärker auf die heimische Flora legen möchte, kann zusätzlich oder alternativ heimische spät blühende Arten einplanen.

Regionale Anbieter findet Ihr über die Übersicht der Staudengärtnereien.


FAQ – Häufige Fragen zur Glattblatt-Aster

Ist die Glattblatt-Aster heimisch?
Nein. Symphyotrichum novi-belgii stammt aus Nordamerika und ist in Deutschland ein etablierter Neophyt.

Wann blüht die Glattblatt-Aster?
Ihre Hauptblüte reicht etwa von August bis Oktober und kann je nach Sorte und Witterung länger anhalten.

Wie winterhart ist die Pflanze?
Sie gilt ab USDA-Zone 4 als winterhart und verträgt damit ungefähr −34 bis −29 °C.

Muss die Glattblatt-Aster zurückgeschnitten werden?
Nicht im Herbst. Die abgestorbenen Stängel können über Winter stehen bleiben und erst im Frühjahr entfernt werden.

Ist die Glattblatt-Aster bienenfreundlich?
Ja. Besonders ungefüllte Formen bieten mit Nektar (3/4) und Pollen (3/4) im Spätsommer und Herbst Nahrung.


Späte Blüten – heimische Arten bevorzugen

Ein reiches Blütenangebot im Herbst ist für viele Insekten wichtig. Nicht heimische Arten wie die Glattblatt-Aster können dabei durchaus zusätzliche Nahrung bereitstellen.

Für einen naturnahen Garten lohnt es sich jedoch, heimische Spätblüher gezielt einzubeziehen. Sie liefern nicht nur Nektar und Pollen, sondern sind häufig enger mit der heimischen Tierwelt verbunden.

Einige Insekten sind auf bestimmte Pflanzenfamilien, Gattungen oder sogar einzelne Arten spezialisiert. Andere benötigen heimische Pflanzen während ihrer Larvenentwicklung. Deshalb sagt die Zahl der beobachteten Blütenbesucher allein noch nicht alles über den ökologischen Wert einer Pflanze aus.

Die Glattblatt-Aster kann somit eine blütenreiche Ergänzung sein – das ökologische Grundgerüst sollten möglichst heimische Pflanzen bilden.