⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆


Bewertung: 5,7 / 10 ⭐

 

Nektar: 3/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

MagicGardenSeeds – LINK

Amazon – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Allium schoenoprasum

Pflanzenfamilie: Amaryllisgewächse

Pflanzenart: Staude

Verwendung: Kräutergarten, Steingarten, Balkon- und Terrassenpflanze

Standort: Sonne, Halbschatten, Schatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 50 cm

max. Breite: 30 cm

Blühfarbe: rosa, violett

Blühzeitraum: Mai – Juli

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: kiesig, sandig, lehmig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig, stickstoffreich

Feuchteeigenschaften: mäßig trocken bis feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Schnittlauch (Allium schoenoprasum)

 

Schnittlauch gehört zu den Pflanzen, die fast jeder kennt – meistens allerdings aus der Küche und weniger als heimische Wild- und Insektenpflanze. Lässt man einen Teil der Halme ungeschnitten, erscheinen im Frühsommer die charakteristischen rosa bis violetten Blütenköpfe. Die Art ist auch im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder vertreten.

Botanisch gehört Allium schoenoprasum zur Gattung Lauch (Allium). Weitere interessante Vertreter sind beispielsweise der Weinberg-Lauch und der Kugel-Lauch.

Anders als viele ausschließlich als Zierpflanzen kultivierte Laucharten verbindet Schnittlauch gleich mehrere Eigenschaften: Er ist essbar, mehrjährig, heimisch und entwickelt attraktive Blüten, wenn man ihm die Gelegenheit dazu gibt.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Schnittlauch wird bereits seit langer Zeit genutzt. Entsprechend haben sich regional verschiedene Bezeichnungen für die Pflanze entwickelt.

Alternative Namen

  • Graslauch
  • Schnittling
  • Binsenlauch
  • Brislauch
  • Grusenich
  • Jakobszwiebel

Der wissenschaftliche Name lautet Allium schoenoprasum.

Der deutsche Name Schnittlauch verweist auf seine typische Nutzung: Die röhrenförmigen Blätter werden abgeschnitten und anschließend frisch oder verarbeitet in der Küche verwendet.

Der Gattungsname Allium ist die bereits in der Antike verwendete lateinische Bezeichnung für verschiedene Lauch- und Knoblauchgewächse.

Der Artname schoenoprasum lässt sich auf griechische Wortbestandteile zurückführen und bedeutet sinngemäß Binsen-Lauch. Gemeint ist damit das binsenartige Erscheinungsbild der schmalen, hohlen Blätter.


Natürliches Vorkommen

Schnittlauch ist nicht nur eine alte Kulturpflanze, sondern kommt in Deutschland auch wild vor. Sein natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich darüber hinaus über große Teile der gemäßigten und kühleren Regionen der Nordhalbkugel.

Wild wachsender Schnittlauch bevorzugt häufig Standorte, an denen eine ausreichende Wasserversorgung gewährleistet ist. Dazu gehören beispielsweise:

  • feuchte Wiesen
  • Uferbereiche
  • Bereiche entlang von Flüssen und Bächen
  • feuchte bis nasse Rasen
  • quellige Standorte
  • feuchte Bereiche in höheren Lagen

Damit unterscheidet sich die Art hinsichtlich ihrer natürlichen Standortansprüche durchaus von manchen Laucharten trockener Magerrasen oder felsiger Standorte.

Die Verbreitung innerhalb Deutschlands lässt sich auf der Karte von FloraWeb nachvollziehen.

Auch der Schutzstatus verdient Beachtung: Wild vorkommender Schnittlauch wird bundesweit auf der Vorwarnliste der Roten Liste geführt. Häufige Kultur im Garten bedeutet also nicht automatisch, dass auch seine natürlichen Bestände überall ungefährdet sind.


Verwendung und Giftigkeit

Beim Schnittlauch steht natürlich seine Verwendung als Küchenkraut im Mittelpunkt. Die hohlen, grünen Blätter besitzen den typischen milden Lauchgeschmack und werden am besten frisch verwendet.

Sie passen beispielsweise zu:

  • Kräuterquark
  • Salaten
  • Kartoffelgerichten
  • Suppen
  • Eierspeisen
  • Brotaufstrichen und Kräuterbutter

Auch die Blüten sind essbar. Die kleinen Einzelblüten lassen sich auseinanderzupfen und beispielsweise zum Garnieren von Salaten oder anderen Speisen verwenden.

