⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆☆
Bewertung: 4,9 / 10 ⭐
Nektar: 1/4
Pollen: 1/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Saatgut-Vielfalt – LINK
Amazon – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Cerastium tomentosum
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse
Pflanzenart: Staude, Kraut
Verwendung: Blumenbeet, Steingarten, Dachbegrünung, Bodendecker, Balkon- und Terrassenpflanze, Hangbepflanzung
Standort: Sonne
Wasserbedarf: gering, trockenheitsresistent
max. Höhe: 15 cm
max. Breite: 25 cm
Blühfarbe: weiß
Blühzeitraum: April bis Juni
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: lehmig, sandig, kiesig, steinig, humusarm
Nährstoffeigenschaften: nährstoffarm, mäßig nährstoffreich, kalkhaltig, kalktolerant
Feuchteeigenschaften: frisch bis trocken, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, wintergrün, windunempfindlich, nicht stark giftig
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Filziges Hornkraut (Cerastium tomentosum)!
Filziges Hornkraut gehört zu den niedrig wachsenden und besonders trockenheitsverträglichen Stauden im Pflanzenfinder. Mit seinen zahlreichen weißen Blüten und dem silbrig-filzigen Laub bildet es während der Blütezeit auffällige Polster.
Weitere Vertreter der Nelkengewächse, wie beispielsweise die Kartäusernelke oder das Schleierkraut, findet Ihr ebenfalls im Pflanzenfinder.
Besonders interessant ist die Staude für trockene und sonnige Gartenbereiche. Durch ihren niedrigen, teppichartigen Wuchs lässt sie sich beispielsweise zwischen Steinen, an Hängen oder auf Mauerkronen einsetzen.
Auch längere trockene Phasen stellen für eine gut eingewachsene Pflanze normalerweise kein größeres Problem dar.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Für die Pflanze existieren verschiedene weitere Bezeichnungen.
Alternative Namen
- Silber-Hornkraut
- Filz-Hornkraut
- Teppich-Hornkraut
- Schnee-in-Sommer
Der wissenschaftliche Name lautet „Cerastium tomentosum“.
Der Gattungsname „Cerastium“ geht auf das griechische Wort für „Horn“ zurück. Gemeint ist damit die charakteristische Form der Früchte, die bei verschiedenen Arten der Gattung hornartig erscheinen.
Der Artname „tomentosum“ bedeutet sinngemäß „filzig“ beziehungsweise „filzig behaart“.
Damit wird auf eines der auffälligsten Merkmale der Staude verwiesen: Ihre Blätter und Triebe sind dicht mit feinen, hellen Haaren besetzt und erhalten dadurch ihre typische silbergraue Erscheinung.
Natürliches Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Italien, insbesondere in Mittel- und Süditalien. In Deutschland ist die Art daher nicht heimisch.
An ihren natürlichen Standorten besiedelt sie vor allem:
- felsige Hänge
- steinige Standorte
- trockene Flächen
- sonnige Offenbereiche
- nährstoffarme Standorte
Durch die lange Nutzung als Gartenpflanze konnte sie jedoch auch außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes verwildern.
Entsprechende Vorkommen sind mittlerweile auch in Deutschland dokumentiert. Dabei handelt es sich überwiegend um unbeständige beziehungsweise aus Gartenkulturen hervorgegangene Bestände.
Da die Art nicht zur ursprünglichen Flora Deutschlands gehört, wird sie hinsichtlich ihrer Gefährdung in der Roten Liste nicht bewertet.
Verwendung und Giftigkeit
Die Staude gilt als nicht stark giftig.
Einige Vertreter der Gattung Cerastium werden zwar als essbar beschrieben, eine Verwendung als Nahrungspflanze spielt bei dieser Art jedoch praktisch keine Rolle.
Auch eine etablierte Nutzung als Heilpflanze ist nicht bekannt.
Im Garten wird sie deshalb in erster Linie als Zierpflanze und Bodendecker verwendet.
