⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆


Bewertung: 7,4 / 10 ⭐

 

Nektar: 3/4
Pollen: 1/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Pflanzmich.de – LINK

Baumschule Horstmann – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

Jelitto – LINK

Kräuter-und-Duftpflanzen.de – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Salvia glutinosa

Pflanzenfamilie: Lippenblütler

Pflanzenart: Staude, Kraut

Verwendung: Blumenbeet, Unterpflanzung, Balkon- und Terrassenpflanze, Bodendecker

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 100 cm

max. Breite: 60 cm

Blühfarbe: gelb

Blühzeitraum: Juni – September

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: lehmig, tonig, sandig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, mäßig nährstoffreich, kalkarm

Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)

Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)

Während viele Salbeiarten mit violetten oder blauen Blüten begeistern, fällt Klebriger Salbei sofort durch seine ungewöhnlich hellgelben Blüten auf. Die mehrjährige Wildstaude blüht von Juni bis September und bietet Wildbienen sowie zahlreichen weiteren Insekten eine wertvolle Nahrungsquelle. Gleichzeitig bringt sie Farbe in halbschattige Gartenbereiche, in denen viele andere Blütenpflanzen nur eingeschränkt gedeihen.

Wenn Ihr Euch für weitere bienenfreundliche Salbeiarten im Pflanzenfinder interessiert, lohnt sich auch ein Blick auf den Wiesen-Salbei, den Echten Salbei oder den Muskateller-Salbei. Zusammen sorgen sie für ein besonders vielfältiges Blütenangebot im Garten.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Der Klebrige Salbei wird auch Gelber Salbei oder Kleb-Salbei genannt. Der botanische Name lautet Salvia glutinosa.

Der Gattungsname Salvia stammt vom lateinischen salvare ab und bedeutet „heilen“ oder „gesund machen“. Er erinnert daran, dass zahlreiche Salbeiarten seit Jahrhunderten als Heilpflanzen genutzt werden.

Der deutsche Name beschreibt eine auffällige Besonderheit der Pflanze: Blätter, Stängel und Blütenstände besitzen klebrige Drüsenhaare, die sich bei Berührung deutlich bemerkbar machen.


Natürliches Vorkommen

Der Klebrige Salbei ist in Mittel- und Südeuropa heimisch. In Deutschland beschränken sich natürliche Vorkommen überwiegend auf die südlichen Bundesländer.

Bevorzugte Standorte sind:

  • lichte Laubwälder
  • Schluchtwälder
  • Auwälder
  • Waldränder
  • Waldlichtungen

Dort wächst die Staude bevorzugt auf frischen, nährstoffreichen Böden und profitiert von einem eher luftfeuchten Klima.

Nach Angaben des Rote-Liste-Zentrums gilt die Art in Deutschland als nicht gefährdet.


Verwendung und Giftigkeit

Der Klebrige Salbei gilt als nicht stark giftig und stellt weder für Menschen noch für Haustiere ein größeres Risiko dar.

Im Gegensatz zum Echten Salbei spielt er jedoch weder als Heil- noch als Gewürzpflanze eine bedeutende Rolle. Seine größte Stärke liegt eindeutig im Zier- und Naturgarten.

Interessant ist eine weitere Besonderheit: Die klebrigen Drüsenhaare können kleine Fluginsekten festhalten. Deshalb wird die Pflanze gelegentlich scherzhaft als natürlicher „Fliegenfänger“ bezeichnet. Wissenschaftlich gesichert ist allerdings keine fleischfressende Lebensweise.


Klebriger Salbei im Garten

Mit seinen hellgelben Lippenblüten bringt der Klebrige Salbei eine Farbe in den Garten, die innerhalb der Gattung nur selten vorkommt. Besonders an halbschattigen Standorten setzt die Staude auffällige Akzente und bildet einen schönen Kontrast zu blau oder violett blühenden Pflanzen.

Blüte

Von Juni bis September erscheinen immer wieder neue Blüten. Durch die lange Blütezeit steht Insekten über viele Wochen hinweg ein kontinuierliches Nahrungsangebot zur Verfügung.

Standort

Ideal sind:

  • sonnige Plätze
  • halbschattige Standorte

Vor allem im lichten Schatten von Gehölzen entwickelt sich die Pflanze hervorragend.

Boden

Optimal sind:

  • humusreiche Böden
  • lehmige Böden
  • tonige Böden
  • sandig-lehmige Gartenböden

Der Boden sollte möglichst frisch bis leicht feucht sein und Wasser gut ableiten können.

Wuchs

Der Klebrige Salbei erreicht Wuchshöhen von bis zu 100 cm und eine Breite von etwa 60 cm. Je nach Standort fällt der Wuchs locker aufrecht bis leicht buschig aus.

Verwendung

Besonders gut eignet sich die Pflanze für:

  • Blumenbeete
  • Unterpflanzungen von Gehölzen
  • naturnahe Pflanzungen
  • größere Kübel auf Balkon oder Terrasse
  • lockere Bodendeckerpflanzungen

Durch die gelben Blüten lässt sich die Staude hervorragend mit violett oder blau blühenden Arten kombinieren.