Für Menschen ist Schnittlauch bei üblicher Verwendung als Lebensmittel nicht giftig.

Bei Haustieren sieht die Situation allerdings anders aus. Wie andere Vertreter der Gattung Allium sollte Schnittlauch insbesondere von Hunden und Katzen nicht gefressen werden, da Lauchgewächse für diese Tiere problematische Inhaltsstoffe enthalten können.

Neben seiner kulinarischen Nutzung besitzt Schnittlauch eine lange Tradition als Gewürz- und Nutzpflanze. Für den naturnahen Garten kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Werden nicht sämtliche Halme laufend geerntet, entwickelt die Pflanze zahlreiche Blüten und kann damit auch für Insekten interessant werden.


Schnittlauch im naturnahen Garten

Ein Schnittlauchhorst muss nicht auf den klassischen Kräutergarten beschränkt bleiben. Mit seinen aufrechten Halmen und den kugeligen Blütenständen lässt sich die Art ebenso zwischen Stauden oder in naturnah gestaltete Pflanzungen setzen.

Wer gleichzeitig ernten und die Blüten erhalten möchte, kann einfach nur einen Teil der Pflanze regelmäßig schneiden. Der Rest darf zur Blüte kommen.

Blüte

  • rosa bis violett
  • kugelige bis halbkugelige Blütenstände
  • zahlreiche kleine Einzelblüten
  • hauptsächlich Mai bis Juli
  • aufrechte Blütenstiele

Die Blütenstände sitzen deutlich oberhalb des Laubes und sind dadurch für anfliegende Insekten gut erreichbar. Nach der Blüte können sich Samen entwickeln, sofern die Blütenstände nicht vorher entfernt werden.

Standort

  • Sonne bevorzugt
  • Halbschatten gut möglich
  • lichte Standorte
  • ausreichende Bodenfeuchtigkeit günstig

Schnittlauch kann zwar auch mit weniger Licht zurechtkommen, für einen kräftigen Wuchs und eine gute Blütenbildung ist ein sonniger bis halbschattiger Platz meist die bessere Wahl.

Boden

  • humos
  • nährstoffreich
  • frisch bis feucht
  • sandig-lehmig bis lehmig
  • gerne kalkhaltig
  • ausreichend wasserdurchlässig

Anders als ausgesprochen trockenheitsliebende Kräuter benötigt Schnittlauch eine recht zuverlässige Wasserversorgung. Gerade während längerer Trockenperioden sollte der Boden nicht vollständig austrocknen.

Dauerhafte Staunässe ist dennoch ungünstig. Ein Boden, der Feuchtigkeit speichern kann und überschüssiges Wasser gleichzeitig ableitet, bietet gute Voraussetzungen.

Wuchs

  • mehrjährig
  • krautig
  • horstbildend
  • schmale, hohle Blätter
  • ungefähr 20 bis 50 cm hoch
  • etwa 20 bis 30 cm breit

Mit zunehmendem Alter können die Horste kräftiger werden. Ältere Pflanzen lassen sich teilen und auf diese Weise unkompliziert vermehren beziehungsweise verjüngen.

Verwendung

  • Kräuter- und Gemüsegarten
  • Bauerngarten
  • naturnahe Staudenbeete
  • Beet- und Wegränder
  • kleinere Wildkräuterpflanzungen
  • größere Steingartenbereiche mit ausreichender Feuchtigkeit
  • Kübel und Balkonkästen

Gerade im Nutzgarten bietet es sich an, Schnittlauch nicht ausschließlich als Erntepflanze zu betrachten. Bleiben einzelne Horste oder Teile davon ungeschnitten, entwickelt sich aus dem unscheinbaren Küchenkraut eine attraktive heimische Blütenpflanze.

Auch auf Balkon und Terrasse funktioniert die Kultur problemlos. Im Topf benötigt Schnittlauch allerdings regelmäßiger Wasser als ausgepflanzte Exemplare, da das begrenzte Substrat wesentlich schneller austrocknet.


Pflege und Rückschnitt

Schnittlauch lässt sich über viele Jahre am selben Platz kultivieren. Damit die Horste kräftig bleiben, braucht er vor allem während der Wachstumszeit ausreichend Wasser und Nährstoffe. Längere Trockenperioden quittiert die Pflanze häufig mit dünneren Halmen oder frühzeitig vergilbendem Laub.

