⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆☆☆
Bewertung: 3,8 / 10 ⭐
Nektar: 2/4
Pollen: 2/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Exoticsamen – LINK
Amazon – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Pyracantha coccinea
Pflanzenfamilie: Rosengewächse
Pflanzenart: Strauch
Verwendung: Heckenpflanze, Hangbepflanzung, Einzelstellung
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: gering, normal
max. Höhe: 4 m
max. Breite: 4 m
Blühfarbe: weiß
Blühzeitraum: Mai, Juni
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: kiesig, sandig, lehmig, tonig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: mäßig nährstoffreich, kalktolerant
Feuchteeigenschaften: frisch bis trocken, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea)
Der Mittelmeer-Feuerdorn (Pyracantha coccinea) fällt im Jahresverlauf gleich mehrfach auf. Im Frühsommer trägt der dicht verzweigte Strauch zahlreiche weiße Blüten, während später die leuchtend orangefarbenen bis roten Früchte das Erscheinungsbild bestimmen.
Neben seinem Zierwert bietet das Gehölz auch verschiedenen Tieren Nahrung und geschützte Strukturen. Weitere interessante Rosengewächse, beispielsweise Weißdorn, Schlehe oder Wildrosen, findet Ihr ebenfalls in unserem Pflanzenfinder.
Alternative Namen und Namensherkunft
Der Mittelmeer-Feuerdorn wird auch Scharlachroter Feuerdorn oder Europäischer Feuerdorn genannt. Daneben sind Bezeichnungen wie Feuerstrauch oder Feuriger Busch zu finden.
Der wissenschaftliche Name lautet Pyracantha coccinea.
Der Gattungsname Pyracantha setzt sich aus griechischen Begriffen für „Feuer“ und „Dorn“ zusammen. Damit werden gleich zwei besonders auffällige Eigenschaften des Strauches beschrieben.
Das „Feuer“ bezieht sich auf die kräftig gefärbten Früchte, während die langen Dornen an den Zweigen den zweiten Teil des Namens erklären. Auch coccinea nimmt Bezug auf die Fruchtfarbe und bedeutet sinngemäß „scharlachrot“.
Natürliches Vorkommen
Seine ursprüngliche Heimat liegt vor allem in Südosteuropa, Italien, Kleinasien und angrenzenden Gebieten Westasiens. In Deutschland ist der Mittelmeer-Feuerdorn dagegen nicht heimisch.
Hierzulande wird er bereits seit langer Zeit als Ziergehölz kultiviert. Aus Gärten und anderen Pflanzungen kann es gelegentlich zu Verwilderungen kommen, weshalb inzwischen auch einzelne Vorkommen außerhalb angelegter Bestände anzutreffen sind.
In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet besiedelt der Strauch unter anderem lichte Gebüsche, Waldränder sowie steinige und felsige Standorte.
Verwendung und Giftigkeit
Die auffälligen Früchte des Feuerdorns sind nicht für den rohen Verzehr in größeren Mengen geeignet. Insbesondere die Samen enthalten cyanogene Glycoside. Gerade bei kleinen Kindern ist aufgrund der verlockend aussehenden roten oder orangefarbenen Früchte deshalb Vorsicht angebracht.
Teilweise werden die Früchte nach entsprechender Verarbeitung für Gelee oder Marmelade verwendet. Als gewöhnliches Obstgehölz spielt Pyracantha coccinea allerdings keine nennenswerte Rolle.
Seine hauptsächliche Bedeutung liegt daher als Ziergehölz.
Mittelmeer-Feuerdorn im naturnahen Garten
Dunkelgrünes Laub, eine üppige weiße Blüte und später leuchtende Früchte sorgen dafür, dass der Mittelmeer-Feuerdorn über viele Monate etwas zu bieten hat. Hinzu kommt sein dichter und dorniger Wuchs, durch den im Inneren des Strauches geschützte Bereiche entstehen.
Blüte
- Blütezeit: Mai bis Juni
- kleine, weiße Einzelblüten
- fünfzähliger Blütenaufbau
- zahlreiche Staubblätter
- dichte, schirmartige Blütenstände
- aus den befruchteten Blüten entwickeln sich später die Früchte
Die einzelnen Blüten sind zwar relativ klein, erscheinen jedoch in großer Zahl. Zur Hauptblüte können dadurch ganze Zweigpartien von weißen Blütenständen bedeckt sein. Besonders auffällig ist der Kontrast zum dunkelgrünen, glänzenden Laub.
