⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆
Bewertung: 7,6 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 3/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Saatgut-Vielfalt – LINK
Jelitto – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Aster ericoides oder Symphyotrichum ericoides
Pflanzenfamilie: Korbblütler
Pflanzenart: Staude, Blume
Verwendung: Blumenbeete, Steingarten, Balkon- und Terrassenpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: gering, normal
max. Höhe: 100 cm
max. Breite: 50 cm
Blühfarbe: weiß
Blühzeitraum: September – November
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: kiesig, sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalktolerant
Feuchteeigenschaften: frisch, mäßig trocken, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Myrtenaster (Symphyotrichum ericoides)
Die Myrtenaster ist eine spätblühende Staude aus Nordamerika und eine von mehreren hundert Pflanzen im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder. Ihre zahlreichen kleinen Blüten erscheinen zu einer Jahreszeit, in der das Blütenangebot im Garten bereits deutlich abnimmt.
Botanisch gehört sie zu den Korbblütlern (Asteraceae). Wer spätblühende Astern miteinander kombinieren möchte, findet beispielsweise mit der Glattblatt-Aster und der Kissen-Aster weitere Vertreter dieser artenreichen Pflanzenfamilie.
Mit ihrer lockeren Blütenfülle und einer Blütezeit, die bis in den Herbst reichen kann, eignet sich die Myrtenaster besonders als Ergänzung für Gärten, in denen auch zum Ende der Saison noch etwas blühen soll.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Die Myrtenaster ist unter verschiedenen deutschen Namen bekannt. Auch beim wissenschaftlichen Namen begegnet man in Gartenliteratur und Pflanzenhandel noch häufig einer älteren Bezeichnung.
Alternative Bezeichnungen
- Septemberkraut
- Heide-Aster
- Erika-Aster
Der heute gebräuchliche wissenschaftliche Name lautet Symphyotrichum ericoides. Das weiterhin häufig verwendete Aster ericoides ist ein älteres Synonym.
Der deutsche Name Myrtenaster nimmt Bezug auf das Erscheinungsbild der Pflanze beziehungsweise ihrer schmalen Blätter. Auch Bezeichnungen wie Heide- oder Erika-Aster spielen auf diesen heidekrautartigen Eindruck an.
Der frühere Gattungsname Aster geht auf das griechische Wort für „Stern“ zurück und beschreibt die sternförmig wirkenden Blütenköpfchen. Der Name Septemberkraut wiederum verweist auf die späte Blütezeit der Staude.
Natürliches Vorkommen
Die Myrtenaster ist nicht in Deutschland heimisch. Ihr ursprüngliches Verbreitungsgebiet liegt in Nordamerika, wo sie in unterschiedlichen offenen und eher trockenen Lebensräumen vorkommt.
Zu ihren natürlichen beziehungsweise typischen Standorten gehören unter anderem:
- Prärien und andere offene Graslandschaften
- trockene bis mäßig frische Flächen
- sandige und steinige Standorte
- lichte Gehölzbereiche
- Böschungen und Wegränder
- gestörte offene Flächen
Diese Herkunft erklärt, warum die Staude sonnige Standorte und gut wasserdurchlässige Böden bevorzugt.
In Europa wird die Art als Neophyt geführt und kommt außerhalb von Gärten regional verwildert beziehungsweise eingebürgert vor. Für den naturnahen Garten sollte sie daher als nicht heimische Zierstaude betrachtet werden.
Informationen zu Vorkommen und Status in Deutschland können über FloraWeb abgerufen werden.
Verwendung und Giftigkeit
Für die Myrtenaster ist keine relevante Giftwirkung als typische Eigenschaft der Gartenpflanze bekannt. Dennoch ist sie keine klassische Speise- oder Heilpflanze und sollte nicht allein aufgrund fehlender bekannter Giftigkeit als essbar betrachtet werden.
Eine etablierte Verwendung in der modernen Pflanzenheilkunde spielt ebenfalls keine wesentliche Rolle.
Ihre Bedeutung liegt daher vor allem in ihrem Zierwert und ihrer späten Blüte. Die zahlreichen kleinen Blütenköpfchen können außerdem geschnitten und für spätsommerliche beziehungsweise herbstliche Blumensträuße verwendet werden.
Myrtenaster im naturnahen Garten
Wenn viele Sommerstauden bereits verblüht sind, beginnt für die Myrtenaster erst die interessanteste Zeit. An den verzweigten Trieben können zahlreiche kleine Blüten erscheinen, sodass die Pflanze während ihrer Hauptblüte beinahe von einem weißen Blütenschleier überzogen wirkt.
Blüte
- überwiegend weiß
- zahlreiche kleine Blütenköpfchen
- gelbliche Mitte
- Blüte etwa von September bis November
- besonders wertvoll durch den späten Blühzeitpunkt
Nicht die Größe der einzelnen Blüte macht den Reiz dieser Staude aus, sondern ihre Blütenmenge. Gerade in Kombination mit andersfarbigen Herbstblühern kann dadurch ein schöner Kontrast entstehen.
