⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆
Bewertung: 6,1 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 3/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Pflanzmich.de – LINK
Baumschule Horstmann – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Saatgut-Vielfalt.de – LINK
Jelitto – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Iris sibirica
Pflanzenfamilie: Schwertliliengewächse
Pflanzenart: Staude
Verwendung: Blumenbeete, Uferpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: hoch
max. Höhe: 80 cm
max. Breite: 60 cm
Blühfarbe: blau, violett
Blühzeitraum: Mai, Juni
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: mäßig nährstoffreich, kalktolerant, stickstoffarm
Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
heimisch, winterhart, giftig
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)
Die Sibirische Schwertlilie ist eine heimische Wildstaude feuchter Wiesen und fällt im Frühsommer durch ihre blauvioletten Blüten auf. Im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder findet Ihr sie ebenfalls.
Zur Gattung Iris gehören zahlreiche weitere Arten. Eine bekannte Verwandte ist die Deutsche Schwertlilie (Iris germanica). Die Sibirische Schwertlilie wurde 2010 außerdem von der Loki Schmidt Stiftung zur Blume des Jahres gewählt – damals insbesondere als Botschafterin für den Schutz feuchter Wiesen.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Die Art wird unter anderem Wiesen-Schwertlilie, Blaue Schwertlilie oder kurz Sibirische Iris genannt. Ihr wissenschaftlicher Name lautet Iris sibirica.
„Schwertlilie“ nimmt Bezug auf die langen, schmalen und zugespitzten Blätter. Der Gattungsname Iris geht auf die griechische Göttin des Regenbogens zurück und verweist auf die große Farbenvielfalt innerhalb der Gattung.
Der Artname sibirica bedeutet „sibirisch“ und bezieht sich auf das weit nach Osten reichende Verbreitungsgebiet.
Natürliches Vorkommen
Die Sibirische Schwertlilie ist in Deutschland heimisch, inzwischen jedoch selten geworden. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht über große Teile Europas bis nach Westsibirien.
Typische Lebensräume sind:
- feuchte und wechselfeuchte Wiesen
- Auenwiesen
- Niedermoorwiesen
- lichte feuchte Wald- und Gebüschbereiche
- andere dauerhaft frische bis feuchte Offenlandstandorte
Gerade der Verlust und die Veränderung solcher Feuchtwiesen haben der Art zugesetzt.
Die heutigen Vorkommen in Deutschland zeigt FloraWeb. In der bundesweiten Roten Liste wird die Sibirische Schwertlilie als gefährdet eingestuft.
Verwendung und Giftigkeit
Die Sibirische Schwertlilie ist giftig und nicht zum Verzehr geeignet. Vor allem die unterirdischen Pflanzenteile enthalten reizende Inhaltsstoffe. Nach Aufnahme können unter anderem Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Auch bei Haustieren sollte darauf geachtet werden, dass keine Pflanzenteile gefressen werden.
Historisch wurden Bestandteile verschiedener Schwertlilien zwar unterschiedlich genutzt. Für den heutigen Garten ist Iris sibirica jedoch in erster Linie als Zier- und heimische Wildstaude interessant.
Sibirische Schwertlilie im naturnahen Garten
Die Sibirische Schwertlilie verbindet eine auffällige Blüte mit einem natürlichen, grasartigen Wuchs. Entscheidend für eine dauerhafte Kultur ist vor allem ein Boden, der nicht regelmäßig vollständig austrocknet.
Blüte
- blau bis blauviolett
- typische Iris-Blütenform
- hauptsächlich Mai und Juni
- deutlich über dem Laub stehend
Neben der Wildform gibt es zahlreiche Gartensorten mit abweichenden Blütenfarben.
Standort
- sonnig bis halbschattig
- gerne offen und hell
- besonders geeignet für frischere Gartenbereiche
In voller Sonne ist eine ausreichende Bodenfeuchtigkeit wichtig. Dauerhaft tiefer Schatten führt dagegen zu schwächerer Blüte.
Boden
- humos
- lehmig bis sandig-lehmig
- frisch bis feucht
- mäßig nährstoffreich
- wasserdurchlässig
- kalktolerant
Die Staude kommt mit zeitweise nassen Böden zurecht, benötigt aber keinen dauerhaft überfluteten Standort. Damit unterscheidet sie sich von klassischen Wasserpflanzen.
Wuchs
- mehrjährige Staude
- horstbildend
- aufrechter Wuchs
- schmale, grasartige Blätter
- etwa 60 bis 100 cm hoch
- mit der Zeit zunehmend breitere Horste
Auch nach der Blüte bleibt das schmale Laub lange ein strukturgebendes Element in der Pflanzung.
Verwendung
- naturnahe Staudenbeete
- Feuchtwiesenpflanzungen
- Teich- und Gewässerränder
- Regengärten
- feuchte Senken
- sonnige bis halbschattige Wildstaudenpflanzungen
Besonders passend ist die Sibirische Schwertlilie dort, wo heimische Pflanzen für frische bis feuchte Gartenbereiche gesucht werden. Ein Teich ist dafür keineswegs Voraussetzung.
