⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆☆☆


Bewertung: 3,8 / 10 ⭐

 

Nektar: 0/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzen Für Dich – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

Kräuter-und-Duftpflanzen.de – LINK

Amazon – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Chelidonium majus

Pflanzenfamilie: Mohngewächse

Pflanzenart: Staude, Kraut

Verwendung: Unterpflanzung, Wildblumenwiese, Balkon- und Terrassenpflanze

Standort: Sonne, Halbschatten, Schatten

Wasserbedarf: gering, normal

max. Höhe: 60 cm

max. Breite: 60 cm

Blühfarbe: gelb

Blühzeitraum: Mai – September

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: kiesig, sandig, lehmig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalktolerant, stickstoffreich

Feuchteeigenschaften: frisch bis mäßig trocken, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, wintergrün, nicht stark giftig, windunempfindlich


Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Schöllkraut (Chelidonium majus)

 

Das Schöllkraut ist eine von mehreren hundert Pflanzen im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder.
Weitere bienenfreundliche Arten aus der Familie der Mohngewächse, wie z. B. Klatschmohn oder Hohler Lerchensporn, sind dort ebenfalls zu finden.


Alternative Namen und Namensherkunft

Die Pflanze wird regional auch Blutkraut, Warzenkraut, Schwalbenwurz oder Schellkraut genannt.
Viele dieser Namen weisen bereits auf ihre frühere Verwendung in der Volksmedizin hin.

Der wissenschaftliche Name lautet Chelidonium majus.
Die genaue Herkunft des deutschen Namens ist nicht eindeutig geklärt. Der Gattungsname Chelidonium leitet sich vermutlich vom griechischen Wort für Schwalbe ab, da die Pflanze zur Ankunft der Schwalben zu blühen beginnt.


Natürliches Vorkommen

Das Kraut ist eine heimische Art und in Mitteleuropa weit verbreitet.

Typische Standorte sind:

  • Ruderalflächen

  • Wegränder

  • Schuttplätze

  • Mauerspalten

  • nährstoffreiche Gartenbereiche

Aufgrund stabiler Bestände gilt die Art in Deutschland als nicht gefährdet.


Giftigkeit und Verwendung

Schöllkraut ist leicht giftig. Der gelb-orange Milchsaft enthält Alkaloide und sollte nicht unbedacht verwendet werden.

Traditionelle Anwendungen (nur mit Fachkenntnis):

  • Gallen- und Leberbeschwerden

  • Magen-Darm-Probleme

  • äußerliche Anwendung gegen Warzen

Für Tiere kann frisches Schöllkraut giftig sein, wird jedoch meist gemieden, da es sehr bitter schmeckt.
Eine eigenständige medizinische Anwendung wird nicht empfohlen.


Schöllkraut im naturnahen Garten

Das Mohngewächs ist eine typische Zeigerpflanze für nährstoffreiche Böden und wird deshalb in vielen Gärten gezielt entfernt.

Zu Unrecht, denn:

  • die gelben Blüten sind schlicht, aber attraktiv

  • die Pflanze ist äußerst robust

  • sie schließt ökologische Lücken an schwierigen Standorten

Bevorzugt werden:

  • Sonne bis Schatten

  • humose, nährstoff- und stickstoffreiche Böden

  • frische bis mäßig trockene Bedingungen

Wuchs:

  • bis ca. 60 cm hoch

  • bis ca. 60 cm breit


Verwendung im Garten

Die Pflanze eignet sich besonders für:

  • naturnahe Wildkräuter- und Wildblumenwiesen

  • Unterpflanzung von Gehölzen

  • halbschattige bis schattige Gartenbereiche

  • größere Kübel oder Balkonkästen

Gerade an Stellen, an denen andere Pflanzen kaum gedeihen, kann es wertvolle Struktur bieten.


Schneiden

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht zwingend erforderlich.
Vertrocknete Pflanzenteile können entfernt werden.

Wichtig für den Insektenschutz:

  • Stauden sollten möglichst über den Winter stehen gelassen werden, da sie Schutz- und Überwinterungsräume bieten.

  • Der Rückschnitt sollte erst im stabilen Frühjahr erfolgen, wenn keine längeren Frostperioden mehr zu erwarten sind.

So profitieren Insekten, ohne dass die Pflanze Schaden nimmt.


Schöllkraut – winterhart?

Das Wildkraut ist mehrjährig und in USDA-Zone 4–5 eingestuft.
Es ist damit bis etwa –30 °C winterhart.
Ein zusätzlicher Winterschutz ist nicht notwendig.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Auch wenn das Schöllkraut keinen Nektar bietet, ist es ökologisch nicht wertlos.

Es liefert:

  • Pollen (2 von 4)

Davon profitieren vor allem:

  •  Wildbienen

  • verschiedene Käfer- und Fliegenarten

Gerade in halbschattigen Lagen schließt Schöllkraut eine wichtige Versorgungslücke.


Fazit

Schöllkraut ist eine robuste, heimische Wildpflanze, die deutlich mehr kann als ihr Ruf vermuten lässt.
Sie ist pflegeleicht, standorttolerant und bietet zumindest Pollen für Insekten.

In naturnahen Gärten, unter Gehölzen oder an schwierigen Standorten ist sie eine sinnvolle Ergänzung – ökologisch wertvoller als viele exotische Zierpflanzen.


Schöllkraut – kaufen

Schöllkraut ist sowohl als Pflanze als auch als Saatgut gut erhältlich.
Bezugsquellen sind wie gewohnt im Steckbrief aufgeführt.

Der Kauf bei regionalen Gärtnereien ist empfehlenswert, da diese häufig auf unbehandelte, robuste Herkünfte achten.


Häufige Fragen (FAQ) zum Schöllkraut

Ist Schöllkraut heimisch?
Ja, es ist eine heimische Wildpflanze Mitteleuropas.

Wann blüht Schöllkraut?
Von Mai bis September.

Wie groß wird das Wildkraut?
Bis etwa 60 cm hoch und breit.

Ist Schöllkraut winterhart?
Ja, es ist bis ca. –30 °C winterhart.

Ist Schöllkraut giftig?
Ja, leicht giftig – insbesondere der Milchsaft.

Für welche Standorte eignet sich Schöllkraut?
Sonne bis Schatten; nährstoffreiche, durchlässige Böden.


Ökologische Bedeutung heimischer Pflanzen

Diese Pflanze zeigt exemplarisch, warum heimische Wildpflanzen wichtig sind:

  • Anpassung an heimische Böden und Klimabedingungen

  • Pollenquelle auch in schattigen Gartenbereichen

  • robuste Art ohne Pflegeaufwand

  • Bestandteil natürlicher Sukzessionsflächen

Gerade unscheinbare Arten tragen wesentlich zur Stabilität unserer Ökosysteme bei.