⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆
Bewertung: 6,4 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 1/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Jelitto – LINK
Templiner Kräutergarten – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Anchusa azurea
Pflanzenfamilie: Raublattgewächse
Pflanzenart: Staude, Blume
Verwendung: Blumenbeete, Balkon- und Terrassenpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: gering, normal
max. Höhe: 130 cm
max. Breite: 60 cm
Blühfarbe: blau, violett
Blühzeitraum: Juni, Juli
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, kiesig, steinig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig
Feuchteeigenschaften: trocken bis frisch, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Große Ochsenzunge (Anchusa azurea)
Die Große Ochsenzunge (Anchusa azurea) fällt mit ihren intensiv blau bis violett gefärbten Blüten schon von Weitem auf. Die stattliche Staude stammt allerdings nicht aus Deutschland, sondern hat ihren natürlichen Verbreitungsschwerpunkt vor allem im Mittelmeerraum und angrenzenden Gebieten.
Wer weitere Pflanzen aus der Familie der Raublattgewächse kennenlernen möchte, findet im Pflanzenfinder von bienennutzgarten.de beispielsweise die heimische Gewöhnliche Ochsenzunge, den Gewöhnlichen Natternkopf oder das Gefleckte Lungenkraut.
Alternative Namen und Namensherkunft
Eine geläufige alternative Bezeichnung ist Italienische Ochsenzunge. Der botanische Name der Pflanze lautet Anchusa azurea.
Die etwas ungewöhnliche Bezeichnung „Ochsenzunge“ bezieht sich auf die länglichen und deutlich rau behaarten Blätter. Ihre Oberfläche soll an die raue Zunge eines Rindes erinnern.
Auch der Artname azurea passt hervorragend zum Erscheinungsbild: Er verweist auf die auffällige blaue Färbung der Blüten.
Natürliches Vorkommen
Die Große Ochsenzunge ist keine in Deutschland heimische Wildpflanze. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet erstreckt sich vor allem über den Mittelmeerraum und Teile Westasiens.
Typische Standorte sind unter anderem:
- trockene Wiesen und Grasfluren
- Wegränder
- Böschungen
- sonnige Ruderalflächen
- offene, steinige Standorte
In Deutschland wird die Art hauptsächlich als Zierpflanze kultiviert. Gelegentlich kann sie aus Gärten verwildern und außerhalb von Kulturflächen auftreten.
Giftigkeit und Verwendung
Die Große Ochsenzunge enthält wie verschiedene andere Vertreter der Raublattgewächse Pyrrolizidinalkaloide. Von einer Verwendung der Pflanze als Lebensmittel oder für selbst hergestellte Heilmittel ist daher abzuraten.
Im Gegensatz zu einigen historisch verwendeten Verwandten spielt Anchusa azurea heute vor allem als Zierstaude eine Rolle. Besonders geschätzt wird sie wegen ihrer intensiv gefärbten Blüten.
Große Ochsenzunge im naturnahen Garten
Mit ihren kräftig blau bis violett leuchtenden Blüten bringt die Große Ochsenzunge eine außergewöhnliche Farbe in sommerliche Pflanzungen. Durch ihren hohen, aufrechten Wuchs eignet sie sich insbesondere dort, wo zwischen niedrigeren Stauden bewusst vertikale Akzente gesetzt werden sollen.
Blüte
- Blütezeit: Juni bis Juli
- zahlreiche Einzelblüten
- fünf miteinander verwachsene Kronblätter
- Blüten in verzweigten Blütenständen
Charakteristisch ist die intensive Blütenfarbe, die sich deutlich vom rau behaarten, graugrünen Laub abhebt. Unter günstigen Bedingungen kann sich die Blüte über einen längeren Zeitraum erstrecken.
Standort
- Sonne bevorzugt
- Halbschatten wird toleriert
- warme, möglichst geschützte Lage
An einem vollsonnigen Standort entwickelt sich die Staude besonders kräftig und blütenreich.
Boden
- sandig
- kiesig bis steinig
- humos
- kalkhaltig
- mäßig nährstoffreich bis nährstoffreich
- trocken bis frisch
- gut wasserdurchlässig
Entscheidend ist eine gute Drainage. Vor allem winterliche Staunässe kann der Pflanze stärker zusetzen als vorübergehende Trockenheit.
Wuchs
- aufrecht und kräftig
- Höhe: bis etwa 130 cm
- Breite: bis etwa 60 cm
- mehrjährige Staude
- rau behaarte Blätter und Stängel
An nährstoffreichen Standorten können die hohen Blütentriebe bei Wind oder starkem Regen auseinanderfallen. Eine Stütze kann deshalb bei großen Exemplaren sinnvoll sein.
Verwendung
- Staudenbeet
- sonnige Rabatten
- naturnahe Pflanzungen
- größere Wildstaudenpflanzungen
- großer Kübel
Für Balkon und Terrasse kommt die Große Ochsenzunge grundsätzlich ebenfalls infrage. Wegen ihrer beträchtlichen Wuchshöhe sollte allerdings ein großer, standfester Kübel verwendet werden. Für kleine Balkonkästen ist sie dagegen ungeeignet.
Pflege und Rückschnitt
Die Große Ochsenzunge benötigt an einem geeigneten Standort nur wenig Pflege. Eingewachsene Pflanzen kommen mit vorübergehender Trockenheit gut zurecht. Dauerhaft nasse Erde sollte insbesondere während der kalten Jahreszeit vermieden werden.
