⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆
Bewertung: 7,7 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 2/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Die Staudengärtnerei – LINK
Stauden-Spatz – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Saatgut-Shop – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Allium angulosum
Pflanzenfamilie: Amaryllisgewächse
Pflanzenart: Staude
Verwendung: Blumenbeet, Uferpflanze, Balkon- und Terrassenpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: normal, hoch
max. Höhe: 40 cm
max. Breite: 40 cm
Blühfarbe: rosa, violett
Blühzeitraum: Juni – August
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: mäßig nährstoffreich, kalktolerant, stickstoffarm
Feuchteeigenschaften: mäßig trocken bis feucht, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart (bedingt), nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Kantiger Lauch (Allium angulosum)
Kantiger Lauch (Allium angulosum) ist eine heimische, mehrjährige Wildpflanze mit zarten rosavioletten Blüten. Mit seiner filigranen Erscheinung eignet er sich für naturnahe Gartenpflanzungen und ergänzt das sommerliche Blütenangebot.
Weitere Pflanzen für einen bienenfreundlichen Garten findet Ihr in unserem Pflanzenfinder. Auch der Schnittlauch (Allium schoenoprasum) gehört zu den heimischen Laucharten.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Der Kantige Lauch wird auch Kanten-Lauch oder Scharfkantiger Lauch genannt.
Sein wissenschaftlicher Name lautet Allium angulosum. Das lateinische angulosum bedeutet „kantig“ und bezieht sich auf den charakteristischen Blütenstängel, der insbesondere im oberen Bereich deutliche Kanten besitzt.
Der Gattungsname Allium ist die lateinische Bezeichnung für Lauch beziehungsweise Knoblauch.
Botanisch gehört die Pflanze zur Familie der Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae).
Natürliches Vorkommen
Der Kantige Lauch ist in Teilen Mittel- und Südeuropas sowie in gemäßigten Regionen Asiens natürlich verbreitet. In Deutschland gehört er zur heimischen Flora, kommt jedoch nur regional vor.
Seine natürlichen Lebensräume sind insbesondere:
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extensiv genutzte Feucht- und Nasswiesen
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wechselfeuchte Auenwiesen
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Pfeifengraswiesen
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Flussufer und offene Ufersäume
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lichte Bereiche von Niedermooren
Die Art ist an Standorte angepasst, deren Wasserhaushalt sich im Jahresverlauf verändert. Zeitweise Überflutungen und sommerliche Trockenphasen können daher Teil ihrer natürlichen Lebensbedingungen sein.
Eine Übersicht der deutschen Vorkommen bietet FloraWeb – Kantiger Lauch.
In der bundesweiten Roten Liste der Farn- und Blütenpflanzen wird der Kantige Lauch als gefährdet (Kategorie 3) geführt. Zu den Ursachen des Rückgangs gehören insbesondere die Entwässerung von Feuchtgebieten und Veränderungen der traditionellen Wiesennutzung.
Weitere Informationen zum Gefährdungsstatus findet Ihr beim Rote-Liste-Zentrum – Allium angulosum.
Verwendung und Giftigkeit
Der Kantige Lauch wird hauptsächlich als Zier- und Wildstaude kultiviert.
Wie andere Laucharten enthält er schwefelhaltige Verbindungen, die für den typischen Lauchgeruch verantwortlich sind. Blätter und Blüten werden in verschiedenen Pflanzenbeschreibungen als essbar bezeichnet und gelegentlich zum Würzen verwendet.
Wer die Pflanze kulinarisch nutzen möchte, sollte auf eine sichere Bestimmung und unbehandelte Pflanzen aus gärtnerischer Kultur achten. Eine Entnahme aus natürlichen Beständen ist angesichts der Gefährdung der Art nicht zu empfehlen.
Für Hunde und Katzen können Lauchgewächse giftig sein. Haustiere sollten deshalb keine Pflanzenteile fressen.
Eine besondere medizinische Verwendung des Kantigen Lauchs ist nicht ausreichend belegt.
Kantiger Lauch im naturnahen Garten
Der Kantige Lauch lässt sich gut in kleinere Wildstaudenpflanzungen integrieren. Durch seine geringe Größe kann er auch dort eingesetzt werden, wo für größere Zierlaucharten wenig Platz vorhanden ist.