Standort
- sonnig bis halbschattig
- möglichst warm und offen
- Sonne wird für eine üppige Blüte bevorzugt
- windoffene Standorte werden toleriert
Ein vollsonniger Platz bietet gute Voraussetzungen für einen kompakten Wuchs und eine reiche Blütenbildung. Im Halbschatten kann die Myrtenaster ebenfalls wachsen, die Blüte kann dort jedoch weniger üppig ausfallen.
Boden
- sandig bis lehmig
- gerne humos
- frisch bis mäßig trocken
- gut wasserdurchlässig
- kalktolerant
- mäßig nährstoffreich bis nährstoffreich
Mit kurzfristig trockeneren Phasen kommt eine etablierte Pflanze zurecht. Problematischer ist ein Boden, in dem sich Wasser dauerhaft staut. Schwere Böden sollten deshalb vor der Pflanzung gegebenenfalls durchlässiger gemacht werden.
Wuchs
- ausdauernde Staude
- aufrechter, verzweigter Wuchs
- zahlreiche schmale Blätter
- etwa 80 bis 100 cm hoch
- ungefähr 40 bis 50 cm breit
- mit der Zeit breiter werdende Bestände möglich
Die tatsächliche Größe hängt sowohl von der Sorte als auch von Boden und Standort ab. Bei der Pflanzplanung sollte deshalb etwas Abstand zu schwächer wachsenden Nachbarstauden vorgesehen werden.
Verwendung
- Staudenbeete
- spätsommerliche und herbstliche Pflanzungen
- sonnige Rabatten
- größere Steingartenbereiche
- Kombination mit anderen Herbstblühern
- Schnittblume
- ausreichend große Pflanzgefäße
Auch eine Kultur auf Balkon oder Terrasse ist möglich, sofern ein ausreichend großer Kübel verwendet wird. Entscheidend sind ein guter Wasserabzug und ein Substrat, das zwischen den Wassergaben nicht dauerhaft nass bleibt.
Im naturnahen Garten sollte die Myrtenaster am besten als ergänzende spätblühende Zierstaude eingesetzt werden. Da sie aus Nordamerika stammt, kann sie heimische Herbstblüher sinnvoll begleiten, sollte diese aber nicht vollständig ersetzen.
Pflege und Rückschnitt
Hat sich die Myrtenaster an ihrem Standort etabliert, hält sich der Pflegeaufwand in Grenzen. Vor allem auf sonnigen, durchlässigen Flächen kommt sie mit zeitweise trockeneren Bedingungen zurecht.
Für eine gute Entwicklung sind einige Punkte hilfreich:
- nach der Pflanzung regelmäßig wässern
- eingewachsene Pflanzen nur bei längerer Trockenheit zusätzlich gießen
- Staunässe vermeiden
- auf nährstoffreichen Böden nur zurückhaltend düngen
- sehr dichte Bestände bei Bedarf teilen
- abgestorbene Triebe erst im Frühjahr entfernen
Nach der Blüte müssen die Stängel nicht sofort abgeschnitten werden. Wer sie über den Winter stehen lässt, erhält zusätzliche Strukturen im Staudenbeet. Gleichzeitig bieten vertrocknete Triebe und Pflanzenreste kleinen Tieren Versteckmöglichkeiten.
Der eigentliche Rückschnitt kann im späten Winter oder zeitigen Frühjahr erfolgen. Die alten Triebe werden dann bodennah entfernt, bevor der neue Austrieb beginnt.
Werden ältere Pflanzen mit der Zeit zu dicht oder lässt ihre Blühfreude nach, können sie im Frühjahr geteilt und neu aufgepflanzt werden.
Ist die Myrtenaster winterhart?
Die nordamerikanische Staude ist sehr winterhart. Symphyotrichum ericoides wird ungefähr den USDA-Winterhärtezonen 3 bis 8 zugeordnet. Damit verträgt sie in geeigneter Lage auch Temperaturen von etwa -40 °C.
Im Garten ist daher normalerweise kein besonderer Winterschutz erforderlich. Ein gut durchlässiger Boden ist allerdings von Vorteil, denn winterliche Nässe kann problematischer sein als niedrige Temperaturen.
Bei Pflanzen im Kübel sieht es etwas anders aus. Hier ist der Wurzelballen stärker dem Frost ausgesetzt. Große, frostbeständige Gefäße sollten deshalb geschützt aufgestellt und bei Bedarf mit isolierendem Material umgeben werden. Auch während des Winters darf das Substrat nicht vollständig austrocknen.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Die Stärke der Myrtenaster liegt vor allem in ihrem späten Auftritt im Garten. Wenn zahlreiche Sommerblüher ihre Saison bereits beendet haben, können ihre vielen kleinen Blüten noch bis weit in den Herbst hinein geöffnet sein.