Für eine unkomplizierte Kultur helfen einige grundlegende Maßnahmen:

  • bei Trockenheit regelmäßig gießen
  • Kübelpflanzen besonders aufmerksam mit Wasser versorgen
  • im Frühjahr etwas Kompost oder organischen Dünger einarbeiten
  • vergilbte und abgestorbene Halme entfernen
  • ältere, sehr dichte Horste gelegentlich teilen
  • einen Teil der Pflanze zur Blüte kommen lassen

Wer Schnittlauch hauptsächlich ernten möchte, schneidet die Halme regelmäßig einige Zentimeter über dem Boden ab. Für einen insektenfreundlichen Garten lohnt sich dagegen ein geteilter Umgang mit der Pflanze: Ein Teil darf blühen, während der andere weiterhin für die Küche geerntet wird.

Nach der Blüte können einzelne Blütenstände entfernt werden. Wer eine Selbstaussaat zulassen möchte, lässt einige davon bis zur Samenreife stehen.

Werden ältere Horste zunehmend dicht und lässt der Austrieb nach, können sie im Frühjahr oder Herbst ausgegraben, geteilt und anschließend neu eingepflanzt werden.


Ist Schnittlauch winterhart?

Schnittlauch ist eine ausgesprochen frostharte Staude und übersteht normale mitteleuropäische Winter ausgepflanzt ohne zusätzlichen Schutz.

Bei der Einordnung in Winterhärtezonen unterscheiden sich die Angaben verschiedener Quellen. Für Allium schoenoprasum werden je nach Herkunft und System USDA-Zone 3 beziehungsweise Zone 4 als untere Grenze genannt. Zone 3 entspricht winterlichen Minimaltemperaturen von ungefähr -40 °C, Zone 4 reicht bis etwa -34 °C. Einige mitteleuropäische Staudengärtnereien stufen Schnittlauch vorsichtiger in Zone 4 oder 5 ein.

Für den Garten ändert diese unterschiedliche Einstufung wenig: In Deutschland ist Schnittlauch im Freiland zuverlässig winterhart.

Oberirdische Pflanzenteile können im Winter teilweise oder vollständig einziehen. Das ist kein Grund zur Sorge. Im Frühjahr treibt die Pflanze aus ihren unterirdischen Überdauerungsorganen wieder aus.

Im Topf sind ein paar zusätzliche Punkte sinnvoll:

  • frostbeständiges Gefäß verwenden
  • Wasserabzug freihalten
  • Topf nicht dauerhaft vernässen lassen
  • kleinere Gefäße bei starkem Dauerfrost etwas schützen
  • an frostfreien Tagen bei Bedarf sparsam gießen

Schnittlauch muss im Kübel nicht frostfrei überwintert werden. Größere Gefäße sind dabei günstiger, weil der Wurzelbereich weniger schnell vollständig durchfriert.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Wer Schnittlauch ständig für die Küche zurückschneidet, bekommt seine zweite Seite kaum zu Gesicht. Sobald einige Horste blühen dürfen, entstehen zahlreiche kleine Einzelblüten, die zusammen die auffälligen violettrosa Blütenköpfe bilden.

Für Schnittlauch werden Nektar (3/4) und Pollen (2/4) angegeben. Damit stellt die heimische Lauchart sowohl eine ergiebige Nektarquelle als auch Pollen zur Verfügung.

An blühendem Schnittlauch können beispielsweise erscheinen:

  • verschiedene Wildbienen
  • Hummeln
  • Honigbienen
  • Schwebfliegen
  • Schmetterlinge und weitere Blütenbesucher

Die vielen Einzelblüten eines Blütenstandes ermöglichen es einem Insekt, auf engem Raum mehrere Blüten nacheinander aufzusuchen. Besonders wertvoll wird Schnittlauch im Garten, wenn nicht sämtliche Pflanzen gleichzeitig abgeerntet werden.

Anders als bei vielen beliebten Gartenstauden handelt es sich zudem um eine heimische Pflanzenart. Schnittlauch verbindet damit den Nutzen als Küchenkraut mit seiner Funktion als Bestandteil unserer heimischen Flora.

