⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆


Bewertung: 8,6 / 10 ⭐

 

Nektar: 3/4
Pollen: 3/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

Templiner Kräutergarten – LINK

Amazon – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Carlina acaulis

Pflanzenfamilie: Korbblütler

Pflanzenart: Staude

Verwendung: Blumenbeete, Steingarten, Dachbegrünung

Standort: Sonne

Wasserbedarf: gering, trockenheitsresistent

max. Höhe: 40 cm

max. Breite: 40 cm

Blühfarbe: weiß

Blühzeitraum: Juli – September

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: sandig, lehmig, humusarm

Nährstoffeigenschaften: nährstoffarm, mäßig nährstoffreich, kalkhaltig

Feuchteeigenschaften: frisch bis trocken, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Silberdistel (Carlina acaulis)!

 

Wer der Silberdistel einmal in freier Natur begegnet ist, wird sie so schnell nicht wieder vergessen. Mit ihren auffälligen, silbrig glänzenden Blüten gehört sie zu den markantesten heimischen Wildpflanzen überhaupt.

Dennoch ist sie vielen Menschen kaum bekannt. Das liegt vor allem daran, dass ihre natürlichen Lebensräume immer seltener werden und sie deshalb nur noch vereinzelt anzutreffen ist.

Dabei vereint die Silberdistel gleich mehrere Eigenschaften, die sie für den naturnahen Garten interessant machen: Sie ist robust, trockenheitsverträglich, winterhart und gleichzeitig eine hervorragende Nahrungsquelle für zahlreiche Insektenarten.

Nicht ohne Grund wurde sie bereits 1997 zur Blume des Jahres gewählt.

Weitere Distelarten, wie beispielsweise die Kugeldistel, die Elfenbeindistel oder verschiedene Kratzdisteln, findet Ihr ebenfalls im Pflanzenfinder.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Die Silberdistel ist unter zahlreichen weiteren Namen bekannt.

Alternative Bezeichnungen

  • Große Eberwurz
  • Wetterdistel
  • Bergdistel
  • Roßwurz
  • Amberwurz
  • Kraftwurz
  • Einhackel

Der wissenschaftliche Name lautet „Carlina acaulis“.

Der Begriff „Distel“ stammt vermutlich aus dem Indogermanischen und bedeutet so viel wie „spitz“ oder „stechen“.

Die Bezeichnung „Silber“ ist auf die silbrig glänzenden Hüllblätter zurückzuführen, die die eigentliche Blüte umgeben.


Natürliches Vorkommen

Die Silberdistel ist in Mitteleuropa und somit auch in Deutschland heimisch.

Zu ihren bevorzugten Lebensräumen gehören:

  • Magerrasen
  • Trockenrasen
  • extensive Weideflächen
  • kalkreiche Wiesen
  • sonnige Hanglagen

Besonders häufig kommt sie in den mittleren und südlichen Regionen Deutschlands vor.

Viele natürliche Standorte werden durch eine traditionelle Schafbeweidung offengehalten. Dadurch wird eine Verbuschung verhindert und konkurrenzschwächeren Pflanzenarten bleibt ihr Lebensraum erhalten.

Die Silberdistel wird deshalb heute auf der Vorwarnliste gefährdeter Pflanzenarten geführt.


Verwendung und Giftigkeit

Die Silberdistel gilt als leicht giftig.

Gleichzeitig wird sie bereits seit Jahrhunderten in der Naturheilkunde verwendet. Vor allem der Wurzel werden verschiedene heilende Eigenschaften zugeschrieben.

Einigen Quellen zufolge gelten außerdem die jungen Blätter und die Blütenböden nach entsprechender Zubereitung als essbar.

Heute steht jedoch vor allem ihre Bedeutung als heimische Wild- und Insektenpflanze im Vordergrund.


Silberdistel (Carlina acaulis) im naturnahen Garten

Die Silberdistel gehört sicherlich nicht zu den Pflanzen, die man in jedem zweiten Garten findet.

Gerade das macht sie jedoch so interessant. Mit ihren ungewöhnlichen Blüten setzt sie auffällige Akzente und sorgt vor allem in naturnah gestalteten Gärten für ein ganz besonderes Erscheinungsbild.

Blüte

  • Blütezeit: Juli bis September
  • silbrig-weiße Blüten
  • große Blütenköpfe
  • auffällige Hüllblätter
  • dekorative Samenstände

Die Blüten öffnen und schließen sich abhängig von der Luftfeuchtigkeit. Deshalb wird die Pflanze gelegentlich auch als Wetterdistel bezeichnet.

Standort

  • Sonne
  • warme Standorte
  • vollsonnige Lagen
  • geschützte Plätze

Je sonniger der Standort ist, desto besser entwickelt sich die Pflanze.

Boden

  • sandig
  • lehmig
  • humusarm
  • nährstoffarm
  • mäßig nährstoffreich
  • kalkhaltig
  • frisch bis trocken
  • gut wasserdurchlässig

Staunässe sollte unbedingt vermieden werden.

Wuchs

  • mehrjährige Staude
  • Höhe: bis 40 cm
  • Breite: bis 40 cm
  • rosettenförmiger Wuchs
  • tiefreichendes Wurzelsystem
  • sehr gute Trockenheitsverträglichkeit

Die tatsächliche Wuchsgröße kann je nach Standort variieren.

