⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆
Bewertung: 7,4 / 10 ⭐
Nektar: 4/4
Pollen: 1/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Vilmorin – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Tilia cordata
Pflanzenfamilie: Malvengewächse
Pflanzenart: Baum
Verwendung: Einzelstellung
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: normal, hoch
max. Höhe: 30 m
max. Breite: 30 m
Blühfarbe: gelb, weiß
Blühzeitraum: Juni, Juli
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalktolerant
Feuchteeigenschaften: frisch bis trocken, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich, heimisch
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Winterlinde (Tilia cordata)!
Die Winterlinde gehört zu den mächtigsten heimischen Bäumen im Pflanzenfinder. Ein ausgewachsenes Exemplar kann mehrere Jahrhunderte alt werden und entwickelt mit der Zeit eine beeindruckende, weit ausladende Krone.
Weitere bienenfreundliche Bäume, wie beispielsweise die Edelkastanie oder verschiedene Obstbäume, findet Ihr ebenfalls im Pflanzenfinder.
Besonders während der Blütezeit wird deutlich, welchen ökologischen Wert ein einzelner großer Baum besitzen kann. Tausende kleine Blüten bieten innerhalb weniger Wochen ein enormes Nahrungsangebot für zahlreiche Insekten.
Aufgrund ihrer späteren Blüte ergänzt sie zudem andere früh blühende Gehölze und kann damit einen wichtigen Beitrag zu einem möglichst kontinuierlichen Nahrungsangebot leisten.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Für die Winterlinde existieren verschiedene regionale und historische Bezeichnungen.
Alternative Namen
- Steinlinde
- Waldlinde
- Augustlinde
- Herzblättrige Linde
- Herzblattlinde
- Kleinblättrige Linde
Der wissenschaftliche Name lautet „Tilia cordata“.
Der Gattungsname „Tilia“ ist die bereits im Lateinischen verwendete Bezeichnung für die Linde.
Das lateinische „cordatus“ bedeutet sinngemäß „herzförmig“ und verweist auf die charakteristische Form der Blätter.
Die Bezeichnung „Winterlinde“ dient vor allem zur Abgrenzung von der eng verwandten Sommerlinde. Sie treibt etwas später aus und beginnt auch später mit der Blüte.
Natürliches Vorkommen
Der Baum ist in Deutschland heimisch und besitzt ein großes natürliches Verbreitungsgebiet, das sich über weite Teile Europas erstreckt.
Typische natürliche Standorte sind unter anderem:
- Eichen-Hainbuchenwälder
- Laubmischwälder
- lichte Wälder
- Waldränder
- warme Hanglagen
In Deutschland ist die Art weit verbreitet und in zahlreichen Regionen anzutreffen.
Sie kommt sowohl im Tiefland als auch in höheren Lagen vor und bevorzugt warme Standorte mit ausreichend nährstoffreichen Böden.
Aufgrund ihrer weiten Verbreitung und stabilen Bestände wird sie in Deutschland als nicht gefährdet eingestuft.
Verwendung und Giftigkeit
Der Baum gilt als nicht stark giftig und besitzt eine lange Geschichte als Nutz- und Kulturpflanze.
Besonders bekannt sind die Blüten. Getrocknet werden sie traditionell zur Herstellung von Lindenblütentee verwendet.
Auch in anderen Bereichen besitzt die Art eine lange Nutzungsgeschichte:
- Lindenblütentee
- Lindenblütenhonig
- Holzschnitzerei
- Möbel- und Innenausbau
- Zeichen- und Holzkohle
- Park- und Straßenbaum
- Dorf- und Gerichtsbaum
Das weiche und gut zu bearbeitende Lindenholz wird bereits seit Jahrhunderten für Schnitzarbeiten verwendet.
Darüber hinaus besitzt die Linde eine große kulturgeschichtliche Bedeutung. Alte Dorf-, Gerichts- und Tanzlinden sind noch heute in zahlreichen Regionen Deutschlands zu finden.