Besonders interessant ist dabei ihre Kombination aus niedrigem Wuchs, silbrigem Laub und einer üppigen weißen Blüte.
Filziges Hornkraut (Cerastium tomentosum) im naturnahen Garten
Wer einen trockenen und sonnigen Bereich dauerhaft begrünen möchte, findet in dieser Staude einen ausgesprochen robusten Kandidaten.
Vor allem während der Blütezeit verschwinden die silbergrauen Polster stellenweise beinahe vollständig unter den zahlreichen kleinen weißen Blüten.
Blüte
- Blütezeit: April bis Juni
- weiße Blüten
- zahlreiche Einzelblüten
- auffälliger Kontrast zum silbrigen Laub
- frühe bis mittlere Blütezeit
Nach der Blüte bleibt das silbergraue Laub erhalten und sorgt dadurch auch außerhalb der Blütezeit für Struktur.
Standort
- Sonne
- warme Lagen
- trockene Standorte
- offene Flächen
Je sonniger der Standort ist, desto kompakter entwickelt sich normalerweise der typische polsterartige Wuchs.
Boden
- steinig
- kiesig
- sandig
- lehmig
- humusarm
- nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich
- kalkhaltig beziehungsweise kalktolerant
- trocken bis frisch
- gut wasserdurchlässig
Besonders wichtig ist ein durchlässiger Untergrund. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.
Wuchs
- mehrjährige Staude
- wintergrün
- polsterbildend
- teppichartiger Wuchs
- Höhe: bis etwa 15 cm
- Breite: etwa 25 cm und durch Ausbreitung langfristig deutlich mehr
Die niederliegenden Triebe können mit der Zeit größere Flächen bedecken.
Verwendung
- Blumenbeet
- Steingarten
- Bodendecker
- Hangbepflanzung
- Dachbegrünung
- Balkon
- Terrasse
Auch Mauerkronen, Fugen und andere trockene Gartenbereiche kommen als Standorte infrage. Durch seine Trockenheitsverträglichkeit eignet sich das Gewächs außerdem gut für eine extensive Dachbegrünung.
Pflege und Rückschnitt
Das Filzige Hornkraut benötigt an einem geeigneten Standort nur sehr wenig Pflege. Besonders gut kommt die Staude mit Trockenheit und nährstoffarmen Böden zurecht.
Nach dem Anwachsen muss normalerweise nur während längerer Trockenperioden zusätzlich gegossen werden. Bei einer Kultur im Kübel sollte die Wasserversorgung etwas häufiger kontrolliert werden, da das Substrat dort schneller austrocknet.
Auf regelmäßige Düngergaben kann weitgehend verzichtet werden. Ein zu nährstoffreicher Boden kann sogar dazu führen, dass die Pflanzen weniger kompakt wachsen.
Nach der Blüte können die Triebe kräftig zurückgeschnitten werden. Dadurch bleiben die Polster dichter und ein übermäßiges Ausbreiten lässt sich begrenzen. Gleichzeitig wird ein frischer Austrieb gefördert.
Da die Staude wintergrün ist, sollte im Herbst kein vollständiger Rückschnitt erfolgen. Vertrocknete oder beschädigte Pflanzenteile können im Frühjahr entfernt werden.
Ist das Filzige Hornkraut winterhart?
Die Staude gilt als sehr gut winterhart und wird überwiegend den USDA-Winterhärtezonen 3 bis 7 zugeordnet. Damit werden Temperaturen bis in den Bereich von etwa -35 °C bis -40 °C vertragen.
Ein zusätzlicher Winterschutz ist bei ausgepflanzten Exemplaren in Deutschland normalerweise nicht notwendig.
Empfindlicher reagiert die Pflanze auf winterliche Staunässe. Gerade schwere Böden sollten deshalb ausreichend durchlässig sein.
Im Kübel empfiehlt sich ein geschützter Standort. Das Pflanzgefäß sollte außerdem über ausreichend große Abzugslöcher verfügen, damit überschüssiges Wasser schnell ablaufen kann.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Die zahlreichen weißen Blüten bieten während der Blütezeit verschiedenen Insekten Nahrung.
