
Sommerflieder (Buddleja davidii)
Der Sommerflieder – ein invasiver Neophyt!?
Warum ist der Sommerflieder nicht im Pflanzenfinder enthalten?
Das ist eine Frage, die mir während der Sommermonate immer wieder gestellt wird.
Der Sommerflieder, der häufig auch als Schmetterlingsflieder bezeichnet wird, gehört zu den beliebtesten Pflanzen für einen schmetterlingsfreundlichen Garten.
Wer zwischen Juli und September an einem blühenden Strauch vorbeigeht, wird dort meist zahlreiche Insekten beobachten. Tagpfauenauge, Admiral, Kleiner Fuchs oder Distelfalter trinken an den langen Blütenständen den reichlich angebotenen Nektar.
Doch nicht nur Schmetterlinge profitieren von der Pflanze. Auch Hummeln, Honigbienen, Wildbienen und Schwebfliegen lassen sich regelmäßig an den Blüten beobachten.
Warum ist diese Pflanze also nicht im Pflanzenfinder enthalten?
Da diese Frage während der Blütezeit besonders häufig gestellt wird, möchte ich das Thema hier etwas ausführlicher betrachten.
Woher kommt der Sommerflieder?
Der Sommerflieder (Buddleja davidii) stammt ursprünglich aus China und wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Zierpflanze nach Europa eingeführt.
Vor allem seine lange Blütezeit, sein intensiver Duft und seine Anspruchslosigkeit machten ihn schnell zu einer beliebten Gartenpflanze.
Mit der Zeit verbreitete sich die Art jedoch weit über die Gärten hinaus und etablierte sich zunehmend in der freien Natur.
Heute gilt der Sommerflieder als invasiver Neophyt.
Wo wächst er bei uns?
Der Sommerflieder ist äußerst anspruchslos und kommt selbst mit schwierigen Standortbedingungen hervorragend zurecht.
Typische Standorte sind:
- Bahndämme
- Brachflächen
- Kiesgruben
- Flussufer
- Straßenränder
- Schuttflächen
- Mauerritzen
Besonders auf offenen und sonnigen Flächen kann er sich sehr schnell ausbreiten.
Sommerflieder – Insektenunfreundlich?
Ganz klar: Nein!
Der Sommerflieder ist eine hervorragende Nektarquelle und wird von zahlreichen Insekten besucht.
An seinen Blüten lassen sich regelmäßig beobachten:
- Schmetterlinge
- Hummeln
- Honigbienen
- Schwebfliegen
Seinen Namen als Schmetterlingsflieder trägt er also völlig zu Recht.
Wo ist der Haken?
Das Problem an der ganzen Sache ist, dass viele Menschen die große Zahl an Schmetterlingen automatisch mit einem hohen ökologischen Wert gleichsetzen.
Dabei wird häufig ein wichtiger Punkt übersehen:
Schmetterlinge brauchen nicht nur Nektarpflanzen, sondern auch Raupenfutterpflanzen.
Der Sommerflieder liefert zwar reichlich Nektar für erwachsene Falter. Viele heimische Schmetterlingsarten sind für die Entwicklung ihrer Raupen jedoch auf ganz andere Pflanzen angewiesen.
Hinzu kommt, dass sich der Sommerflieder außerhalb von Gärten sehr stark ausbreiten kann.
Warum ist der Sommerflieder problematisch?
Er breitet sich sehr schnell aus
Ein einzelner Strauch produziert jedes Jahr große Mengen an Flugsamen.
Diese werden durch den Wind über weite Strecken verbreitet und können immer wieder neue Standorte besiedeln.
Er verdrängt heimische Pflanzenarten
Vor allem an Flussufern, Brachflächen und anderen offenen Standorten bildet der Sommerflieder häufig dichte Bestände.
Dadurch werden heimische Pflanzenarten verdrängt, die für viele Insekten als Nahrungsquelle und Lebensraum unverzichtbar sind (mehr Details zur Bedeutung heimischer Raupenfutterpflanzen).
Die Artenvielfalt nimmt ab
Das eigentliche Problem ist also nicht die einzelne Pflanze im Garten, sondern ihre Auswirkungen auf natürliche Lebensräume.
Wo heimische Pflanzen verschwinden, verlieren viele Insekten wichtige Nahrungsquellen, Brutplätze und Lebensräume.
Fazit und Alternativen!
Aus diesem Grund ist meiner Ansicht nach von einer gezielten Anpflanzung des Sommerflieders abzuraten.
Man muss im Garten aber keineswegs auf attraktive und insektenfreundliche Pflanzen verzichten.
Es gibt zahlreiche heimische Alternativen, die nicht nur Schmetterlinge, sondern auch Wildbienen, Hummeln und viele weitere Insekten fördern.
Meine vier Favoriten sind:
- Salweide (Salix caprea)– eine der wichtigsten heimischen Pflanzen überhaupt und unverzichtbar für viele Wildbienen- und Schmetterlingsarten.
- Faulbaum (Frangula alnus) – eine wichtige Raupenfutterpflanze für den Zitronenfalter und gleichzeitig eine wertvolle Nektarquelle.
- Gewöhnlicher Dost (Origanum vulgare) – ein echter Alleskönner für Schmetterlinge, Wildbienen und Hummeln.
- Gewöhnlicher Wasserdost (Eupatorium cannabinum) – eine der besten heimischen Pflanzen für den Spätsommer.
Diese und viele weitere heimische Alternativen findet Ihr natürlich direkt hier bei uns im Pflanzenfinder.