Blüte
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rosaviolett bis hellpurpurfarben
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hauptsächlich Juli bis August
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zahlreiche kleine, sternförmige Einzelblüten
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rundliche bis leicht abgeflachte Blütenstände
Standort
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bevorzugt sonnig
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lichter Halbschatten möglich
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offene Flächen ohne starke Konkurrenz durch höhere Stauden
Boden
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frisch bis feucht, zeitweise mäßig trocken
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sandig-lehmig bis lehmig
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mäßig nährstoffreich
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vorzugsweise basenreich
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ausreichend durchlässig
Wuchs
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mehrjährige Zwiebelpflanze
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etwa 20 bis 50 cm hoch
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horstiger Wuchs
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schmale, flache, gekielte Blätter
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kantiger Blütenstängel
Verwendung
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naturnahe Staudenbeete
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Wildblumenwiesen mit geeigneten Bodenverhältnissen
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sonnige Teichränder
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kleinere Gruppenpflanzungen
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größere Pflanzgefäße auf Balkon und Terrasse
Für dauerhaft trockene Steingärten ist die Art weniger geeignet als viele andere Zierlaucharten. Bei der Kübelkultur sollte das Substrat während der Wachstumszeit nicht vollständig austrocknen.
Pflege und Rückschnitt
Der Kantige Lauch (Allium angulosum) ist nach dem Anwachsen relativ pflegeleicht. Bei längeren Trockenperioden sollte er gelegentlich gegossen werden. Eine regelmäßige Düngung ist auf geeigneten Gartenböden normalerweise nicht erforderlich.
Zu viele Nährstoffe können sogar nachteilig sein, wenn dadurch konkurrenzstarke Nachbarpflanzen gefördert werden.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig. Nach der Blüte können die Samenstände stehen bleiben, damit die Samen vollständig ausreifen und sich die Pflanze gegebenenfalls selbst vermehren kann.
Auch abgestorbene Blütenstängel sollten nicht vorschnell entfernt werden. Sie können kleineren Insekten zeitweise als Rückzugsort dienen.
Die Blätter sollten erst abgeschnitten werden, wenn sie vollständig vergilbt sind. Solange sie grün bleiben, versorgen sie die unterirdische Zwiebel mit Nährstoffen für das folgende Jahr.
Bei älteren Beständen können die Zwiebeln während der Ruhephase vorsichtig geteilt werden. Notwendig ist eine regelmäßige Teilung jedoch nicht.
Ist Kantiger Lauch winterhart?
Der Kantige Lauch ist eine winterharte, mehrjährige Zwiebelpflanze, die während der kalten Jahreszeit unterirdisch überdauert.
In manchen Pflanzenbeschreibungen wird die USDA-Winterhärtezone 7 angegeben. Diese entspricht durchschnittlichen jährlichen Extrem-Minimaltemperaturen von etwa −18 bis −12 °C.
Die tatsächliche Winterhärte lässt sich jedoch nicht allein aus dieser Einstufung ableiten. Die natürlichen Vorkommen in Mitteleuropa zeigen, dass die Art auch an deutlich frostigere Winter angepasst sein kann.
In Deutschland benötigen gut eingewachsene Pflanzen im Garten normalerweise keinen besonderen Winterschutz.
Wichtiger als ein zusätzlicher Frostschutz ist es, ungünstige Bedingungen durch dauerhaft verdichtete und schlecht durchlüftete Böden zu vermeiden.
Bei der Kultur in Pflanzgefäßen ist etwas mehr Vorsicht angebracht. Da die Zwiebeln im Kübel stärker durchfrieren können, empfiehlt sich bei länger anhaltendem Frost ein geschützter Standort.
Weitere Informationen zur Einteilung findet Ihr unter USDA-Klimazonen.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Der Kantige Lauch ist eine interessante Nahrungspflanze für verschiedene blütenbesuchende Insekten.
Im Pflanzenfinder erhält er folgende Bewertung:
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Nektar: 3 von 4
-
Pollen: 2 von 4
Besonders sein Nektarangebot macht ihn zu einer wertvollen Ergänzung im naturnahen Garten.
Die zahlreichen kleinen Einzelblüten können von unterschiedlichen Insekten genutzt werden. Dazu zählen unter anderem Hummeln, Honigbienen, verschiedene Wildbienen und Schwebfliegen.