Für die Myrtenaster werden Nektar (3/4) und Pollen (3/4) angegeben. Damit steht Blütenbesuchern sowohl zuckerreiche Nahrung als auch Pollen in vergleichsweise guter Menge zur Verfügung.
Zu den möglichen Besuchern gehören:
- verschiedene Wildbienen
- Hummeln
- Honigbienen
- Schwebfliegen
- Schmetterlinge
- weitere spät aktive Insekten
Gerade im September und Oktober kann ein durchgängiges Blütenangebot wichtig sein. Spät fliegende Wildbienenarten und überwinternde Insekten benötigen auch dann noch geeignete Nahrungsquellen.
Die Myrtenaster stammt allerdings aus Nordamerika. Ihre Blüten können von heimischen Insekten genutzt werden, daraus ergibt sich jedoch nicht automatisch derselbe ökologische Wert wie bei einer heimischen Pflanzenart. Insbesondere spezialisierte Insekten sind häufig auf bestimmte heimische Pflanzen oder Pflanzengruppen angewiesen.
Mehr darüber, welche Bedeutung Nektar und Pollen für Wildbienen haben, erfahrt Ihr im Abschnitt Lebensweise.
Myrtenaster – kaufen
Die Myrtenaster ist als Gartenstaude relativ gut erhältlich. Im Handel begegnet man ihr sowohl unter dem heute verwendeten Namen Symphyotrichum ericoides als auch weiterhin unter der älteren Bezeichnung Aster ericoides.
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf:
- endgültige Wuchshöhe und -breite der Sorte
- Blütenfarbe und Blütezeit
- gesunde, kräftige Pflanzen
- Eignung für den vorgesehenen Standort
- möglichst ungefüllte beziehungsweise gut zugängliche Blüten
Neben Pflanzen werden teilweise auch Samen angeboten. Einige Bezugsquellen sind bereits im Steckbrief aufgeführt.
Wer lieber vor Ort einkauft, kann bei einer regionalen Staudengärtnerei nachfragen. Eine Übersicht entsprechender Betriebe findet Ihr bei den Staudengärtnereien.
Für einen möglichst naturnahen Garten lohnt sich beim Einkauf außerdem der Blick auf heimische spätblühende Stauden. Sie können die Myrtenaster ergänzen oder – je nach Gartensituation – eine ökologisch passendere Alternative darstellen.
FAQ – Häufige Fragen zur Myrtenaster
Ist die Myrtenaster heimisch?
Nein. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt in Nordamerika. In Deutschland ist sie eine nicht heimische Gartenstaude.
Wann blüht die Myrtenaster?
Die Hauptblüte beginnt meist im September und kann sich bis in den Oktober oder November erstrecken.
Welchen Standort bevorzugt die Myrtenaster?
Am besten entwickelt sie sich an einem sonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Halbschatten wird ebenfalls toleriert.
Kann die Myrtenaster im Kübel wachsen?
Ja. Ein ausreichend großes Gefäß mit gutem Wasserabzug ermöglicht auch die Kultur auf Balkon oder Terrasse.
Ist die Myrtenaster für Wildbienen interessant?
Ihre offenen Blüten werden von unterschiedlichen Insekten besucht. Besonders interessant ist die späte Blütezeit. Als nordamerikanische Art ersetzt sie jedoch nicht die ökologische Funktion heimischer Wildpflanzen.
Warum heimische Herbstblüher besonders wichtig sind
Ein reich gedeckter Tisch im Herbst entsteht nicht allein durch möglichst viele Blüten. Entscheidend ist auch, welche Pflanzen blühen.
Viele heimische Insekten haben sich über lange Zeit gemeinsam mit der regionalen Pflanzenwelt entwickelt. Während wenig spezialisierte Blütenbesucher unterschiedliche Pflanzen nutzen können, sind andere Arten deutlich stärker an bestimmte heimische Pflanzengattungen oder -familien gebunden.
Gerade im Spätsommer und Herbst können heimische Blütenpflanzen deshalb mehrere Aufgaben übernehmen:
- spät fliegende Wildbienen mit Nahrung versorgen
- spezialisierten Insekten geeignete Pollenquellen bieten
- Raupen und anderen Entwicklungsstadien als Nahrung dienen
- Samen für Tiere bereitstellen
- nach der Blüte Überwinterungsstrukturen schaffen
- die Verbindung zur natürlichen Vegetation der Umgebung stärken
Eine nordamerikanische Staude wie die Myrtenaster kann das herbstliche Blütenangebot ergänzen. Für einen ökologisch vielfältigen Garten sollte sie jedoch am besten zusammen mit heimischen Arten wachsen.
So entsteht nicht nur eine lange Blütezeit, sondern ein Garten, der unterschiedlichen Tieren tatsächlich passende Pflanzen bietet – auch solchen Arten, die mit einem beliebigen Nektarangebot allein wenig anfangen können.