Winterlinde (Tilia cordata) im naturnahen Garten
Für einen kleinen Garten ist dieser Baum sicherlich nicht die richtige Wahl. Wer allerdings über ein entsprechend großes Grundstück verfügt, kann mit ihm langfristig einen ausgesprochen wertvollen Lebensraum schaffen.
Schon allein die spätere Größe sollte bei der Pflanzung unbedingt berücksichtigt werden.
Blüte
- Blütezeit: Juni bis Juli
- gelblich-weiße Blüten
- zahlreiche kleine Einzelblüten
- intensiv süßlicher Duft
- sehr nektarreich
Während der Blüte kann die gesamte Baumkrone von zahlreichen Insekten besucht werden.
Standort
- Sonne
- Halbschatten
- warme bis mäßig warme Lagen
- ausreichend große Freiflächen
Bei der Standortwahl sollte nicht nur die aktuelle Größe des Jungbaumes berücksichtigt werden. Entscheidend ist der Platzbedarf nach mehreren Jahrzehnten.
Boden
- sandig
- lehmig
- humusreich
- nährstoffreich
- kalktolerant
- mäßig trocken bis frisch
- wasserdurchlässig
Sehr trockene und dauerhaft vernässte Böden sind weniger geeignet.
Wuchs
- sommergrüner Laubbaum
- breite, geschlossene Krone
- Höhe: bis etwa 30 m
- Breite: im Alter bis etwa 30 m
- sehr langlebig
Alte Exemplare können gewaltige Dimensionen erreichen und das Erscheinungsbild eines Grundstücks entsprechend prägen.
Verwendung
- Einzelstellung
- große Naturgärten
- Streuobst- und Landschaftsbereiche
- große Grundstücke
- Parks
- Hof- und Dorfplätze
Für Balkon, Terrasse oder kleine Reihenhausgärten ist ein solcher Großbaum naturgemäß nicht geeignet. In ausreichend großen Gärten kann er dagegen über Generationen hinweg zu einem ökologisch und gestalterisch wertvollen Mittelpunkt werden.
Pflege und Rückschnitt
Als großer heimischer Laubbaum benötigt die Winterlinde nach dem Anwachsen vergleichsweise wenig Pflege. In den ersten Standjahren sollte jedoch auf eine ausreichende Wasserversorgung geachtet werden.
Besonders während längerer Trockenperioden profitieren junge Bäume von durchdringenden Wassergaben. Ältere Exemplare kommen aufgrund ihres weitreichenden Wurzelsystems deutlich besser mit vorübergehender Trockenheit zurecht.
Eine regelmäßige Düngung ist auf normalen Gartenböden nicht notwendig. Eine Mulchschicht aus Laub oder anderem organischen Material kann helfen, die Bodenfeuchtigkeit zu erhalten und das Bodenleben zu fördern.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist ebenfalls nicht erforderlich. Entfernt werden sollten vor allem:
- abgestorbene Äste
- beschädigte Triebe
- sich kreuzende Äste
- ungünstig wachsende Triebe
Größere Schnittmaßnahmen sollten gut überlegt sein, da sich der Baum von Natur aus zu einer stattlichen Krone entwickelt. Bei alten oder sehr großen Exemplaren gehören umfangreiche Arbeiten in die Hände eines Fachbetriebs.
Ist die Winterlinde winterhart?
Als heimischer Baum ist sie ausgesprochen winterhart und hervorragend an die klimatischen Bedingungen Mitteleuropas angepasst.
Sie wird überwiegend den USDA-Winterhärtezonen 3 bis 7 zugeordnet und verträgt damit Temperaturen bis etwa -35 °C bis -40 °C.
Ein zusätzlicher Winterschutz ist bei ausgepflanzten Exemplaren nicht erforderlich.
Lediglich frisch gepflanzte Jungbäume können in den ersten Jahren etwas empfindlicher auf extreme Witterungsbedingungen reagieren. Entscheidend ist hier weniger der Frost als eine ausreichende Wasserversorgung während längerer trockener Phasen.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Während der Blütezeit entwickeln große Linden ein enormes Blütenangebot und gehören damit zu den besonders ergiebigen Nahrungsquellen für zahlreiche Insekten.
