⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️☆


Bewertung: 9 / 10 ⭐

 

Nektar: 4/4
Pollen: 4/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

Insektensaatgut.de – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Caryopteris clandonensis

Pflanzenfamilie: Lippenblütler

Pflanzenart: Halbstrauch

Verwendung: Blumenbeete, Steingarten, Balkon- und Terrassenpflanze

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: gering, normal

max. Höhe: 1 m

max. Breite: 1 m

Blühfarbe: blau

Blühzeitraum: August, September

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: kiesig, sandig, humusarm

Nährstoffeigenschaften: nährstoffarm, kalktolerant

Feuchteeigenschaften: frisch bis trocken, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

winterhart (bedingt), nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft


Bartblume (Caryopteris × clandonensis)

 

Wenn viele Stauden ihre Blüte bereits beendet haben, beginnt die große Zeit der Bartblume. Von August bis September schmückt sich der kompakte Halbstrauch mit einer Fülle intensiv blauer Blüten und entwickelt sich in dieser oft blütenarmen Jahreszeit zu einem wahren Magneten für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Dank ihres geringen Pflegeaufwandes und ihrer langen Blütezeit zählt die Bartblume zu den schönsten spätblühenden Gartenpflanzen überhaupt.

Im Pflanzenfinder findet Ihr bereits mehrere hundert bienenfreundliche Pflanzenarten. Wer den Insekten bis in den Herbst hinein ein reichhaltiges Nahrungsangebot bieten möchte, sollte sich außerdem die Katzenminze oder das Herzgespann ansehen. Beide gehören ebenfalls zur Familie der Lippenblütler und ergänzen die Blütezeit hervorragend.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Neben Bartblume sind auch die Namen Blaue Bartblume, Blaubart oder Clandon-Bartblume gebräuchlich.

Der botanische Name lautet Caryopteris × clandonensis. Das „ד weist darauf hin, dass es sich um eine gärtnerisch entstandene Hybride handelt.

Der deutsche Name bezieht sich vermutlich auf die langen Staubgefäße und Blütenstrukturen, die wie kleine Bärte aus den Blüten herausragen und der Pflanze ihr charakteristisches Erscheinungsbild verleihen.


Natürliches Vorkommen

Die heute in unseren Gärten kultivierte Bartblume kommt in dieser Form nicht natürlich vor. Sie entstand Anfang des 20. Jahrhunderts in England durch die Kreuzung zweier asiatischer Arten.

Die ursprünglichen Elternarten stammen aus China und wachsen dort bevorzugt auf:

  • sonnigen Hängen
  • trockenen Gebüschen
  • felsigen Standorten
  • lichten Waldrändern

Natürliche Vorkommen in Deutschland existieren nicht.


Verwendung und Giftigkeit

Die Pflanze gilt als nicht stark giftig.

Eine Verwendung als Heil- oder Nutzpflanze konnte nicht recherchiert werden. Heute wird sie fast ausschließlich als attraktive Zierpflanze verwendet.

Ihr größter Vorteil liegt in der außergewöhnlich späten Blüte, wenn viele andere Stauden bereits verblüht sind und das Nahrungsangebot für Insekten deutlich abnimmt.


Bartblume im Garten

Wer seinen Garten bis in den Herbst hinein farbenfroh gestalten möchte, findet mit der Bartblume einen nahezu idealen Halbstrauch. Gerade die intensive Blaufärbung hebt sich hervorragend von vielen klassischen Sommerstauden ab und sorgt für attraktive Kontraste.

Blüte

Von August bis September erscheinen unzählige intensiv blaue Blüten. Einige Sorten blühen auch in Rosa oder Violett, wobei die klassischen blauen Formen besonders beliebt sind.

Standort

Optimal sind:

  • sonnige Standorte
  • warme Lagen
  • geschützte Plätze
  • leichter Halbschatten

Je sonniger der Standort, desto üppiger fällt die Blüte aus.

Boden

Ideal sind:

  • sandige Böden
  • kiesige Böden
  • humusarme Böden
  • gut durchlässige Böden

Trockenheit wird deutlich besser vertragen als Staunässe.

Wuchs

Der kompakte Halbstrauch erreicht meist eine Höhe und Breite von etwa einem Meter. Dadurch eignet er sich sowohl für kleinere Gärten als auch für größere Staudenbeete.

Verwendung

Besonders gut eignet sich die Pflanze für:

  • Blumenbeete
  • Steingärten
  • Kiesgärten
  • größere Pflanzkübel
  • sonnige Terrassen

In Kombination mit Lavendel, Salbei oder Katzenminze entstehen besonders attraktive und zugleich insektenfreundliche Pflanzungen.


Pflege und Rückschnitt

Die Bartblume zählt zu den pflegeleichten Gartenpflanzen. Nach dem Anwachsen benötigt sie nur wenig Wasser und kommt auch mit längeren Trockenphasen gut zurecht. Auf nährstoffarmen Böden reicht meist eine leichte Kompostgabe im Frühjahr aus.

