⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆
Bewertung: 7,1 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 1/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
n.v.
Bezugsquellen* (Samen)
Templiner Kräutergarten – LINK
Hof Jeebel – LINK
Gärtnerei Strickler – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Melampyrum arvense
Pflanzenfamilie: Sommerwurzgewächse
Pflanzenart: Kraut
Verwendung: Wildblumenwiese, Balkon- und Terrassenpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: gering, normal
max. Höhe: 40 cm
max. Breite: 30 cm
Blühfarbe: rosa, violett
Blühzeitraum: Juli, August
Lebenszyklus: einjährig; zweijährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: lehmig, steinig, kiesig, tonig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffarm, kalkhaltig
Feuchteeigenschaften: mäßig trocken, trocken, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
heimisch, nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense)
Der Acker-Wachtelweizen ist eine selten gewordene heimische Wildpflanze mit auffälligen rosa-violetten Blüten.
Besonders auf extensiven Wildblumenwiesen oder in naturnahen Pflanzungen sorgt die Art für einen außergewöhnlichen Blickfang.
Durch die intensive Landwirtschaft und den Verlust traditioneller Ackerwildkrautgesellschaften ist die Pflanze heute deutlich seltener geworden.
Weitere im Pflanzenfinder enthaltene, heimische Arten für Wildblumenflächen sind z.B. die Acker-Glockenblume oder die Acker-Witwenblume.
Acker-Wachtelweizen – Alternative Namen und Namensherkunft
Alternative Namen konnten für den Acker-Wachtelweizen kaum recherchiert werden.
Der botanische Name lautet Melampyrum arvense.
Der Begriff „Wachtelweizen“ soll auf Wachteln zurückgehen, die die Samen der Pflanze gern aufnehmen sollen. Das „Acker“ verweist auf die früher typischen Standorte innerhalb traditionell bewirtschafteter Felder und Ackerränder.
Botanisch interessant ist außerdem, dass die Art ein sogenannter Halbparasit ist. Die Pflanze betreibt zwar selbst Photosynthese, zapft jedoch zusätzlich benachbarte Gräser oder andere Pflanzen über die Wurzeln an.
Natürliches Vorkommen
Die Pflanze kommt in Mitteleuropa heimisch vor, ist in Deutschland jedoch nur noch selten anzutreffen.
Typische Standorte sind:
- Ackerraine
- Trockenrasen
- warme Säume
- extensiv bewirtschaftete Felder
- kurzlebige Unkrautfluren
Die Vorkommen konzentrieren sich vor allem auf Süd- und Mitteldeutschland.
👉 Laut Rote Liste Zentrum gilt die Art deutschlandweit als gefährdet, die Bestände werden zusätzlich als stark rückläufig beschrieben.
Hauptursachen sind:
- intensive Landwirtschaft
- Herbizideinsatz
- Überdüngung
- Verlust artenreicher Ackerränder
Verwendung und Giftigkeit
Die Pflanze gilt als schwach giftig und sollte nicht verzehrt werden.
Eine Verwendung als Heilpflanze oder Küchenkraut konnte nicht nachgewiesen werden. Heute besitzt die Art vor allem einen hohen Wert für:
- naturnahe Wildblumenflächen
- Artenschutzprojekte
- extensive Wiesen
- seltene Ackerwildkraut-Mischungen
Gerade Naturgärten profitieren optisch stark von den auffälligen Blütenständen.
Acker-Wachtelweizen im naturnahen Garten
Im klassischen Garten ist die Pflanze nur selten anzutreffen. Dabei besitzt sie mit ihren kräftigen rosa-violetten Hochblättern einen außergewöhnlichen Zierwert.
Besonders in lockeren Wildpflanzungen wirkt die Art sehr natürlich und ursprünglich.
Standort
- Sonne bis Halbschatten
Boden
- lehmig
- kiesig
- steinig
- kalkhaltig
- humusreich
- gut wasserdurchlässig
Der Boden darf durchaus trocken sein.
Wuchs
- Höhe: bis ca. 40–60 cm
- Breite: bis ca. 30 cm
Da die Pflanze halbparasitisch lebt, benötigt sie geeignete Nachbarpflanzen beziehungsweise Gräser als Wirtspflanzen.
Verwendung im Garten
Die Einsatzmöglichkeiten liegen vor allem im naturnahen Bereich.
Geeignet für:
- Wildblumenwiesen
- extensive Naturgärten
- trockene Blühflächen
- Balkonkästen mit Wildgräsern
- Kübelpflanzungen
Eine erfolgreiche Aussaat gelingt meist nur dann gut, wenn passende Gräser mit ausgesät werden.
Acker-Wachtelweizen – Winterhärte (USDA-Zone)
Da es sich überwiegend um eine einjährige bis kurzlebige Art handelt, spielt klassische Winterhärte nur eine untergeordnete Rolle.
- USDA-Zone: meist 6–8
- Selbstaussaat entscheidend für den dauerhaften Erhalt
Die Pflanze überdauert häufig über Samen im Boden.
Nutzen für Wildbienen und Insekten
Der Acker-Wachtelweizen besitzt einen guten ökologischen Nutzen.
- Nektar: 3/4
- Pollen: 1/4
Besonders profitieren:
- Hummeln
- verschiedene Wildbienen
- Schwebfliegen
Durch die späte Blütezeit stellt die Art zusätzlich im Hochsommer noch Nahrung bereit.
Gerade extensiv gepflegte Wildblumenflächen profitieren stark von solchen spezialisierten heimischen Pflanzenarten.
Fazit
Der Acker-Wachtelweizen ist eine seltene und ökologisch wertvolle Wildpflanze für naturnahe Gärten und extensive Blühflächen.
Mit den auffälligen Blüten, der interessanten Lebensweise als Halbparasit und der Bedeutung für Wildbienen stellt die Art eine spannende Alternative zu klassischen Gartenpflanzen dar.
Kaufen
Samen sind nur bei spezialisierten Wildpflanzenhändlern erhältlich und deutlich seltener verfügbar als gewöhnliche Gartenblumen. Für naturnahe Wildblumenwiesen ist die Art dennoch eine äußerst interessante Ergänzung.
FAQ
Ist die Pflanze heimisch?
Ja, die Art ist in Deutschland heimisch, heute jedoch selten geworden.
Warum gilt die Pflanze als gefährdet?
Vor allem intensive Landwirtschaft und der Verlust extensiver Ackerränder haben die Bestände stark reduziert.
Ist die Pflanze bienenfreundlich?
Ja, besonders Hummeln und Wildbienen profitieren vom Nektarangebot.
Kann man Melampyrum arvense im Garten kultivieren?
Ja, allerdings benötigt die Art passende Wirtspflanzen wie Süßgräser.
Ist Acker-Wachtelweizen winterhart?
Die Pflanze erhält sich überwiegend über Selbstaussaat und nicht über dauerhafte Überwinterung der Einzelpflanze.