Pflege und Rückschnitt
Auf einem ausreichend feuchten Standort braucht die Sibirische Schwertlilie nur wenig Aufmerksamkeit. Vor allem während längerer Trockenperioden sollte der Boden nicht vollständig austrocknen.
- bei Trockenheit ausreichend wässern
- verblühte Blütenstiele bei Bedarf entfernen
- starke Düngung vermeiden
- größere Horste nach einigen Jahren teilen
Eine Teilung ist sinnvoll, wenn ältere Pflanzen zunehmend dicht werden und die Blühfreude nachlässt. Das Laub muss im Herbst nicht sofort entfernt werden. Es kann über Winter stehen bleiben und wird erst vor dem neuen Austrieb bodennah abgeschnitten.
Ist die Sibirische Schwertlilie winterhart?
Die Sibirische Schwertlilie ist sehr frosthart und wird der USDA-Zone 3 bis 8 zugeordnet. Die untere Grenze von Zone 3 liegt ungefähr zwischen −40 und −34 °C.
Ausgepflanzte Exemplare benötigen in Deutschland daher normalerweise keinen Winterschutz. Wichtiger als ein Schutz vor Kälte ist ein geeigneter Standort mit ausreichend Bodenfeuchtigkeit.
Auch eine Kultur in einem ausreichend großen Gefäß ist möglich. Dort sollte der Wurzelbereich bei starken Frösten allerdings besser geschützt werden, da ein Topf wesentlich schneller durchfriert als Gartenboden.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Die auffälligen Blüten der Sibirischen Schwertlilie werden von verschiedenen Bestäubern besucht. Ihre Blütenform ist besonders für kräftigere Insekten wie Hummeln und größere Wildbienen interessant.
Für die Art werden Nektar (3/4) und Pollen (3/4) angegeben. Damit stellt sie während ihrer Blüte im Mai und Juni beide Nahrungsquellen zur Verfügung.
Als heimische Wildstaude besitzt Iris sibirica zudem einen Wert, der über den reinen Blütenbesuch hinausgeht. Gerade in naturnah gestalteten Feuchtbereichen sollte sie deshalb möglichst mit weiteren heimischen Arten kombiniert werden, sodass über einen längeren Zeitraum Nahrung und Pflanzenstrukturen vorhanden sind.
Warum Nektar und Pollen für Wildbienen unterschiedliche Funktionen erfüllen, erfahrt Ihr im Abschnitt Lebensweise.
Sibirische Schwertlilie – kaufen
Die Sibirische Schwertlilie ist als Staude und als Saatgut erhältlich. Im Handel werden allerdings zahlreiche Sorten und Züchtungen angeboten.
Wer gezielt die heimische Wildart pflanzen möchte, sollte deshalb auf die Bezeichnung Iris sibirica und möglichst auf die Wildform achten. Bei Saatgut für naturnahe oder größere Pflanzungen ist zusätzlich eine nachvollziehbare Herkunft sinnvoll.
Pflanzen aus natürlichen Beständen sollten selbstverständlich weder ausgegraben noch für den eigenen Garten entnommen werden – zumal die Art in Deutschland als gefährdet gilt.
Regionale Bezugsquellen lassen sich unter anderem über die Übersicht der Staudengärtnereien finden.
FAQ – Häufige Fragen zur Sibirischen Schwertlilie
Ist die Sibirische Schwertlilie heimisch?
Ja. Iris sibirica gehört zur heimischen Flora Deutschlands, ist inzwischen jedoch selten und gilt als gefährdet.
Wann blüht die Sibirische Schwertlilie?
Die Hauptblüte liegt im Mai und Juni.
Braucht die Pflanze einen Teich?
Nein. Ein frischer bis feuchter Gartenboden reicht aus. Dauerhaft im Wasser stehen muss die Staude nicht.
Wie winterhart ist die Sibirische Schwertlilie?
Mit einer Einstufung ab USDA-Zone 3 ist sie ausgesprochen frosthart und benötigt ausgepflanzt normalerweise keinen Winterschutz.
Ist sie für Wildbienen interessant?
Ja. Für die Art werden Nektar (3/4) und Pollen (3/4) angegeben.
Heimische Pflanzen für feuchte Lebensräume
Bei der Gestaltung naturnaher Gärten stehen häufig trockenheitsverträgliche Pflanzen im Mittelpunkt. Ebenso wichtig sind jedoch heimische Arten für frische, feuchte und zeitweise nasse Standorte.
Die Sibirische Schwertlilie gehört genau in diese Gruppe. Zusammen mit weiteren heimischen Feuchtwiesen- und Uferpflanzen kann sie Bereiche besiedeln, für die viele klassische Gartenstauden weniger geeignet sind.
Solche Pflanzengesellschaften bieten nicht nur Blüten. Unterschiedliche Wuchshöhen, Blätter, Stängel und Samenstände schaffen zusätzliche Strukturen, die von zahlreichen Tieren genutzt werden können.
Gerade weil natürliche Feuchtwiesen vielerorts zurückgegangen sind, lohnt es sich, auch diese Seite der heimischen Pflanzenvielfalt im Garten stärker zu berücksichtigen.















