⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆
Bewertung: 7,3 / 10 ⭐
Nektar: 2/4
Pollen: 2/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Gärtnerei Strickler – LINK
Wildpflanzenverkauf – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Templiner Kräutergarten – LINK
NaturKönig – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Hieracium murorum
Pflanzenfamilie: Korbblütler
Pflanzenart: Staude, Kraut
Verwendung: Balkon- und Terrassenpflanze, Unterpflanzung, Blumenbeet
Standort: Sonne, Halbschatten, Schatten
Wasserbedarf: gering, normal
max. Höhe: 60 cm
max. Breite: 30 cm
Blühfarbe: gelb
Blühzeitraum: Mai – August
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: mäßig nährstoffreich, kalkarm
Feuchteeigenschaften: mäßig trocken, frisch, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
heimisch, winterhart, wintergrün, nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum)
Das Wald-Habichtskraut (Hieracium murorum) gehört zu den eher unbekannten heimischen Wildstauden. Dabei besitzt die Art einige Eigenschaften, die sie für naturnahe Gärten besonders interessant machen.
Sie wächst nicht nur auf sonnigen Flächen, sondern kommt auch mit halbschattigen und sogar schattigen Standorten zurecht.
Mit ihren leuchtend gelben Blüten sorgt sie zudem über viele Wochen hinweg für Farbtupfer in Bereichen, in denen die Auswahl an insektenfreundlichen Pflanzen oftmals begrenzt ist.
Im Pflanzenfinder findet Ihr weitere Vertreter dieser Pflanzengattung, darunter das Doldige Habichtskraut (siehe hier) und das Orangerote Habichtskraut (siehe hier), die ebenfalls einen hohen ökologischen Wert besitzen.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Das Wald-Habichtskraut wird gelegentlich auch als Mauer-Habichtskraut bezeichnet.
Der botanische Name lautet Hieracium murorum.
Der Gattungsname Hieracium geht auf das griechische Wort hierax zurück, welches „Habicht“ bedeutet. Einer alten Überlieferung zufolge sollen Habichte die Pflanze genutzt haben, um ihr Sehvermögen zu stärken.
Das Artepitheton murorum bedeutet „der Mauern“ und verweist darauf, dass die Pflanze neben Wäldern häufig auch an alten Mauern und steinigen Standorten vorkommt.
Natürliches Vorkommen
Das Wald-Habichtskraut ist in weiten Teilen Europas heimisch und auch in Deutschland nahezu flächendeckend verbreitet.
Typische Lebensräume sind:
- Laub- und Mischwälder
- Waldränder
- Gebüschsäume
- Mauern
- Schotterfluren
- Gebirgswiesen
Die Art gilt nach Angaben des Rote-Liste-Zentrums deutschlandweit als nicht gefährdet.
Gerade in naturnahen Wäldern und strukturreichen Landschaften gehört sie vielerorts noch zum typischen Pflanzeninventar.
Verwendung und Giftigkeit
Das Wald-Habichtskraut gilt als nicht stark giftig.
Historisch wurden verschiedene Habichtskräuter als Heilpflanzen genutzt. Sie fanden unter anderem Anwendung in der Volksmedizin bei kleineren Beschwerden.
Darüber hinaus gelten die Pflanzen als essbar. Junge Blätter können in kleinen Mengen beispielsweise Salaten beigefügt werden.
Auch für einige Tierarten besitzen Habichtskräuter Bedeutung. So werden sie unter anderem von Schildkröten als Futterpflanzen angenommen.
Wald-Habichtskraut im naturnahen Garten
Während viele Wildstauden sonnige Standorte bevorzugen, fühlt sich das Wald-Habichtskraut auch in Bereichen wohl, die anderen Blühpflanzen Probleme bereiten. Dadurch eignet es sich hervorragend zur Aufwertung schattiger Gartenbereiche.
Blüte
Die Blütezeit reicht von Mai bis August.
Typisch sind:
- leuchtend gelbe Blüten
- lange Blütezeit
- zahlreiche Einzelblüten
- hoher Wiedererkennungswert innerhalb der Gattung
Standort
Geeignet sind:
- sonnige Standorte
- halbschattige Bereiche
- lichte Schattenlagen
Gerade unter lichten Gehölzen zeigt die Pflanze häufig einen sehr guten Wuchs.
Boden
Optimal sind:
- humusreiche Böden
- lehmige Untergründe
- mäßig nährstoffreiche Standorte
- kalkarme Böden
Staunässe sollte vermieden werden.
