⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆☆☆


Bewertung: 3,3 / 10 ⭐

 

Nektar: 0/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Gaißmayer – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

n.v.


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Lysimachia nummularia

Pflanzenfamilie: Primelgewächse

Pflanzenart: Staude, Blume

Verwendung: Bodendecker, Hangbepflanzung, Unterpflanzung, Balkon- und Terrassenpflanze, Blumenbeet, Uferpflanze

Standort: Sonne, Halbschatten, Schatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 10 cm

max. Breite: 25 cm

Blühfarbe: gelb

Blühzeitraum: Mai – Juli

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: sandig, lehmig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalktolerant, stickstoffreich

Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, wintergrün, nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)

 

Das Pfennigkraut ist eine heimische, niedrig kriechende Staude für frische bis nasse Gartenbereiche. Seine rundlichen Blätter bilden dichte Teppiche, zwischen denen im Frühsommer die gelben Blüten erscheinen. Im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder ist die Art ebenfalls vertreten.

Zur gleichen Gattung gehört der deutlich höher wachsende Gewöhnliche Gilbweiderich (Lysimachia vulgaris).


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Der vollständige deutsche Name lautet Pfennig-Gilbweiderich, gebräuchlich ist jedoch vor allem Pfennigkraut. Weitere Bezeichnungen sind unter anderem:

  • Münzkraut
  • Egelkraut
  • Kriechender Gilbweiderich

Der wissenschaftliche Name lautet Lysimachia nummularia. Sowohl „Pfennigkraut“ als auch der Artname nummularia beziehen sich auf die fast kreisrunden, münzähnlichen Blätter.


Natürliches Vorkommen

Das Pfennigkraut ist in Deutschland heimisch und weit verbreitet. Anders als viele niedrig wachsende Gartenstauden ist es keine Pflanze trockener Steingärten, sondern besiedelt vor allem gut mit Wasser versorgte Standorte.

Dazu gehören:

  • feuchte Wiesen und Weiden
  • Gräben
  • Bach- und Gewässerufer
  • Auenbereiche
  • feuchte Waldwege und Säume
  • andere zeitweise nasse Offenstellen

Die Art bevorzugt nährstoffreiche Böden und kann auch mit zeitweiliger Überflutung zurechtkommen.

Die Verbreitung in Deutschland zeigt FloraWeb. Nach der bundesweiten Roten Liste ist das Pfennigkraut nicht gefährdet.


Verwendung und Giftigkeit

Das Pfennigkraut gilt nicht als stark giftig. In älteren beziehungsweise wildpflanzenkundlichen Quellen finden sich Angaben zur Nutzung junger Pflanzenteile sowie zur früheren Verwendung als Heilpflanze.

Eine relevante Rolle als heutige Nahrungs- oder Heilpflanze besitzt Lysimachia nummularia jedoch nicht. Auf konkrete Heilversprechen oder eine allgemeine Empfehlung zum Verzehr würde ich deshalb verzichten.

Interessanter ist die Art als heimische Pflanze feuchter Standorte und als Bestandteil entsprechender Pflanzengesellschaften.


Pfennigkraut im naturnahen Garten

Das Pfennigkraut wächst nicht in die Höhe, sondern in die Fläche. Seine langen Triebe liegen dem Boden auf und können an den Knoten neue Wurzeln bilden. Dadurch entstehen mit der Zeit zusammenhängende Bestände.

Blüte

  • leuchtend gelb
  • fünf Kronblätter
  • einzeln in den Blattachseln
  • meist Mai bis Juli

Die Blüten sitzen nur wenig über dem niedrigen Laub und verleihen den Teppichen im Frühsommer ihre auffällige gelbe Färbung.

Standort

  • sonnig bis halbschattig
  • auch lichte Schattenbereiche
  • bevorzugt gut mit Wasser versorgt

Mit zunehmender Sonneneinstrahlung steigt der Wasserbedarf. Auf dauerhaft frischen bis feuchten Böden kommt die Art auch mit sonnigen Plätzen zurecht.

Boden

  • frisch bis feucht
  • zeitweise nass
  • humos bis lehmig
  • nährstoffreich
  • kalktolerant

Die frühere Aussage, dass Staunässe grundsätzlich nicht vertragen werde, passt nicht zu den natürlichen Standorten. Pfennigkraut kann zeitweilig sehr nasse Verhältnisse und Überflutung verkraften.

Wuchs

  • ausdauernde Kriechstaude
  • nur etwa 5 bis 10 cm hoch
  • lange, niederliegende Triebe
  • Bewurzelung an den Knoten
  • teppichbildend
  • Laub je nach Witterung teilweise wintergrün

Eine feste maximale Breite von 25 cm ist wenig sinnvoll. Die Triebe können sich weiter ausbreiten und geeignete Flächen nach und nach besiedeln.

Verwendung

  • Teich- und Bachränder
  • feuchte Beetränder
  • Unterpflanzungen
  • Graben- und Uferbereiche
  • feuchte Gehölzränder
  • größere Kübel und Balkonkästen
  • naturnahe feuchte Flächen

An geeigneten Stellen eignet sich Pfennigkraut gut als niedrige Begleitpflanze. Seine Ausbreitung sollte allerdings berücksichtigt werden, damit kleine oder konkurrenzschwache Nachbarpflanzen nicht überwachsen werden.

