⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆


Bewertung: 6,8 / 10 ⭐

 

Nektar: 2/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich – LINK

Pötschke – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

Jelitto – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Daphne mezereum

Pflanzenfamilie: Spatzenzungengewächse

Pflanzenart: Strauch

Verwendung: Heckenpflanze, Einzelstellung, Unterpflanzung

Standort: Sonne, Halbschatten, Schatten

Wasserbedarf: gering, normal

max. Höhe: 1,5 m

max. Breite: 1 m

Blühfarbe: rosa, violett

Blühzeitraum: März – Mai

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: steinig, kiesig, sandig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig, stickstoffreich

Feuchteeigenschaften: frisch, mäßig feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, giftig, windunempfindlich


Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Echter Seidelbast (Daphne mezereum)

 

Der Echter Seidelbast (Daphne mezereum) ist eine von mehreren hundert Pflanzen im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder von bienennutzgarten.de.
Der heimische Frühjahrsstrauch zählt zu den wichtigsten Vorfrühlingsblühern und gehört zu den wertvollsten Nahrungsquellen für erste Wildbienen und Hummelköniginnen im Jahr.

Ein naher Verwandter ist der Rosmarin-Seidelbast, der ebenfalls sehr früh im Jahr blüht und ökologisch bedeutsam ist.


Alternative Namen & Namensherkunft

Der Echte Seidelbast ist regional unter verschiedenen Namen bekannt, darunter:

  • Gewöhnlicher Seidelbast

  • Echt-Seidelbast

  • Kellerhals

Der botanische Name Daphne mezereum stammt aus der griechischen Mythologie.
Der deutsche Name „Seidelbast“ leitet sich vermutlich vom Wort „zeideln“ ab, was „ziehen“ bedeutet – ein Hinweis auf die stark hautreizende Wirkung der Rinde.

Charakteristisch sind die duftenden Blüten, die direkt am kahlen Holz erscheinen.


Echter Seidelbast – Natürliches Vorkommen

Der Echte Seidelbast ist in Mitteleuropa heimisch und in Deutschland noch relativ weit verbreitet, besonders in Mittelgebirgen und im Alpenraum.

Typische natürliche Standorte sind:

  • Buchen- und Laubmischwälder

  • Waldsäume

  • Hochstaudenfluren

  • Berg- und Auenwälder

Regional gilt die Art als gefährdet, insgesamt jedoch noch als nicht gefährdet.


Verwendung & Giftigkeit

Alle Pflanzenteile sind hochgiftig, insbesondere:

  • Früchte

  • Samen

  • Rinde

Schon wenige Beeren können schwere Vergiftungen verursachen.
Der Strauch ist daher für Familiengärten mit Kindern nur eingeschränkt geeignet.

In der Homöopathie wird er traditionell bei:

  • Hauterkrankungen

  • Nervenschmerzen

eingesetzt – ausschließlich unter fachlicher Aufsicht.


Echter Seidelbast im naturnahen Garten

Der Strauch ist ein außergewöhnlich wertvolles Gehölz für den Vorfrühling.
Durch seine sehr frühe Blüte zählt er zu den ersten Trachtpflanzen des Jahres.

Typische Eigenschaften im Garten:

  • sehr frühblühend

  • intensiver Blütenduft

  • schattenverträglich

  • hoher ökologischer Nutzen

Die rosa bis violetten Blüten erscheinen oft schon vor dem Laubaustrieb.


Standort

Geeignet sind vor allem:

  • halbschattige Lagen

  • lichte Schattenbereiche

  • absonnige Standorte

  • geschützte Waldgartenzonen

Volle Sonne wird toleriert, wenn der Boden ausreichend frisch bleibt.


Boden

Bevorzugt werden:

  • humusreiche Böden

  • nährstoffreiche Substrate

  • kalkhaltige Untergründe

  • gleichmäßig frische Standorte

Staunässe sollte vermieden werden.


Wuchs

  • Höhe: bis ca. 1,5 m

  • Breite: bis ca. 1 m

  • Wuchsform: aufrecht, locker verzweigt

  • Besonderheit: Blüte am vorjährigen Holz

Der Strauch wächst langsam und bleibt kompakt.


Verwendung im Garten

Der Echte Seidelbast eignet sich besonders für:

  • Unterpflanzung von Laubbäumen

  • naturnahe Hecken

  • Gehölzränder

  • Einzelstellung in Waldgärten

Auch eine Kübelpflanzung ist möglich, sofern ein schattiger, kühler Standort gewählt wird.


Echter Seidelbast – Schneiden & Pflege

Der Strauch ist sehr schnittempfindlich und sollte möglichst wenig geschnitten werden.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht notwendig und wird nicht empfohlen.

Wichtige Pflegehinweise:

  • nur abgestorbene oder beschädigte Triebe entfernen

  • keine starken Rückschnitte durchführen

  • Formkorrekturen möglichst vermeiden

Da die Blüten am vorjährigen Holz erscheinen, würde ein Winterschnitt die Blüte stark beeinträchtigen.

Aus Gründen des Insekten- und Vogelschutzes sollten Gehölze möglichst über Winter ungeschnitten bleiben.
Alte Triebe bieten zahlreichen Insekten wertvolle Überwinterungsquartiere.

Falls ein Schnitt erforderlich ist, erfolgt er direkt nach der Blüte im späten Frühjahr.


Echter Seidelbast – Winterhärte

Der Echte Seidelbast ist sehr winterhart.

  • USDA-Zone: 4

  • Temperaturbereich: bis etwa –35 °C

Ein zusätzlicher Winterschutz ist nicht notwendig.


Nutzen für Wildbienen & andere Insekten

Der ökologische Wert ist besonders im zeitigen Frühjahr hoch:

  • Nektar: 2/4

  • Pollen: 2/4

Von den frühen Blüten profitieren unter anderem:

  • Hummelköniginnen

  • Mauerbienen

  • frühe Solitärbienen

Er gehört zu den wichtigen Frühtrachtpflanzen für schattige Standorte.


Fazit

Der Echte Seidelbast ist ein herausragender heimischer Frühblüher mit großer Bedeutung für früh fliegende Wildbienen.
Trotz seiner Giftigkeit ist er eine ausgezeichnete Wahl für naturnahe Waldgärten und strukturreiche Gehölzbereiche.


Echter Seidelbast kaufen

Die Pflanzet ist gut verfügbar und wird von vielen Baumschulen angeboten.
Empfehlenswert ist der Kauf bei regionalen Anbietern, da diese Pflanzen optimal an das jeweilige Klima angepasst sind.


FAQ

Ist der Echte Seidelbast heimisch?
Ja, er ist eine heimische Gehölzart Mitteleuropas.

Wie hoch wird der Echte Seidelbast?
Bis etwa 1,5 Meter hoch und 1 Meter breit.

Ist der Echte Seidelbast giftig?
Ja, alle Pflanzenteile sind stark giftig.

Ist er bienenfreundlich?
Ja, er zählt zu den wichtigen Frühblühern für Wildbienen.

Ist er winterhart?
Ja, vollständig winterhart.


Bedeutung heimischer Pflanzen

Dieser Frühjahrsstrauch steht exemplarisch für den Wert heimischer Gehölze:

  • frühe Nahrungsquelle im Jahresverlauf

  • Anpassung an Waldstandorte

  • Förderung spezialisierter Wildbienen

  • stabile ökologische Wechselwirkungen

Heimische Frühblüher sind unverzichtbar für einen erfolgreichen Start in das Insektenjahr.