⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️☆☆
Bewertung: 8 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 2/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Pflanzmich.de – LINK
Baumschule Horstmann – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Saatgut-Dillmann – LINK
Kräuter-und-Duftpflanzen.de – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Sedum telephium oder Hylotelephium telephium
Pflanzenfamilie: Dickblattgewächse
Pflanzenart: Staude
Verwendung: Steingarten, Blumenbeete, Balkon- und Terrassenpflanze, Hangbepflanzung, Dachbegrünung
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: gering, normal, trockenheitsresistent
max. Höhe: 60 cm
max. Breite: 50 cm
Blühfarbe: rosa, rot
Blühzeitraum: August – Oktober
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, lehmig, kiesig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkarm
Feuchteeigenschaften: frisch bis trocken
weitere Eigenschaften
heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Purpur-Waldfetthenne (Sedum telephium)
Die Purpur-Waldfetthenne gehört zu den wichtigen spätblühenden Wildstauden für naturnahe Gärten. Während viele andere Pflanzen im August bereits verblüht sind, öffnet sie ihre zahlreichen purpurroten Blüten und entwickelt sich zu einem beliebten Treffpunkt für Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Dank ihrer außergewöhnlichen Trockenheitsverträglichkeit, der langen Blütezeit und ihrer unkomplizierten Pflege zählt die Purpur-Waldfetthenne zu den empfehlenswertesten Stauden für insektenfreundliche Gärten.
Im Pflanzenfinder findet Ihr bereits mehrere hundert bienenfreundliche Pflanzenarten. Wer weitere spät blühende Dickblattgewächse sucht, sollte sich außerdem die Felsen-Fetthenne oder die Buckel-Fetthenne ansehen. Beide ergänzen die Purpur-Waldfetthenne hervorragend und bieten ebenfalls einen wertvollen Beitrag für zahlreiche Bestäuber.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Neben Purpur-Waldfetthenne sind auch die Bezeichnungen Große Fetthenne oder umgangssprachlich Fette Henne weit verbreitet.
Der botanische Name lautet Sedum telephium, wobei heute häufig auch die Bezeichnung Hylotelephium telephium verwendet wird.
Der Name „Fetthenne“ bezieht sich auf die fleischigen Blätter, in denen die Pflanze Wasser speichert. Diese Anpassung macht sie besonders widerstandsfähig gegenüber Trockenheit. Der Zusatz „Purpur“ beschreibt die intensive Färbung der Blütenstände.
Natürliches Vorkommen
Die Purpur-Waldfetthenne ist in weiten Teilen Europas heimisch und kommt auch in Deutschland natürlich vor.
Typische Standorte sind:
- trockene Waldränder
- Feldraine
- Felsen
- Mauern
- Böschungen
- Magerrasen
Nach Angaben des Rote-Liste-Zentrums gilt die Art in Deutschland als nicht gefährdet.
Verwendung und Giftigkeit
Die Pflanze gilt als nicht stark giftig.
Bereits seit langer Zeit werden verschiedene Fetthennenarten in der Volksmedizin verwendet. Heute spielt jedoch vor allem ihre Bedeutung als robuste Zierpflanze eine wichtige Rolle.
Durch ihre Trockenheitsverträglichkeit eignet sie sich hervorragend für pflegeleichte Gärten sowie für extensive Dachbegrünungen.
Purpur-Waldfetthenne im Garten
Kaum eine heimische Staude verbindet Trockenheitsverträglichkeit, lange Blüte und hohen Insektenwert so gut wie die Purpur-Waldfetthenne. Gerade im Spätsommer, wenn das Blütenangebot langsam kleiner wird, entwickelt sie sich zu einem der beliebtesten Anziehungspunkte im Garten.
Blüte
Von August bis Oktober erscheinen große, tellerförmige Blütenstände in verschiedenen Rosa- bis Purpurtönen. Gerade im Herbst werden sie nahezu ununterbrochen von Wildbienen und Schmetterlingen besucht.
Standort
Ideal sind:
- sonnige Standorte
- halbschattige Plätze
Je sonniger der Standort, desto reicher fällt die Blüte aus.
Boden
Optimal sind:
- sandige Böden
- kiesige Böden
- lehmige Böden
- humusreiche Böden
Die Pflanze bevorzugt gut durchlässige Böden und verträgt auch längere Trockenphasen problemlos.
Wuchs
Die Purpur-Waldfetthenne erreicht Höhen von bis zu 60 cm und wird etwa 50 cm breit. Sie wächst horstartig und entwickelt im Laufe der Jahre attraktive, dichte Pflanzenbestände.
Verwendung
Besonders gut eignet sie sich für:
- Blumenbeete
- Steingärten
- Dachbegrünungen
- Hangbepflanzungen
- große Pflanzgefäße
- Trockenmauern
Dank ihrer ausgezeichneten Trockenheitsverträglichkeit gehört sie zu den besten Stauden für sonnige und pflegeleichte Gartenbereiche.