Im Kübel kann die Staude über den Gefäßrand hängen. Dort trocknet das Substrat jedoch wesentlich schneller aus als im Gartenboden, sodass eine gleichmäßige Wasserversorgung wichtiger wird.


Pflege und Rückschnitt

Pfennigkraut braucht vor allem ausreichend Feuchtigkeit. Hat es sich etabliert, richtet sich die Pflege eher darauf, seine Ausbreitung im gewünschten Bereich zu halten.

  • bei Trockenheit rechtzeitig wässern
  • zusätzliche Düngung meist nicht erforderlich
  • zu weit kriechende Triebe einfach zurücknehmen
  • bei Bedarf Teilstücke abstechen und entfernen
  • abgestorbene Pflanzenteile im Frühjahr ausputzen

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht nötig. Durch die Bewurzelung der niederliegenden Triebe regeneriert sich die Pflanze schnell und lässt sich bei Bedarf unkompliziert begrenzen.


Ist Pfennigkraut winterhart?

Pfennigkraut ist gut winterhart. Als konservative Orientierung eignet sich USDA-Zone 4 bis 8. Die untere Zone entspricht winterlichen Minimaltemperaturen von ungefähr −34 bis −29 °C.

Im Garten ist daher normalerweise kein Winterschutz erforderlich. Das Laub kann in milden Wintern teilweise grün bleiben, bei stärkerem Frost jedoch zurückgehen.

Bei Pflanzen im Kübel ist weniger die Art selbst als der durchfrierende Wurzelballen zu beachten. Ein größeres Gefäß ist hier günstiger als ein kleiner Balkonkasten.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Beim Pfennigkraut lohnt ein genauerer Blick auf das Blütenangebot. Für die Art werden Nektar (0/4) und Pollen (2/4) angegeben. Klassischer Nektar spielt damit als Nahrungsquelle keine Rolle.

Eine Besonderheit der Gattung Lysimachia ist die Beziehung zu Schenkelbienen der Gattung Macropis. Diese sammeln an Gilbweiderich-Arten neben Pollen auch Blütenöl, das unter anderem beim Nestbau beziehungsweise für die Brutzellen eine wichtige Rolle spielt.

Damit lässt sich der ökologische Wert des Pfennigkrauts nicht allein über eine Nektarbewertung erfassen. Gerade solche spezialisierten Beziehungen machen heimische Wildpflanzen interessant.

Mehr zur Ernährung und Lebensweise von Wildbienen findet Ihr im entsprechenden Bereich.


Pfennigkraut – kaufen

Pfennigkraut ist als Topfpflanze gut erhältlich. Angeboten wird neben der grünen Wildform häufig die gelblaubige Sorte ‚Aurea‘.

Für einen naturnahen Garten ist die heimische Wildform Lysimachia nummularia die naheliegende Wahl. Beim Kauf sollte außerdem bedacht werden, dass aus wenigen Pflanzen durch die kriechenden Triebe vergleichsweise schnell größere Bestände entstehen können.

Eine große Stückzahl ist deshalb meist nicht notwendig. Regionale Bezugsquellen findet Ihr über die Übersicht der Staudengärtnereien.


FAQ – Häufige Fragen zum Pfennigkraut

Ist Pfennigkraut heimisch?
Ja. Lysimachia nummularia gehört zur heimischen Flora und ist in Deutschland nicht gefährdet.

Kann Pfennigkraut im Schatten wachsen?
Ja. Die Staude kommt mit halbschattigen und lichten schattigen Bereichen zurecht. Bei ausreichender Bodenfeuchte wächst sie auch sonnig.

Verträgt die Pflanze nasse Böden?
Ja. Feuchte bis zeitweise nasse Standorte entsprechen ihren natürlichen Lebensräumen.

Ist Pfennigkraut winterhart?
Ja. Als Orientierung kann USDA-Zone 4 bis 8 verwendet werden. Ein Winterschutz ist im Beet gewöhnlich nicht erforderlich.

Was bietet Pfennigkraut Wildbienen?
Für die Art werden Nektar (0/4) und Pollen (2/4) angegeben. Besonders interessant ist außerdem die Verbindung von Gilbweiderich-Arten zu öl sammelnden Schenkelbienen.


Heimische Pflanzen ermöglichen Spezialisierung

Nicht jede ökologisch wertvolle Pflanze muss besonders viel Nektar produzieren. Das Pfennigkraut zeigt, warum eine reine Betrachtung von Nektar- und Pollenmengen zu kurz greifen kann.

Manche heimischen Insekten haben sich auf ganz bestimmte Pflanzen oder besondere Angebote wie Blütenöle spezialisiert. Fehlen die entsprechenden Pflanzen, lässt sich diese Lücke nicht ohne Weiteres durch eine beliebige nektarreiche Gartenstaude schließen.

Eine vielfältige Auswahl heimischer Arten schafft deshalb mehr als möglichst viele Blüten. Sie erhält unterschiedliche Nahrungsquellen und Pflanzen-Insekten-Beziehungen – und damit auch Lebensmöglichkeiten für stärker spezialisierte Arten.