Für Wildbienen erfüllen Nektar und Pollen unterschiedliche Aufgaben. Nektar liefert vor allem Energie, während Pollen insbesondere für die Ernährung der Larven benötigt wird.
Einige Wildbienenarten sind bei der Pollensuche auf bestimmte Pflanzengruppen spezialisiert.
Ein Beispiel ist die Lauch-Maskenbiene (Hylaeus punctulatissimus), die Pollen von Laucharten sammelt. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass der Kantige Lauch überall eine nachgewiesene Nahrungspflanze dieser Art ist.
Entscheidend ist, welche Wildbienenarten in der jeweiligen Region vorkommen und welche weiteren Nahrungspflanzen zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen zur Bedeutung von Nektar und Pollen findet Ihr in unserem Abschnitt Lebensweise.
Kantiger Lauch – kaufen
Der Kantige Lauch gehört zu den weniger verbreiteten Gartenpflanzen. Er ist deshalb nicht in jedem Gartencenter erhältlich, wird aber von spezialisierten Staudengärtnereien und Anbietern heimischer Wildpflanzen geführt.
Je nach Anbieter sind Jungpflanzen, getopfte Exemplare, Zwiebeln oder Saatgut erhältlich.
Beim Kauf sollte auf die botanische Bezeichnung Allium angulosum geachtet werden, um Verwechslungen mit anderen Laucharten zu vermeiden.
Wer die Art gezielt zur Förderung heimischer Pflanzenbestände verwenden möchte, sollte nach Möglichkeit auf herkunftsgesichertes, regional geeignetes Vermehrungsmaterial achten.
Eine Übersicht regionaler Fachbetriebe findet Ihr bei den Staudengärtnereien im Bund deutscher Staudengärtner.
FAQ – Häufige Fragen zum Kantigen Lauch
Wann sollte man Kantigen Lauch pflanzen?
Zwiebeln werden vorzugsweise im Herbst gesetzt. Vorgezogene Topfpflanzen können auch im Frühjahr gepflanzt werden, sofern der Boden nicht gefroren ist und die Pflanzen ausreichend Wasser erhalten.
Wie tief werden die Zwiebeln des Kantigen Lauchs gesetzt?
Als Orientierung gilt eine Pflanztiefe vom Zwei- bis Dreifachen der Zwiebelhöhe. Da die Zwiebeln vergleichsweise klein sind, genügt meist eine entsprechend geringe Tiefe.
Vermehrt sich Kantiger Lauch selbst?
Ja, unter geeigneten Bedingungen kann sich die Pflanze durch Samen und die Bildung zusätzlicher Zwiebeln vermehren. Ihre Ausbreitung erfolgt meist eher langsam.
Ist Kantiger Lauch für Hunde und Katzen giftig?
Lauchgewächse enthalten schwefelhaltige Verbindungen, die insbesondere für Hunde und Katzen gesundheitsschädlich sein können. Deshalb sollten Haustiere keine Pflanzenteile fressen.
Warum blüht mein Kantiger Lauch nicht?
Mögliche Ursachen sind Lichtmangel, eine noch nicht ausreichend entwickelte Zwiebel, ungünstige Wachstumsbedingungen oder ein zu früher Rückschnitt des Laubs im Vorjahr.
Frisch gepflanzte Exemplare benötigen gelegentlich etwas Zeit, bis sie zuverlässig Blüten bilden.
Kantiger Lauch als Beitrag zum Erhalt heimischer Wildpflanzen
Der Kantige Lauch zeigt, dass auch weniger bekannte Wildpflanzen einen wertvollen Platz im naturnahen Garten finden können.
Seine Kultur bietet die Möglichkeit, eine selten gewordene heimische Pflanzenart kennenzulernen und zugleich das Nahrungsangebot für verschiedene Blütenbesucher zu erweitern.
Eine Gartenpflanzung ersetzt allerdings nicht den Schutz natürlicher Lebensräume. Für den langfristigen Erhalt des Kantigen Lauchs sind insbesondere der Schutz und die angepasste Bewirtschaftung seiner natürlichen Wiesenstandorte entscheidend.
Wer heimische Wildpflanzen aus geeigneter Vermehrung verwendet, auf Pestizide verzichtet und unterschiedliche Lebensräume im Garten zulässt, kann einen zusätzlichen Beitrag zur Förderung der Artenvielfalt leisten.