Zu den möglichen Blütenbesuchern gehören unter anderem:
- Wildbienen
- Honigbienen
- Schwebfliegen
- kleinere Käfer
- weitere Fliegenarten
Von April bis Juni stellt die Pflanze sowohl Nektar (1/4) als auch Pollen (1/4) zur Verfügung.
Die einzelnen Blüten sind offen aufgebaut und dadurch für unterschiedliche Insektengruppen vergleichsweise leicht zugänglich.
Im Vergleich zu besonders ergiebigen Trachtpflanzen ist das Nahrungsangebot zwar eher gering. Durch die große Anzahl an Blüten können größere Bestände dennoch eine zusätzliche Nahrungsquelle darstellen.
Welche Bedeutung Nektar und Pollen für Wildbienen und andere Bestäuber haben, erfahrt Ihr ausführlich im Bereich Lebensweise.
Filziges Hornkraut – kaufen
Die Staude gehört zu den weit verbreiteten Polsterpflanzen und ist entsprechend gut erhältlich.
Sowohl Pflanzen als auch Samen werden von zahlreichen Staudengärtnereien und Online-Händlern angeboten. Einige Bezugsquellen findet Ihr bereits oben im Steckbrief.
Beim Kauf sollte auf die botanische Bezeichnung Cerastium tomentosum geachtet werden, da im Handel verschiedene Hornkraut-Arten und zahlreiche Sorten angeboten werden.
FAQ – Häufige Fragen zum Filzigen Hornkraut
Ist das Filzige Hornkraut winterhart?
Ja. Die Staude ist ausgesprochen frosthart und benötigt im Freiland normalerweise keinen zusätzlichen Winterschutz.
Wie schnell breitet sich das Filzige Hornkraut aus?
Die Pflanze bildet teppichartige Polster und kann sich an geeigneten Standorten relativ schnell ausbreiten. Ein Rückschnitt nach der Blüte hilft dabei, den Bestand zu begrenzen.
Ist das Filzige Hornkraut für Bienen geeignet?
Ja. Die Blüten stellen Nektar und Pollen zur Verfügung, die Bewertung als Nahrungsquelle fällt mit jeweils 1/4 allerdings eher gering aus.
Kann die Pflanze Trockenheit vertragen?
Ja. Nach dem Anwachsen besitzt sie eine sehr gute Trockenheitsverträglichkeit und eignet sich deshalb hervorragend für trockene Gartenbereiche.
Kann das Hornkraut als Bodendecker verwendet werden?
Ja. Durch seinen niedrigen und teppichartigen Wuchs eignet es sich sehr gut zur Begrünung sonniger, trockener Flächen.
Wann sollte die Pflanze zurückgeschnitten werden?
Ein Rückschnitt bietet sich unmittelbar nach der Blüte an. Dadurch bleiben die Polster kompakter und eine zu starke Ausbreitung kann begrenzt werden.
Heimische Wildpflanzen als wertvolle Ergänzung
Die Art stammt ursprünglich aus Italien und gehört somit nicht zu den heimischen Wildpflanzen Deutschlands.
Als robuste Polsterstaude kann sie zwar verschiedenen Insekten Nahrung bieten, für einen möglichst naturnahen Garten lohnt sich jedoch die Kombination mit heimischen Wildpflanzen.
Gerade heimische Arten besitzen häufig enge ökologische Beziehungen zu bestimmten Wildbienen, Schmetterlingen und anderen Insekten. Einige spezialisierte Arten sind sogar auf bestimmte Pflanzenfamilien oder einzelne Pflanzengattungen angewiesen.
Eine Kombination aus trockenheitsverträglichen Gartenstauden und heimischen Wildpflanzen kann deshalb gerade auf sonnigen und mageren Standorten einen abwechslungsreichen Lebensraum schaffen.