An den Blüten lassen sich unter anderem beobachten:
- Hummeln
- verschiedene Wildbienenarten
- Honigbienen
- Schwebfliegen
- Käfer
- zahlreiche weitere Blütenbesucher
Besonders wertvoll ist das große Nektarangebot (4/4). Pollen wird ebenfalls bereitgestellt, spielt mit einer Bewertung von 1/4 jedoch eine deutlich geringere Rolle.
Die Blütezeit von Juni bis Juli fällt zudem in eine Phase, in der bei entsprechend großen Exemplaren innerhalb kurzer Zeit enorme Mengen an Nahrung zur Verfügung stehen.
Neben den Blüten besitzt der Baum noch weitere ökologische Funktionen. Blätter, Rinde, Totholz und die mächtige Krone bieten zahlreichen Tierarten Nahrung, Verstecke und Lebensraum.
Welche Bedeutung Nektar und Pollen für Wildbienen und andere Bestäuber haben, erfahrt Ihr ausführlich im Bereich Lebensweise.
Winterlinde – kaufen
Als heimischer und weit verbreiteter Laubbaum ist die Art im Baumschulhandel sehr gut erhältlich.
Angeboten werden vor allem Jungbäume in unterschiedlichen Größen und Stammumfängen. Einige Bezugsquellen findet Ihr bereits oben im Steckbrief.
Beim Kauf sollte vor allem bedacht werden, welche Dimensionen der Baum langfristig erreichen kann. Der endgültige Standort sollte deshalb bereits vor der Pflanzung sorgfältig ausgewählt werden.
Bei regionalen Baumschulen sind häufig außerdem Herkünfte erhältlich, die an die jeweiligen Standortbedingungen angepasst sind.
FAQ – Häufige Fragen zur Winterlinde
Ist die Winterlinde heimisch?
Ja. Sie gehört zur natürlichen Flora Deutschlands und ist in weiten Teilen des Landes verbreitet.
Wie groß kann eine Winterlinde werden?
Ausgewachsene Bäume können etwa 30 Meter hoch werden und im Alter eine ähnlich breite Krone entwickeln.
Ist die Winterlinde bienenfreundlich?
Ja. Besonders das sehr große Nektarangebot macht die Blüten zu einer wertvollen Nahrungsquelle für Hummeln, Honigbienen und verschiedene Wildbienen.
Wann blüht der Baum?
Die Blüten öffnen sich hauptsächlich im Juni und Juli und damit etwas später als bei der Sommerlinde.
Wie viel Platz benötigt eine Linde?
Sehr viel. Aufgrund der ausladenden Krone und des kräftigen Wurzelsystems sollte ausreichend Abstand zu Gebäuden, Grundstücksgrenzen und anderen großen Gehölzen eingeplant werden.
Muss der Baum regelmäßig geschnitten werden?
Nein. Bei ausreichend Platz kann sich die natürliche Krone weitgehend ohne Schnitt entwickeln. Entfernt werden sollten hauptsächlich abgestorbene oder beschädigte Äste.
Heimische Bäume als wertvolle Lebensräume
Große heimische Bäume gehören zu den ökologisch wertvollsten Strukturen, die ein Garten bieten kann.
Sie stellen nicht nur Blütennahrung bereit, sondern schaffen auf mehreren Ebenen Lebensraum. Blätter dienen verschiedenen Insekten als Nahrung, die Rinde bietet Versteckmöglichkeiten und ältere Äste sowie Baumhöhlen können von zahlreichen Tierarten genutzt werden.
Hinzu kommen Schatten, Verdunstung und die Speicherung von Kohlenstoff. Gerade auf ausreichend großen Grundstücken können langlebige heimische Gehölze deshalb einen wichtigen Beitrag zu einem naturnahen Garten leisten.
Wer den nötigen Platz besitzt, pflanzt mit einem solchen Baum also nicht nur für die kommenden Jahre, sondern möglicherweise für mehrere Generationen.