Wuchs
Die mehrjährige Staude erreicht:
- bis zu 60 cm Höhe
- bis zu 30 cm Breite
Der Wuchs wirkt locker und natürlich und passt hervorragend in naturnahe Pflanzungen.
Verwendung
Besonders geeignet ist die Art für:
- Blumenbeete
- Gehölzränder
- Unterpflanzungen
- Naturgärten
- Kübel
- Balkonkästen
Vor allem als Unterpflanzung von Laubbäumen kann sie ihre Stärken ausspielen.
Pflege und Rückschnitt
Das Wald-Habichtskraut zählt zu den pflegeleichten heimischen Wildstauden.
Wichtige Pflegemaßnahmen beschränken sich meist auf:
- gelegentliches Gießen während längerer Trockenperioden
- Entfernung konkurrierender Problempflanzen
- Verzicht auf übermäßige Düngung
An geeigneten Standorten kommt die Pflanze meist viele Jahre ohne größeren Pflegeaufwand aus.
Rückschnitt
Aus Gründen des Insektenschutzes empfiehlt es sich, abgestorbene Pflanzenteile über den Winter stehen zu lassen.
Sie bieten zahlreichen Insekten Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten.
Ein Rückschnitt sollte daher erst im stabilen Frühjahr erfolgen, wenn keine längeren Frostperioden mehr zu erwarten sind.
Ist das Wald-Habichtskraut winterhart?
Als heimische Wildstaude ist das Wald-Habichtskraut hervorragend an mitteleuropäische Winter angepasst.
Die Art wird überwiegend der USDA-Winterhärtezone 5 zugeordnet und verträgt Temperaturen von etwa -29 °C.
Ein zusätzlicher Winterschutz ist daher normalerweise nicht erforderlich.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Mit einem Nektarwert von 2/4 und einem Pollenwert von 2/4 stellt die Pflanze eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten dar.
Besucht werden die Blüten unter anderem von:
- Wildbienen
- Honigbienen
- Hummeln
- Schwebfliegen
- Käfern
Gerade in halbschattigen Gartenbereichen, in denen das Nahrungsangebot oftmals begrenzt ist, kann die Art einen wichtigen Beitrag leisten.
Wald-Habichtskraut kaufen
Das Wald-Habichtskraut gehört nicht zu den klassischen Gartenpflanzen und wird deshalb nur selten in Baumärkten oder Gartencentern angeboten.
Fündig wird man häufig bei:
- Wildpflanzengärtnereien
- spezialisierten Staudengärtnereien
- Saatgut-Anbietern für heimische Wildpflanzen
Einige Bezugsquellen findet Ihr im Steckbrief.
Der Kauf bei regionalen Gärtnereien ist oftmals die beste Wahl, da die Pflanzen bereits an die klimatischen Bedingungen der jeweiligen Region angepasst sind.
FAQ
Ist das Wald-Habichtskraut heimisch?
Ja, das Wald-Habichtskraut gehört zur heimischen Flora Deutschlands und kommt in weiten Teilen des Landes vor.
Kann das Wald-Habichtskraut im Schatten wachsen?
Ja, die Art zählt zu den wenigen heimischen Wildstauden, die auch schattige Standorte gut vertragen.
Ist das Wald-Habichtskraut winterhart?
Das Wald-Habichtskraut gilt als sehr frostverträglich und benötigt normalerweise keinen zusätzlichen Winterschutz.
Eignet sich die Pflanze als Unterpflanzung von Bäumen?
Ja, insbesondere unter lichten Laubbäumen kann sie sehr gut eingesetzt werden.
Welche Insekten besuchen die Blüten?
Die Blüten werden von verschiedenen Wildbienen, Hummeln, Schwebfliegen und weiteren Bestäubern besucht.
Bedeutung heimischer Pflanzenarten
In vielen Gärten liegt der Fokus auf sonnigen Beeten. Schattigere Bereiche werden dagegen häufig mit wenigen, oft ökologisch wenig wertvollen Zierpflanzen gestaltet.
Dabei existieren zahlreiche heimische Arten, die genau für solche Standorte geeignet sind. Das Wald-Habichtskraut gehört dazu. Es zeigt, dass auch halbschattige und schattige Gartenbereiche einen wichtigen Beitrag zur Förderung der biologischen Vielfalt leisten können.
Durch die Verwendung heimischer Pflanzen entstehen nicht nur naturnahe Gartenbilder, sondern auch zusätzliche Nahrungs- und Lebensräume für zahlreiche Tierarten.