Pflege und Rückschnitt

Der Klebrige Salbei ist insgesamt unkompliziert und benötigt nach dem Anwachsen nur wenig Pflege. Lediglich während längerer Trockenperioden sollte regelmäßig gegossen werden.

Rückschnitt

Verblühte Blütenstände können im Sommer entfernt werden, wenn eine gepflegte Optik oder eine Nachblüte gewünscht ist.

Die abgestorbenen Triebe sollten jedoch möglichst bis zum stabilen Frühjahr stehen bleiben. Sie dienen zahlreichen Insekten als geschützter Überwinterungsplatz und tragen damit aktiv zum Insektenschutz bei. Erst mit dem neuen Austrieb werden die alten Stängel bodennah zurückgeschnitten.


Klebriger Salbei winterhart?

Der Klebrige Salbei gehört zur USDA-Winterhärtezone 5 und gilt damit in den meisten Regionen Deutschlands als zuverlässig winterhart. Temperaturen bis etwa -25 °C bis -30 °C übersteht die Staude in der Regel problemlos.

Lediglich frisch gepflanzte Exemplare oder Kübelpflanzen profitieren in sehr kalten Wintern von einem leichten Winterschutz.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Mit einem Nektarwert von 3/4 und einem Pollenwert von 1/4 gehört der Klebrige Salbei zu den guten Trachtpflanzen für Wildbienen. Vor allem der vergleichsweise hohe Nektargehalt macht die Blüten während des Sommers attraktiv für zahlreiche Bestäuber.

Regelmäßig besuchen Wildbienen, Honigbienen, Hummeln sowie verschiedene Schwebfliegen die auffälligen Lippenblüten. Dank der langen Blütezeit von Juni bis September steht über viele Wochen hinweg eine zuverlässige Nahrungsquelle zur Verfügung.

Warum Nektar und Pollen für Wildbienen unverzichtbar sind, erklären wir ausführlich im Abschnitt Lebensweise.


Fazit

Der Klebrige Salbei ist eine außergewöhnliche Staude, die vor allem durch ihre seltene gelbe Blütenfarbe und ihre lange Blütezeit überzeugt. Besonders in halbschattigen Gartenbereichen, in denen viele klassische Blütenstauden nur eingeschränkt wachsen, setzt sie attraktive Akzente.

Wer seinen Garten um eine pflegeleichte, insektenfreundliche und zugleich etwas ungewöhnlichere Salbeiart bereichern möchte, trifft mit dieser heimischen Wildstaude eine ausgezeichnete Wahl.


Klebriger Salbei kaufen

Obwohl der Klebrige Salbei weniger bekannt ist als Wiesen- oder Echter Salbei, wird er von verschiedenen Staudengärtnereien und spezialisierten Pflanzenhändlern angeboten. Sowohl Pflanzen als auch Saatgut sind vergleichsweise gut erhältlich.

Eine Auswahl geeigneter Bezugsquellen haben wir Euch im Steckbrief zusammengestellt.

Der Kauf bei einer regionalen Gärtnerei lohnt sich besonders, da die Pflanzen häufig bereits an die klimatischen Bedingungen der Region angepasst sind und gleichzeitig lange Transportwege vermieden werden.


FAQ - Häufige Fragen

Ist der Klebrige Salbei winterhart?
Ja. Die Staude ist in den meisten Regionen Deutschlands problemlos winterhart und benötigt im Beet keinen zusätzlichen Frostschutz.

Welchen Standort bevorzugt der Klebrige Salbei?
Ideal sind sonnige bis halbschattige Plätze mit frischen, humusreichen und gut durchlässigen Böden.

Ist der Klebrige Salbei bienenfreundlich?
Ja. Vor allem aufgrund seines hohen Nektarangebots wird er regelmäßig von Wildbienen, Hummeln und Honigbienen besucht.

Kann man die Pflanze im Kübel kultivieren?
Ja. In ausreichend großen Pflanzgefäßen entwickelt sie sich auch auf Balkon oder Terrasse sehr gut, wenn regelmäßig gegossen wird.

Wann sollte die Pflanze zurückgeschnitten werden?
Aus Gründen des Insektenschutzes sollten die abgestorbenen Triebe möglichst bis zum stabilen Frühjahr stehen bleiben und erst dann entfernt werden.


Warum heimische Pflanzen so wichtig sind

Heimische Pflanzenarten bilden die Grundlage vieler natürlicher Nahrungsketten. Zahlreiche Wildbienen und andere Insekten haben sich über Jahrtausende an diese Arten angepasst und sind auf sie als Nahrungsquelle oder Lebensraum angewiesen.

Auch wenn nicht heimische Zierpflanzen den Garten bereichern können, erreichen sie häufig nicht denselben ökologischen Wert. Ein naturnaher Garten profitiert deshalb besonders von einem hohen Anteil heimischer Pflanzen, die exotische Arten sinnvoll ergänzen.