⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆


Bewertung: 5,1 / 10 ⭐

 

Nektar: 1/4
Pollen: 1/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

RarePalmSeeds – LINK

Amazon – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Prunus padus

Pflanzenfamilie: Rosengewächse

Pflanzenart: Strauch, Baum

Verwendung: Einzelstellung, Heckenpflanze, Hangbepflanzung

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 10 m

max. Breite: 7 m

Blühfarbe: weiß

Blühzeitraum: April, Mai

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: sandig, lehmig, tonig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkarm, stickstoffreich

Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, giftig, windunempfindlich


Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus)

 

Die Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus) ist ein heimischer Großstrauch oder kleiner Baum aus der Familie der Rosengewächse und ein typischer Bestandteil naturnaher Wälder und Gehölzsäume.

Sie gehört zu den Gehölzen im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder und spielt vor allem im Frühjahr eine ökologische Rolle.

Mit ihren auffälligen, traubenförmig angeordneten weißen Blüten ist die Gewöhnliche Traubenkirsche gut erkennbar. Auch wenn ihr Nektar- und Pollenangebot eher gering ist, profitieren zahlreiche Insekten, Vögel und andere Wildtiere von dieser vielseitigen Art.

Weitere bekannte Vertreter der Rosengewächse sind unter anderem Apfeldorn, Elsbeere oder Wildbirne.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist regional unter verschiedenen Namen bekannt, darunter:

  • Ahlkirsche

  • Sumpfkirsche

  • Elsenkirsche

In Teilen Österreichs existieren weitere Dialektbezeichnungen wie Ölexen oder Ösn.
Der botanische Name Prunus padus verweist auf die Gattung der Kirschen. Der deutsche Name beschreibt die traubenartige Anordnung der Blüten und späteren Früchte sehr treffend.


Natürliches Vorkommen

Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist in Mitteleuropa heimisch und in Deutschland regional verbreitet. Typische natürliche Standorte sind:

  • Auwälder

  • Bruchwälder

  • feuchte Laubwälder

  • Bach- und Flussufer

  • Waldränder mit höherer Bodenfeuchte

Sie bevorzugt lichte bis halbschattige Bereiche und gilt in Deutschland als nicht gefährdet.


Verwendung und Giftigkeit

Große Teile der Gewöhnlichen Traubenkirsche sind giftig, darunter:

  • Rinde

  • Holz

  • Blätter

  • Samen

Diese Pflanzenteile enthalten cyanogene Glykoside.
Das Fruchtfleisch der schwarzen Kirschen ist hingegen essbar, wird roh jedoch kaum genutzt, da der Geschmack als herb empfunden wird. Gekocht lassen sich die Früchte beispielsweise zu Gelee oder Saft verarbeiten.


Gewöhnliche Traubenkirsche im naturnahen Garten

Im Garten ist die Gewöhnliche Traubenkirsche leider noch selten zu finden. Dabei ist sie ökologisch deutlich wertvoller als viele häufig gepflanzte Standardgehölze wie Kirschlorbeer oder Thuja.

Mit ihrer üppigen Frühjahrsblüte ist sie nicht nur optisch attraktiv, sondern auch ein wichtiger Bestandteil naturnaher Hecken und Gehölzstrukturen.

Standort:

  • sonnig bis halbschattig

  • luftige, offene Lagen

  • auch für feuchte Standorte geeignet

Boden:

  • humusreich

  • nährstoffreich

  • frisch bis feucht

  • gut durchlässig

  • kalkarm bevorzugt

Wuchs:

  • Höhe: bis ca. 10 m

  • Breite: bis ca. 7 m

  • strauch- bis baumförmig

  • locker verzweigt

Geeignete Einsatzbereiche:

  • Einzelstellung

  • naturnahe Hecken

  • Hangbepflanzung

  • größere Naturgärten


Gewöhnliche Traubenkirsche – Schneiden und Pflege

Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist grundsätzlich pflegeleicht und nur wenig schnittbedürftig. Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich und sollte auf das notwendige Maß beschränkt werden.

Beim Schneiden ist unbedingt das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) zu beachten:

  • Starke Rückschnitte oder das vollständige Entfernen von Gehölzen sind zwischen dem 1. März und dem 30. September verboten, da die Pflanze in dieser Zeit als Brut- und Lebensraum für Vögel und andere Tiere dient.

  • Zulässig sind in diesem Zeitraum lediglich schonende Pflege- und Formschnitte, sofern keine Tiere gestört werden.

Der beste Zeitpunkt für einen stärkeren Schnitt ist daher der späte Winter (Oktober bis Ende Februar), außerhalb der Vegetations- und Brutzeit.

Aus Gründen des Insektenschutzes ist es sinnvoll,

  • abgestorbene Äste,

  • alte Zweige

  • und Teile der Gehölzstruktur
    möglichst lange stehen zu lassen. Sie dienen zahlreichen Insektenarten als Überwinterungsquartier und tragen zur ökologischen Vielfalt im Garten bei.


Winterhärte

Die Gewöhnliche Traubenkirsche ist extrem robust:

  • USDA-Zone 3

  • winterhart bis etwa –40 °C

Ein zusätzlicher Winterschutz ist nicht erforderlich.


Nutzen für Wildbienen und andere Insektenarten

Der ökologische Nutzen der Gewöhnlichen Traubenkirsche liegt vor allem in ihrer Vielseitigkeit:

  • Nektar: 1/4

  • Pollen: 1/4

Neben Wildbienen profitieren auch:

  • Hummeln

  • Schwebfliegen

  • Käfer

  • zahlreiche Vogelarten (durch Früchte)

Besonders wertvoll ist sie als Teil komplexer Gehölzstrukturen.


Gewöhnliche Traubenkirsche – Fazit

Die Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus) ist ein heimisches Gehölz mit hoher ökologischer Gesamtbedeutung.

Auch wenn ihr direkter Nutzen für Wildbienen begrenzt ist, überzeugt sie durch ihre Rolle als Nahrungs-, Schutz- und Lebensraum für zahlreiche Tierarten und ist eine klare Empfehlung für naturnahe Gärten.


FAQ – Häufige Fragen zur Gewöhnlichen Traubenkirsche

Ist die Gewöhnliche Traubenkirsche heimisch?
Ja, sie ist in Mitteleuropa heimisch.

Ist sie bienenfreundlich?
Sie bietet nur geringe Mengen Nektar und Pollen, wird aber dennoch besucht.

Wie groß wird die Gewöhnliche Traubenkirsche?
Bis zu 10 m hoch und 7 m breit.

Sind die Früchte giftig?
Das Fruchtfleisch ist essbar, Samen und andere Pflanzenteile sind giftig.

Ist sie winterhart?
Ja, vollständig winterhart bis etwa –40 °C.


Bedeutung heimischer Wildpflanzen

Heimische Gehölze wie diese hier sind unverzichtbar für stabile Ökosysteme. Sie bieten:

  • Nahrung für spezialisierte Insekten

  • Brut- und Rückzugsräume für Vögel

  • langfristige ökologische Stabilität

Der Einsatz heimischer Pflanzen ist ein zentraler Baustein für funktionierende, biodiversitätsreiche Gärten.