Rückschnitt

Da die Pflanze am jungen Holz blüht, erfolgt der Rückschnitt erst im stabilen Frühjahr, nachdem die letzten stärkeren Fröste vorüber sind. Gleichzeitig profitieren zahlreiche Insekten davon, wenn abgestorbene Triebe den Winter über stehen bleiben und als geschützter Rückzugs- oder Überwinterungsplatz dienen.

Ein kräftiger Rückschnitt auf etwa 20 bis 30 Zentimeter fördert einen kompakten Wuchs und eine besonders reiche Blüte im Sommer.


Bartblume winterhart?

Die Bartblume gilt als bedingt winterhart und wird der USDA-Winterhärtezone 7 zugeordnet. Je nach Sorte verträgt sie Temperaturen von etwa -15 °C bis -18 °C.

In milden Regionen Deutschlands überwintert sie meist problemlos. In raueren Lagen empfiehlt sich dagegen ein geschützter Standort sowie eine Abdeckung des Wurzelbereiches mit Laub, Rindenmulch oder Reisig. Besonders junge Pflanzen danken diesen zusätzlichen Winterschutz.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Mit einem Nektarwert von 4/4 und einem Pollenwert von 4/4 gehört die Bartblume zu den wertvollsten spätblühenden Gartenpflanzen überhaupt. Gerade im August und September, wenn das Blütenangebot langsam zurückgeht, entwickelt sie sich zu einer der wichtigsten Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten.

Regelmäßig lassen sich auf den Blüten beobachten:

  • Wildbienen
  • Honigbienen
  • Hummeln
  • Schmetterlinge
  • Schwebfliegen

Vor allem Hummeln profitieren von der langen Blütezeit und besuchen die Pflanze oft über viele Wochen hinweg. Dadurch trägt die Bartblume erheblich dazu bei, das Nahrungsangebot bis in den Herbst hinein aufrechtzuerhalten.

Welche Aufgaben Nektar und Pollen übernehmen, erfahrt Ihr ausführlich im Abschnitt Lebensweise.


Fazit

Die Bartblume verbindet eine außergewöhnlich lange Blütezeit mit einem sehr hohen ökologischen Nutzen. Ihre intensive Blaufärbung sorgt im Spätsommer für eindrucksvolle Farbakzente, während Wildbienen, Hummeln und zahlreiche weitere Insekten reichlich Nahrung finden.

Wer seinen Garten möglichst lange blühend gestalten und gleichzeitig etwas für die Artenvielfalt tun möchte, trifft mit der Bartblume eine ausgezeichnete Wahl.


Bartblume kaufen

Da sich die Bartblume als beliebter Zierstrauch etabliert hat, ist sie heute bei vielen Baumschulen und Online-Gärtnereien problemlos erhältlich. Pflanzen sind deutlich häufiger verfügbar als Samen.

Eine Auswahl geeigneter Bezugsquellen findet Ihr im Steckbrief.

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die Sortenbeschreibung. Einige Züchtungen unterscheiden sich hinsichtlich Wuchshöhe, Blütenfarbe und Winterhärte und eignen sich dadurch unterschiedlich gut für verschiedene Standorte.


FAQ

Ist die Bartblume winterhart?
Ja, allerdings nur bedingt. In milden Regionen überwintert sie problemlos, in kälteren Gegenden empfiehlt sich ein leichter Winterschutz.

Warum ist die Bartblume so bienenfreundlich?
Sie blüht sehr spät im Jahr und liefert große Mengen an Nektar und Pollen, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind.

Kann die Bartblume im Kübel wachsen?
Ja. In ausreichend großen Pflanzgefäßen entwickelt sie sich sehr gut und eignet sich hervorragend für sonnige Balkone und Terrassen.

Welchen Standort bevorzugt die Bartblume?
Ideal sind sonnige, warme und geschützte Plätze mit gut durchlässigem Boden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.

Wann blüht die Bartblume?
Die Hauptblüte liegt zwischen August und September und zählt damit zu den spätesten Blütezeiten unter den bienenfreundlichen Gartensträuchern.


Bedeutung heimischer Pflanzenarten

Die Bartblume ist trotz ihres hohen ökologischen Wertes keine heimische Pflanzenart. Sie bietet zahlreichen Insekten zwar reichlich Nahrung, ersetzt jedoch nicht die Bedeutung heimischer Wildpflanzen. Für einen möglichst naturnahen Garten empfiehlt es sich deshalb, die Bartblume mit heimischen Stauden und Gehölzen zu kombinieren. So profitieren sowohl spezialisierte Wildbienen als auch viele weitere Tierarten von einem abwechslungsreichen und über das gesamte Jahr reichenden Blütenangebot.