⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️☆☆


Bewertung: 8 / 10 ⭐

 

Nektar: 4/4
Pollen: 4/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

n.v.


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Prunus armeniaca

Pflanzenfamilie: Rosengewächse

Pflanzenart: Baum, Strauch

Verwendung: Nahrungspflanze, Heckenpflanze, Einzelstellung

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 8 m

max. Breite: 4 m

Blühfarbe: rosa, weiß

Blühzeitraum: März, April

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: sandig, lehmig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig

Feuchteeigenschaften: mäßig feucht bis mäßig trocken, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Aprikose (Prunus armeniaca)!

 

Die Aprikose gehört zu den bekanntesten Obstgehölzen im Pflanzenfinder. Besonders im Frühjahr sorgt sie mit ihrer frühen Blüte für farbliche Akzente und wird gleichzeitig zu einer wichtigen Nahrungsquelle für zahlreiche Bestäuber.

Weitere bienenfreundliche Nahrungspflanzen, die sich für den eigenen Garten eignen, wie zum Beispiel den Apfel– oder Birnenbaum, findet Ihr ebenfalls im Pflanzenfinder.

Obwohl die Früchte hierzulande sehr beliebt sind, wird der Baum in deutschen Gärten vergleichsweise selten gepflanzt. Der Grund dafür liegt vor allem in seiner Empfindlichkeit gegenüber Spätfrösten.

Dennoch lohnt sich die Kultivierung. Die Pflanze verbindet eine attraktive Blüte mit schmackhaften Früchten und bietet gleichzeitig einen ökologischen Nutzen.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Die Aprikose ist unter verschiedenen regionalen Bezeichnungen bekannt.

Alternative Bezeichnungen

  • Marille
  • Barelle
  • Barille
  • Malete

Bekannte und häufig angebaute Sorten sind beispielsweise:

  • Pinkcot
  • Goldrich
  • Kioto
  • Hargrand
  • Bergeron

Der wissenschaftliche Name lautet „Prunus armeniaca“.

Der Name „Aprikose“ geht vermutlich auf das lateinische Wort „apricus“ zurück, das sich mit „sonnig“ oder „von der Sonne beschienen“ übersetzen lässt.

Die Artbezeichnung „armeniaca“ verweist darauf, dass die Pflanze bereits in der Antike in Armenien kultiviert wurde.


Natürliches Vorkommen

Da es sich um eine Kulturpflanze handelt, existieren keine natürlichen Wildvorkommen.

Zu den wichtigsten Anbaugebieten gehören unter anderem:

  • Türkei
  • Iran
  • Usbekistan
  • Armenien
  • Italien

Auch in Deutschland wird die Pflanze regional angebaut.

Ein bekanntes deutsches Anbaugebiet befindet sich in Höhnstedt in Sachsen-Anhalt.

Die Pflanze bevorzugt vor allem Regionen mit warmen Sommern und vergleichsweise milden Wintern.


Verwendung und Giftigkeit

Die Aprikose gilt als nicht giftig und gehört zu den beliebtesten Obstsorten weltweit.

Die Früchte enthalten unter anderem:

  • Provitamin A
  • Vitamin C
  • Kalium
  • Eisen
  • Kalzium
  • Phosphor

Sie eignen sich für zahlreiche Verwendungszwecke, beispielsweise für:

  • Frischobst
  • Marmelade
  • Kuchen
  • Kompott
  • Trockenobst

Weitere Informationen zu den Inhaltsstoffen findet Ihr bei der Apotheken Umschau.


Aprikose (Prunus armeniaca) im naturnahen Garten

Ein eigener Aprikosenbaum gehört sicherlich zu den schönsten Möglichkeiten, essbare Pflanzen in den Garten zu integrieren.

Besonders beeindruckend ist die frühe Blüte, die häufig bereits im März beginnt und den Garten noch vor dem Blattaustrieb in ein weiß-rosa Blütenmeer verwandelt.

Blüte

  • März bis April
  • weiß bis rosa
  • frühe Blüte
  • zahlreiche Einzelblüten

Die frühe Blüte macht den Baum besonders wertvoll für viele Insektenarten.

Standort

  • Sonne
  • Halbschatten
  • geschützte Lage
  • warme Standorte

Je mehr Sonne die Pflanze erhält, desto besser entwickeln sich Blüten und Früchte.

Boden

  • sandig
  • lehmig
  • humusreich
  • nährstoffreich
  • kalkhaltig
  • mäßig trocken bis mäßig feucht
  • gut wasserdurchlässig

Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.

Wuchs

  • mehrjähriger Baum oder Großstrauch
  • Höhe: bis 8 m
  • Breite: bis 4 m
  • lockerer Kronenaufbau

Die tatsächliche Größe hängt stark von der jeweiligen Sorte und dem Standort ab.