Nach der ersten Blüte kann ein Rückschnitt der verblühten Triebe einen erneuten Austrieb und unter günstigen Bedingungen eine Nachblüte fördern.
Da die Große Ochsenzunge in unseren Breiten eher kurzlebig ist, empfiehlt es sich, einige Samenstände ausreifen zu lassen, damit sie sich im Garten durch Selbstaussaat erhält.
Wer den Garten möglichst insektenfreundlich pflegen möchte, kann einen Teil der übrigen Stängel über Herbst und Winter stehen lassen. Abgestorbene Pflanzenstrukturen bieten verschiedenen Insekten Rückzugsmöglichkeiten. Der endgültige Rückschnitt erfolgt dann erst im stabilen Frühjahr, wenn die Überwinterungszeit weitgehend vorüber ist.
Ist die Große Ochsenzunge winterhart?
Die Große Ochsenzunge wird je nach Quelle unterschiedlichen USDA-Winterhärtezonen zugeordnet. Häufig finden sich Einstufungen im Bereich der USDA-Zonen 5 bis 8. Bei einer Einordnung in Zone 5 liegt die untere Temperaturgrenze ungefähr bei -25 °C bis -30 °C.
Für die Überwinterung ist allerdings nicht allein die Tiefsttemperatur entscheidend. Problematisch kann insbesondere ein dauerhaft nasser Boden während der kalten Jahreszeit werden. Ein gut durchlässiges Substrat verbessert deshalb die Chancen auf eine problemlose Überwinterung erheblich.
In rauen Regionen und bei jungen Pflanzen kann eine leichte Abdeckung mit Laub oder Reisig sinnvoll sein. Exemplare im Kübel benötigen einen stärkeren Schutz, da der Wurzelballen deutlich schneller durchfriert als im Gartenboden.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Mit einem Nektarwert von 3/4 und einem Pollenwert von 1/4 liegt die Stärke der Pflanze eindeutig beim Nektarangebot. Während der sommerlichen Blüte werden ihre blau-violetten Blüten von unterschiedlichen Bestäubern besucht.
Zu den Blütenbesuchern gehören unter anderem:
- Hummeln
- verschiedene Wildbienen
- Honigbienen
- Schwebfliegen
- weitere blütenbesuchende Insekten
Durch die Blütenform gelangen insbesondere Insekten mit einem ausreichend langen Rüssel gut an den angebotenen Nektar.
Wer genauer wissen möchte, welche Bedeutung Nektar und Pollen für die Ernährung und Entwicklung von Wildbienen haben, findet weitere Informationen im Abschnitt Lebensweise.
Fazit
Die Große Ochsenzunge ist eine auffällige Staude für sonnige und warme Gartenbereiche. Besonders ihre intensiv blau-violetten Blüten, die stattliche Wuchshöhe und das gute Nektarangebot machen sie für naturnahe Pflanzungen interessant.
Da die Art bei uns nicht heimisch ist, sollte sie im Naturgarten allerdings eher eine Ergänzung darstellen. Heimische Wildpflanzen sollten weiterhin den Schwerpunkt der Bepflanzung bilden.
Große Ochsenzunge kaufen
Pflanzen und Saatgut der Großen Ochsenzunge sind im spezialisierten Pflanzenhandel erhältlich. Aufgrund ihrer auffälligen Blüten wird sie insbesondere als Zierstaude angeboten.
Eine Auswahl an Bezugsquellen für Pflanzen und Samen findet Ihr bereits am Anfang des Steckbriefs.
FAQ – Häufige Fragen
Ist die Große Ochsenzunge winterhart?
Ja, die mehrjährige Staude gilt als winterhart. Je nach Quelle unterscheiden sich die Angaben zur genauen USDA-Zone allerdings. Ein durchlässiger Boden ohne winterliche Staunässe ist für eine erfolgreiche Überwinterung besonders wichtig.
Welchen Standort bevorzugt Anchusa azurea?
Optimal ist ein warmer und sonniger Platz. Halbschatten wird toleriert, an einem sonnigen Standort entwickelt sich die Pflanze jedoch meist kräftiger und blütenreicher.
Ist die Große Ochsenzunge bienenfreundlich?
Ja. Mit einem Nektarwert von 3/4 bietet sie insbesondere Hummeln, Wildbienen und Honigbienen während ihrer sommerlichen Blüte Nahrung.
Kann Anchusa azurea im Kübel gehalten werden?
Ja, allerdings sollte aufgrund der möglichen Wuchshöhe von mehr als einem Meter ein ausreichend großer und standfester Kübel gewählt werden. Wichtig sind außerdem Abzugslöcher und eine gute Drainage.
Ist die Pflanze in Deutschland heimisch?
Nein. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt vor allem im Mittelmeerraum und erstreckt sich bis in Teile Westasiens. In Deutschland tritt sie hauptsächlich als Kulturpflanze und gelegentlich verwildert auf.
Heimische Wildpflanzen als Grundlage des Naturgartens
Nicht heimische Pflanzen können durchaus Nektar und Pollen für verschiedene Insekten bereitstellen. Für einen ökologisch wertvollen Garten sollten heimische Wildpflanzen dennoch den Schwerpunkt bilden, da zahlreiche heimische Tierarten besonders eng an unsere ursprüngliche Pflanzenwelt angepasst sind.
Eine passende heimische Alternative ist beispielsweise die Gewöhnliche Ochsenzunge (Anchusa officinalis). Durch die Kombination verschiedener heimischer Wildstauden entstehen über die gesamte Gartensaison hinweg vielfältige Nahrungsangebote und Lebensräume.