Standort
- Sonne
- Halbschatten
Für eine üppige Blüte und einen guten Fruchtansatz sind sonnige Plätze besonders günstig. Der Strauch kommt jedoch auch mit Halbschatten zurecht und zeigt sich insgesamt recht anpassungsfähig.
Boden
- kiesig
- sandig
- lehmig
- tonig
- humusreich
- mäßig nährstoffreich
- kalktolerant
- frisch bis trocken
- wasserdurchlässig
Beim Boden ist der Mittelmeer-Feuerdorn vergleichsweise anspruchslos. Wichtig ist vor allem eine ausreichende Durchlässigkeit, da dauerhaft vernässte Standorte ungünstig sind. Gut eingewachsene Pflanzen kommen dagegen auch mit zeitweiliger Trockenheit zurecht.
Wuchs
- dicht verzweigter Strauch
- aufrechter bis breitbuschiger Wuchs
- Höhe: bis etwa 4 m
- Breite: bis etwa 4 m
- kräftige Dornen
- immergrün bis wintergrün
- gut schnittverträglich
Ohne begrenzenden Schnitt entwickelt sich mit den Jahren ein stattliches und sehr dichtes Gehölz. Entsprechend sollte bereits bei der Pflanzung ausreichend Platz eingeplant werden.
Verwendung
- Heckenpflanze
- Einzelstellung
- Hangbepflanzung
- Grundstücksbegrenzung
Besonders gut eignet sich der Feuerdorn für dichte Hecken. Die starke Verzweigung und seine Dornen sorgen mit zunehmendem Alter für eine nur schwer durchdringbare Struktur. In Einzelstellung kommt vor allem der spätere Fruchtschmuck gut zur Geltung.
Für Balkon und Terrasse ist die Art aufgrund ihrer möglichen Größe nur eingeschränkt interessant. Kompaktere Sorten können zwar in großen Kübeln kultiviert werden, langfristig ist ein Platz im Garten meist besser geeignet.
Pflege und Rückschnitt
Nach dem Anwachsen benötigt der Mittelmeer-Feuerdorn nur wenig Pflege. Junge Pflanzen sollten bei längerer Trockenheit zusätzlich gegossen werden, ältere Exemplare kommen mit trockeneren Phasen meist deutlich besser zurecht.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist bei frei wachsenden Sträuchern nicht erforderlich. Hecken oder zu groß gewordene Exemplare lassen sich aufgrund der guten Schnittverträglichkeit dagegen problemlos in Form halten. Wer Wert auf einen üppigen Fruchtschmuck legt, sollte allerdings nicht unnötig stark schneiden, da dabei auch Blütenansätze entfernt werden.
Für stärkere Rückschnitte ist außerdem § 39 Bundesnaturschutzgesetz zu beachten. Hecken, Gebüsche und andere Gehölze dürfen vom 1. März bis zum 30. September grundsätzlich nicht stark zurückgeschnitten oder auf den Stock gesetzt werden. Schonende Form- und Pflegeschnitte sind möglich, sofern dabei unter anderem brütende Vögel nicht beeinträchtigt werden.
Ist der Mittelmeer-Feuerdorn winterhart?
Der Mittelmeer-Feuerdorn wird meist der USDA-Winterhärtezone 6 zugeordnet und verträgt damit je nach Einordnung Temperaturen von ungefähr -20 bis -25 °C.
Gut eingewachsene Exemplare benötigen unter normalen mitteleuropäischen Bedingungen daher in der Regel keinen zusätzlichen Winterschutz. Bei jungen Pflanzen kann es in den ersten Standjahren sinnvoll sein, den Wurzelbereich bei starken Kahlfrösten mit Laub oder Reisig zu schützen.
Da das Gehölz immergrün bis wintergrün ist, verdunstet es auch während des Winters Wasser. Bei länger anhaltender Trockenheit sollte deshalb an frostfreien Tagen gelegentlich gegossen werden.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Mit einem Nektarwert von 2/4 und einem Pollenwert von 2/4 bietet der Mittelmeer-Feuerdorn während seiner Blüte ein solides Nahrungsangebot.