Warum Wildbienen Nektar und Pollen benötigen und welche unterschiedlichen Ansprüche sie dabei haben, erfahrt Ihr im Abschnitt Lebensweise.


Schnittlauch – kaufen

Schnittlauch gehört zu den am einfachsten erhältlichen Kräutern. Pflanzen und Saatgut werden in Gärtnereien, Gartencentern und im Saatguthandel angeboten. Selbst im Lebensmittelhandel findet man regelmäßig vorgezogene Töpfe.

Für eine dauerhafte Kultur im Garten lohnt es sich, auf kräftige, gesunde Pflanzen zu achten. Interessant sind außerdem:

  • botanische Bezeichnung Allium schoenoprasum
  • kompakter und kräftiger Austrieb
  • gesundes grünes Laub
  • ungefüllte Blüten bei blühenden Formen
  • bei Saatgut nachvollziehbare Herkunft
  • für naturnahe Pflanzungen möglichst die Art oder geeignete naturnahe Herkünfte

Neben klassischem Schnittlauch existieren verschiedene Sorten, die sich beispielsweise in Halmdicke, Wuchshöhe oder Blütenfarbe unterscheiden können.

Die Vermehrung ist auch selbst problemlos möglich. Schnittlauch lässt sich aussäen oder durch Teilung älterer Horste vermehren.

Wer Pflanzen aus fachkundiger regionaler Kultur bevorzugt, kann über die Übersicht der Staudengärtnereien nach Betrieben in der Umgebung suchen.


FAQ – Häufige Fragen zu Schnittlauch

Ist Schnittlauch in Deutschland heimisch?
Ja. Allium schoenoprasum kommt in Deutschland auch natürlich vor. Wildbestände sind allerdings wesentlich seltener als kultivierter Schnittlauch in Gärten.

Wann blüht Schnittlauch?
Die rosa bis violetten Blüten erscheinen hauptsächlich von Mai bis Juli. Der genaue Zeitraum hängt unter anderem von Standort und Witterung ab.

Kann man blühenden Schnittlauch noch essen?
Ja. Auch während der Blüte können die Halme verwendet werden. Zudem sind die einzelnen Schnittlauchblüten essbar.

Wie winterhart ist Schnittlauch?
Schnittlauch ist sehr frosthart. Je nach Quelle wird bereits USDA-Zone 3 oder 4 als untere Grenze angegeben. Für eine Freilandkultur in Deutschland reicht seine Winterhärte normalerweise problemlos aus.

Ist Schnittlauch für Wildbienen interessant?
Ja. Wenn man ihn blühen lässt, bietet er Wildbienen und anderen Blütenbesuchern Nahrung. Für die Art werden Nektar (3/4) und Pollen (2/4) angegeben.


Heimische Nutzpflanzen können Teil des Nahrungsnetzes sein

Bei Schnittlauch verschwimmt die Grenze zwischen Nutzpflanze und heimischer Wildpflanze. Wir bauen ihn wegen seines Geschmacks an, während dieselbe Art außerhalb unserer Gärten Bestandteil natürlicher Lebensräume sein kann.

Das zeigt einen wichtigen Aspekt naturnaher Gartengestaltung: Heimische Pflanzen müssen nicht ausschließlich in einer Wildblumenwiese wachsen. Auch Kräuterbeet, Gemüsegarten und Balkon können Platz für Arten unserer Flora bieten.

Davon kann die Tierwelt auf unterschiedliche Weise profitieren:

  • Blüten stellen Nektar und Pollen bereit
  • Blätter können anderen Tierarten als Nahrung dienen
  • Samen erweitern das Nahrungsangebot
  • dichte Pflanzenbestände schaffen kleinräumige Strukturen
  • heimische Arten sind Teil lange bestehender ökologischer Beziehungen

Bei Schnittlauch ist dafür nicht einmal ein zusätzliches Beet erforderlich. Häufig reicht es schon, einige Pflanzen nicht vollständig abzuernten und ihre Blütenentwicklung zuzulassen.

Gerade solche kleinen Entscheidungen können einen Nutzgarten ökologisch vielfältiger machen. Statt Küchenkräuter und Naturgarten als getrennte Bereiche zu betrachten, lassen sich beide Funktionen miteinander verbinden.

Schnittlauch liefert dafür ein besonders anschauliches Beispiel: Ein Teil landet in der Küche – ein anderer darf blühen.