Verwendung

  • Blumenbeet
  • Steingarten
  • Dachbegrünung

Vor allem in Steingärten, auf Trockenmauern und in mageren Beeten kommt die Silberdistel besonders gut zur Geltung. Aufgrund ihrer ausgeprägten Trockenheitsverträglichkeit eignet sie sich außerdem hervorragend für eine extensive Dachbegrünung. 


Pflege und Rückschnitt

Die Silberdistel gehört zu den pflegeleichtesten heimischen Wildpflanzen überhaupt. Nach dem Anwachsen benötigt sie nur wenig Aufmerksamkeit.

Zusätzliche Wassergaben sind meist nur während sehr langer Trockenperioden erforderlich. Auf nährstoffarmen Standorten kommt die Pflanze deutlich besser zurecht als auf stark gedüngten Böden.

Auf Dünger kann in den meisten Fällen vollständig verzichtet werden. Ein zu hoher Nährstoffgehalt wirkt sich häufig sogar negativ auf die Entwicklung aus.

Ein regelmäßiger Rückschnitt ist ebenfalls nicht notwendig. Verblühte Blütenstände können im Herbst entfernt werden, viele Gartenbesitzer lassen sie jedoch bis in den Winter stehen, da sie auch dann noch einen hohen Zierwert besitzen.


Ist die Silberdistel winterhart?

Die Silberdistel (Carlina acaulis) gilt als ausgesprochen winterhart und wird überwiegend den USDA-Winterhärtezonen 4 bis 8 zugeordnet. Damit verträgt sie Temperaturen von etwa -30 °C bis -35 °C.

Ein zusätzlicher Winterschutz ist bei ausgepflanzten Exemplaren normalerweise nicht erforderlich.

Wesentlich wichtiger als der Schutz vor Frost ist ein gut durchlässiger Boden. Vor allem im Winter kann anhaltende Staunässe zu Problemen führen.

Bei einer Pflanzung im Kübel sollte auf einen ausreichenden Wasserabfluss geachtet werden.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Die Silberdistel gehört zu den wertvollsten heimischen Nahrungspflanzen für zahlreiche Insektenarten überhaupt. Mit hohen Werten bei Nektar (3/4) und Pollen (3/4) stellt sie ein extrem ergiebiges und qualitativ hochwertiges Nahrungsangebot bereit.

An den Blüten lassen sich unter anderem beobachten:

  • Wildbienen

  • Hummeln

  • Honigbienen

  • Schmetterlinge

  • Schwebfliegen

  • Käfer

Mit ihrer langen Blütezeit von Juli bis September stellt sie vielen Bestäubern über mehrere Wochen hinweg reichlich Nektar und Pollen zur Verfügung. Gerade auf trockenen und nährstoffarmen Standorten zählt sie zu den wichtigsten heimischen Schlüsselpflanzen für die Förderung der Artenvielfalt.

Welche Bedeutung Nektar und Pollen für Wildbienen und andere Bestäuber haben, erfahrt Ihr ausführlich im Bereich Lebensweise.


Silberdistel kaufen

Die Silberdistel ist zwar deutlich seltener als viele klassische Gartenstauden, dennoch ist sie mittlerweile recht gut erhältlich.

Sowohl Pflanzen als auch Samen werden von verschiedenen Staudengärtnereien und Online-Händlern angeboten. Einige Bezugsquellen findet Ihr bereits oben im Steckbrief.

Beim Kauf sollte möglichst auf die botanische Bezeichnung Carlina acaulis geachtet werden, da verschiedene Distelarten unter ähnlichen Namen angeboten werden.


Häufige Fragen zur Silberdistel

Ist die Silberdistel heimisch?
Ja. Die Silberdistel ist in Deutschland heimisch und kommt vor allem auf kalkreichen Magerrasen vor.

Ist die Silberdistel eine echte Distel?
Ja. Im Gegensatz zur Elfenbeindistel gehört die Silberdistel tatsächlich zu den Korbblütlern und damit zu den echten Disteln.

Ist die Silberdistel giftig?
Die Pflanze gilt als leicht giftig. Gleichzeitig werden einzelne Pflanzenteile seit langer Zeit in der Naturheilkunde verwendet.

Welchen Standort benötigt die Silberdistel?
Ideal sind sonnige, warme und trockene Standorte mit gut durchlässigem Boden.

Ist die Silberdistel für eine Dachbegrünung geeignet?
Ja. Aufgrund ihrer ausgeprägten Trockenheitsverträglichkeit eignet sie sich sehr gut für extensive Dachbegrünungen.

Muss die Silberdistel regelmäßig gegossen werden?
Nein. Nach dem Anwachsen kommt die Pflanze meist ohne zusätzliche Bewässerung aus.


Heimische Wildpflanzen als wichtiger Bestandteil naturnaher Gärten

Die Silberdistel gehört zu den heimischen Wildpflanzen, deren natürliche Lebensräume in den vergangenen Jahrzehnten immer kleiner geworden sind.

Mit einer Pflanzung im eigenen Garten lässt sich deshalb nicht nur ein optischer Akzent setzen. Gleichzeitig entsteht auch ein zusätzlicher Lebensraum für zahlreiche Insektenarten.

Besonders in Kombination mit anderen heimischen Wildblumen wie Flockenblumen, Skabiosen oder Witwenblumen kann die Silberdistel einen wertvollen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt leisten.