Die zahlreichen kleinen und gut zugänglichen Blüten werden unter anderem besucht von:
- Wildbienen
- Honigbienen
- Hummeln
- Schwebfliegen
- Fliegen
- Käfern
Gerade die Menge macht hier einen Unterschied. Während der Hauptblüte im Mai und Juni öffnen sich an einem größeren Strauch sehr viele Einzelblüten gleichzeitig und stellen entsprechend Nektar und Pollen bereit.
Mit dem Verblühen endet der ökologische Wert des Gehölzes allerdings nicht. Die dichte, dornige Struktur kann Vögeln einen geschützten Rückzugs- und Nistplatz bieten. Im weiteren Jahresverlauf kommen die auffälligen Früchte hinzu, die von verschiedenen Vogelarten als Nahrung angenommen werden.
Welche Rolle Nektar und Pollen bei der Ernährung und Entwicklung von Wildbienen spielen, könnt Ihr in unserem Bereich Lebensweise genauer nachlesen.
Fazit
Weiße Blüten im Frühsommer, auffälliger Fruchtschmuck ab dem Spätsommer und ein dichter Wuchs machen Pyracantha coccinea zu einem vielseitigen Gartengehölz. Gleichzeitig kommt der Strauch mit unterschiedlichen Böden zurecht und verträgt nach dem Einwachsen auch trockenere Phasen.
Für einen naturnahen Garten sind vor allem die Blüten sowie die dichte Struktur und die späteren Früchte interessant. Aufgrund der möglichen Größe und der kräftigen Dornen sollte sein Standort allerdings mit etwas Bedacht gewählt werden.
Mittelmeer-Feuerdorn kaufen
Der Mittelmeer-Feuerdorn ist als Ziergehölz recht gut erhältlich. Vor allem Pflanzen werden von zahlreichen Baumschulen und Online-Pflanzenhändlern angeboten. Eine Vermehrung über Samen ist ebenfalls möglich, benötigt jedoch wesentlich mehr Zeit.
Einige Bezugsquellen für Pflanzen und Samen findet Ihr bereits am Anfang des Steckbriefs.
Beim Kauf lohnt sich ein genauer Blick auf die angebotene Art beziehungsweise Sorte. Feuerdorn ist in verschiedenen Wuchsformen und mit unterschiedlichen Fruchtfarben erhältlich, sodass nicht jedes Angebot zwangsläufig Pyracantha coccinea entspricht.
FAQ – häufige Fragen zum Mittelmeer-Feuerdorn
Ist der Mittelmeer-Feuerdorn bienenfreundlich?
Ja. Seine zahlreichen weißen Blüten bieten im Mai und Juni reichlich Nektar und Pollen für Bienen, Hummeln und Schwebfliegen.
Wie groß kann Pyracantha coccinea werden?
Der Strauch erreicht ungeschnitten eine Höhe und Breite von bis zu 4 Metern. Durch regelmäßigen Schnitt lässt er sich jedoch deutlich kleiner halten.
Ist Feuerdorn immergrün?
Ja, das Gehölz behält sein Laub meist auch im Winter. Nur bei sehr extremem Frost kann es stellenweise zu Blattverlusten kommen.
Wann erscheinen die Früchte?
Die leuchtend orange-roten Früchte reifen ab dem Spätsommer aus und bleiben oft bis weit in den Winter hinein am Strauch.
Wann darf man den Strauch schneiden?
Leichte Formschnitte sind ganzjährig möglich. Starke Rückschnitte sind wegen des Vogelschutzes (§ 39 BNatSchG) nur zwischen Oktober und Februar erlaubt.
Heimische Wildgehölze als Grundlage im Naturgarten
Auch wenn der Mittelmeer-Feuerdorn verschiedenen Insekten Nahrung bietet und für Vögel interessant sein kann, gehört er nicht zu unseren heimischen Wildgehölzen.
Wer möglichst viele heimische Tierarten unterstützen möchte, sollte daher zusätzlich auf einheimische Sträucher setzen. Weißdorn, Schlehe, Wildrosen oder beispielsweise der Gemeine Schneeball bieten nicht nur Blüten und Früchte, sondern sind teilweise auch wichtige Nahrungspflanzen für spezialisierte Insekten und deren Larven.
Nicht heimische Gehölze können einen vielfältigen Garten durchaus ergänzen. Die ökologische Basis sollten jedoch möglichst heimische Wildpflanzen bilden, da zahlreiche Tierarten im Laufe ihrer Entwicklung enge Beziehungen zu ihnen aufgebaut haben.