Pflege und Rückschnitt
Die Purpur-Waldfetthenne gehört zu den pflegeleichtesten Stauden überhaupt. Nach dem Anwachsen benötigt sie nur selten zusätzliches Wasser und kommt selbst mit längeren Trockenperioden sehr gut zurecht.
Rückschnitt
Aus Gründen des Insektenschutzes sollten die verblühten Blütenstände und abgestorbenen Triebe bis zum stabilen Frühjahr stehen bleiben. Sie dienen zahlreichen Wildbienen, Käfern und anderen Insekten als geschützter Überwinterungsplatz und bieten gleichzeitig Samen für verschiedene Vogelarten.
Erst wenn keine stärkeren Fröste mehr zu erwarten sind und der Neuaustrieb beginnt, werden die alten Triebe bodennah entfernt. So bleibt die Pflanze gesund und bietet gleichzeitig einen möglichst großen ökologischen Nutzen.
Purpur-Waldfetthenne winterhart?
Die Purpur-Waldfetthenne gehört zu den ausgesprochen winterharten Stauden und wird der USDA-Winterhärtezone 4 zugeordnet. Sie verträgt Temperaturen bis etwa -30 °C bis -35 °C und übersteht den Winter in den meisten Regionen Deutschlands problemlos.
Ein zusätzlicher Winterschutz ist daher in der Regel nicht erforderlich. Lediglich bei Kübelpflanzen empfiehlt sich ein leichter Schutz des Wurzelballens während längerer Frostperioden.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Mit einem Nektarwert von 3/4 und einem Pollenwert von 2/4 zählt die Staude zu den wichtigsten spätblühenden Nahrungspflanzen für zahlreiche Insekten. Gerade im September und Oktober, wenn viele andere Stauden bereits verblüht sind, liefert sie noch reichlich Nahrung.
Regelmäßig lassen sich auf den Blüten beobachten:
- Wildbienen
- Honigbienen
- Hummeln
- Schwebfliegen
- Schmetterlinge
- verschiedene Käferarten
Besonders wertvoll ist ihre späte Blütezeit. Sie hilft vielen Insekten dabei, vor dem Winter noch einmal ausreichend Energiereserven anzulegen. Gerade Hummeln und Schmetterlinge besuchen die Blüten oft in großer Zahl.
Welche Aufgaben Nektar und Pollen übernehmen, erfahrt Ihr ausführlich im Abschnitt Lebensweise.
Fazit
Die Purpur-Waldfetthenne gehört nicht ohne Grund zu den beliebtesten Stauden für naturnahe Gärten. Sie verbindet eine außergewöhnlich lange Blütezeit mit hoher Trockenheitsverträglichkeit, unkomplizierter Pflege und einem großen ökologischen Nutzen.
Wer seinen Garten bis in den Herbst hinein blühend gestalten und gleichzeitig Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen helfen möchte, trifft mit dieser heimischen Staude eine ausgezeichnete Wahl.
Purpur-Waldfetthenne kaufen
Die Purpur-Waldfetthenne ist im Gartenfachhandel sehr gut erhältlich. Sowohl Pflanzen als auch Samen werden von zahlreichen Staudengärtnereien und spezialisierten Anbietern angeboten.
Eine Auswahl geeigneter Bezugsquellen findet Ihr im Steckbrief.
Beim Kauf lohnt es sich, möglichst die Wildform oder naturnahe Sorten zu wählen. Sie bieten Insekten häufig einen größeren Nutzen als stark züchterisch veränderte Varianten.
FAQ
Ist die Purpur-Waldfetthenne winterhart?
Ja. Sie ist sehr frosthart und benötigt in ausgepflanztem Zustand normalerweise keinen Winterschutz.
Ist die Purpur-Waldfetthenne bienenfreundlich?
Ja. Vor allem durch ihre späte Blüte zählt sie zu den wichtigsten Nahrungspflanzen für Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge.
Kann die Purpur-Waldfetthenne Trockenheit vertragen?
Ja. Dank ihrer wasserspeichernden Blätter kommt sie auch mit längeren Trockenphasen sehr gut zurecht.
Eignet sich die Purpur-Waldfetthenne für Balkon oder Terrasse?
Ja. Sie wächst problemlos in größeren Kübeln oder Pflanzgefäßen und ist dadurch auch für Balkon und Terrasse gut geeignet.
Wann blüht die Purpur-Waldfetthenne?
Die Hauptblüte liegt zwischen August und Oktober und gehört damit zu den spätesten Blütezeiten heimischer Stauden.
Bedeutung heimischer Pflanzenarten
Die Purpur-Waldfetthenne ist eine heimische Wildpflanze und bietet zahlreichen Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen und weiteren Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. Heimische Pflanzenarten sind über viele Jahrtausende gemeinsam mit unserer Tierwelt entstanden und häufig deutlich besser an deren Bedürfnisse angepasst als exotische Zierpflanzen. Deshalb sollten sie in keinem naturnahen Garten fehlen und möglichst mit weiteren heimischen Wildstauden kombiniert werden.

