Verwendung

  • Einzelstellung
  • Nahrungspflanze
  • Obsthecke

Für Balkone und Terrassen ist die klassische Wuchsform nur eingeschränkt geeignet. Spezielle Zwergsorten können jedoch auch im Kübel kultiviert werden.


Pflege und Rückschnitt

Die Aprikose benötigt etwas mehr Aufmerksamkeit als viele andere Obstgehölze. Vor allem in den ersten Jahren nach der Pflanzung sind regelmäßige Pflegemaßnahmen wichtig.

Während längerer Trockenperioden sollte der Boden nicht vollständig austrocknen. Gleichzeitig reagiert die Pflanze empfindlich auf dauerhaft nasse Standorte.

Eine zusätzliche Düngung im Frühjahr kann das Wachstum und die Fruchtbildung fördern. Zu hohe Stickstoffgaben sollten jedoch vermieden werden.

Der Rückschnitt erfolgt idealerweise direkt nach der Ernte oder im Sommer. Dadurch verheilen die Schnittstellen deutlich besser als bei einem Rückschnitt im Winter.

Entfernt werden sollten vor allem:

  • abgestorbene Äste
  • nach innen wachsende Triebe
  • sich kreuzende Zweige
  • beschädigte Triebe

Ein regelmäßiger Auslichtungsschnitt verbessert die Belüftung der Krone und kann Krankheiten vorbeugen.


Ist die Aprikose winterhart?

Die Aprikose (Prunus armeniaca) wird überwiegend den USDA-Winterhärtezonen 5 bis 8 zugeordnet.

Damit verträgt sie Temperaturen von etwa -15 °C bis -25 °C, wobei die Frosthärte stark von der jeweiligen Sorte abhängt.

Ausgewachsene Bäume überstehen normale Winter in vielen Regionen Deutschlands meist problemlos.

Problematisch sind jedoch häufig Spätfröste während der Blütezeit. Da die Blüten bereits im März oder April erscheinen, können sie durch späte Kälteeinbrüche geschädigt werden.

In rauen Lagen empfiehlt sich deshalb ein möglichst geschützter Standort.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Die Aprikose gehört zu den besonders wertvollen Frühblühern im Garten.

Bereits im zeitigen Frühjahr erscheinen zahlreiche Blüten und bieten vielen Bestäubern eine wichtige Nahrungsquelle.

An den Blüten lassen sich unter anderem beobachten:

  • Wildbienen
  • Hummeln
  • Mauerbienen
  • Honigbienen
  • Schwebfliegen

Vor allem die frühe Blütezeit von März bis April macht den Baum für viele Insektenarten interessant.

Die Blüten liefern dabei sowohl Nektar (4/4) als auch Pollen (4/4).

Welche Bedeutung diese beiden Ressourcen für Wildbienen und andere Bestäuber haben, erfahrt Ihr ausführlich im Bereich Lebensweise.


Aprikose – kaufen

Aprikosenbäume sind heute deutlich leichter erhältlich als noch vor einigen Jahren.

Viele Baumschulen und Online-Händler führen verschiedene Sorten im Sortiment. Einige Bezugsquellen findet Ihr bereits oben im Steckbrief.

Beim Kauf sollte vor allem auf die Frosthärte der jeweiligen Sorte geachtet werden. Nicht jede Sorte eignet sich gleichermaßen für den Anbau in allen Regionen Deutschlands.

Wer regelmäßig Früchte ernten möchte, sollte außerdem auf eine möglichst robuste und krankheitsresistente Sorte achten.


FAQ – Häufige Fragen zur Aprikose

Ist die Aprikose winterhart?
Ja. Die meisten Sorten vertragen Temperaturen zwischen -15 °C und -25 °C.

Wann blüht die Aprikose?
Die Blütezeit liegt meist zwischen März und April.

Ist die Pflanze für Bienen geeignet?
Ja. Die frühe Blüte macht sie zu einer wichtigen Nahrungsquelle für zahlreiche Bestäuber.

Kann sie im Kübel wachsen?
Ja. Dafür eignen sich vor allem spezielle Zwergsorten.

Wann sollte die Aprikose geschnitten werden?
Idealerweise erfolgt der Rückschnitt direkt nach der Ernte oder während der Sommermonate.

Ist die Frucht gesund?
Ja. Die Früchte enthalten zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe.


Heimische Wildpflanzen als wertvolle Ergänzung

Obwohl die Aprikose einen hohen ökologischen Nutzen besitzt, gehört sie nicht zu den heimischen Wildpflanzen.

Wer die Artenvielfalt im eigenen Garten zusätzlich fördern möchte, sollte Obstgehölze deshalb mit heimischen Pflanzen kombinieren.

Gerade früh blühende Wildpflanzen ergänzen das Nahrungsangebot für Insekten besonders gut und schaffen wertvolle Lebensräume für zahlreiche Tierarten.