⭐️⭐️✨☆☆☆☆☆☆
Bewertung: 2,9 / 10 ⭐
Nektar: 2/4
Pollen: 0/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
MagicGardenSeeds – LINK
Amazon – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Hesperis matronalis
Pflanzenfamilie: Kreuzblütler
Pflanzenart: Staude, Blume
Verwendung: Blumenbeete, Wildblumenwiese
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: hoch, normal
max. Höhe: 70 cm
max. Breite: 40 cm
Blühfarbe: violett, weiß
Blühzeitraum: Mai – Juli
Lebenszyklus: einjährig; zweijährig, mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: kiesig, sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalktolerant
Feuchteeigenschaften: frisch, mäßig feucht, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Gewöhnliche Nachtviole (Hesperis matronalis)
Die Gewöhnliche Nachtviole verbindet auffällige violette oder weiße Blüten mit einem Duft, der besonders gegen Abend wahrnehmbar wird. Die meist zweijährige bis kurzlebig ausdauernde Pflanze kann sich durch Selbstaussaat lange im Garten halten. Ihr findet sie auch im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder.
Zu den heimischen Kreuzblütlern mit interessantem Blütenangebot gehören beispielsweise das Wiesen-Schaumkraut und der Acker-Senf.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Neben Nachtviole und Gewöhnliche Nachtviole sind unter anderem folgende Namen gebräuchlich:
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Garten-Nachtviole
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Rote Nachtviole
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Matronenblume
Der wissenschaftliche Name lautet Hesperis matronalis. Hesperis nimmt Bezug auf den Abend und passt damit zu einer charakteristischen Eigenschaft der Pflanze: Ihr süßlicher Blütenduft wird besonders in den Abendstunden intensiv wahrgenommen.
Der deutsche Name „Nachtviole“ bezieht sich ebenfalls auf diesen Duft und die häufig violette Blütenfarbe. Mit den eigentlichen Veilchen (Viola) ist die Art nicht näher verwandt.
Natürliches Vorkommen
Die Gewöhnliche Nachtviole ist in Deutschland nicht ursprünglich heimisch. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet liegt weiter südöstlich beziehungsweise östlich und reicht über Teile Europas bis nach Asien.
Als alte Gartenpflanze wird sie bei uns schon lange kultiviert und ist vielerorts aus Gärten verwildert. Außerhalb von Siedlungen findet man sie unter anderem an:
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feuchten bis frischen Wald- und Gebüschrändern
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Ufern und Bachläufen
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Auwaldstandorten
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Wegrändern und Säumen
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nährstoffreichen Ruderalstellen
Die heutigen Vorkommen in Deutschland zeigt FloraWeb. In der bundesweiten Roten Liste wird die Art nicht bewertet, was zu ihrem Status als nicht ursprünglich heimische Pflanze passt.
Verwendung und Giftigkeit
Die Nachtviole blickt auf eine lange Geschichte als Zier- und Bauerngartenpflanze zurück. Frühere Quellen erwähnen außerdem medizinische und teilweise kulinarische Nutzungen.
Die alte pauschale Aussage, sämtliche Pflanzenteile seien stark giftig, würde ich so nicht weiterführen. Gleichzeitig ist Hesperis matronalis heute keine übliche Nahrungspflanze, sodass sich für das Pflanzenporträt weder Verzehrempfehlungen noch historische Heilversprechen anbieten.
Ihre heutige Bedeutung liegt vor allem in der Verwendung als duftende Zierpflanze und in ihrem Blütenangebot für verschiedene Insekten.
Gewöhnliche Nachtviole im naturnahen Garten
Die Nachtviole passt besonders gut in etwas lockerere Pflanzungen, in denen sie aussamen darf. Einzelne Pflanzen sind häufig nicht besonders langlebig, doch über Sämlinge kann sich ein Bestand über Jahre erhalten.
Blüte
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violett, purpurrosa oder weiß
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meist Mai bis Juli
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vier Kronblätter
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besonders abends intensiv duftend
Der Abendduft lockt neben tagaktiven Blütenbesuchern auch Insekten an, die in der Dämmerung und nachts unterwegs sind.
Standort
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sonnig bis halbschattig
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gerne etwas geschützt
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lichte Gehölzränder ebenfalls geeignet
Anders als typische Trockenstauden benötigt die Nachtviole keinen heißen, ausgedörrten Standort.
Boden
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frisch bis mäßig feucht
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humos
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nährstoffreich
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lehmig bis sandig-lehmig
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durchlässig
Längere Trockenphasen können Wachstum und Blüte beeinträchtigen. Dauerhafte Vernässung ist jedoch ebenfalls ungünstig.
Wuchs
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meist zweijährig bis kurzlebig mehrjährig
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aufrechter Wuchs
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gewöhnlich etwa 60 bis 100 cm hoch
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bildet im ersten Jahr häufig zunächst eine Blattrosette
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versamt sich an geeigneten Stellen selbst
Die bisher angegebenen 70 cm sind damit eher ein mittlerer Wert als eine verlässliche Obergrenze.
Verwendung
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lockere Staudenbeete
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Bauerngärten
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halbschattige Gartensäume
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lichte Gehölzränder
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naturnahe, etwas nährstoffreichere Pflanzungen
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größere Pflanzgefäße
Als klassische Wildblumenwiesenpflanze für magere, trockene Flächen passt die Nachtviole dagegen weniger gut.
Im Kübel ist eine Kultur möglich, allerdings benötigt die Pflanze ausreichend Wurzelraum und eine gleichmäßige Wasserversorgung. Besonders natürlich wirkt sie dort, wo Sämlinge im Garten wandern dürfen und jedes Jahr an etwas anderen Stellen auftauchen.
Pflege und Rückschnitt
Die Nachtviole erhält sich häufig stärker durch Selbstaussaat als durch besonders langlebige Einzelpflanzen. Entsprechend unkompliziert ist die Pflege.
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bei längerer Trockenheit wässern
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auf guten Gartenböden kaum zusätzlich düngen
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verblühte Triebe entfernen, wenn Aussaat unerwünscht ist
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für Selbstaussaat einige Samenstände ausreifen lassen
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Sämlinge bei Bedarf auslichten oder umsetzen
Wer dauerhaft Nachtviolen im Garten haben möchte, sollte nicht sämtliche verblühten Stängel sofort abschneiden. Die zahlreichen Samen sorgen dafür, dass an passenden Stellen neue Pflanzen erscheinen.
Ist die Gewöhnliche Nachtviole winterhart?
Hesperis matronalis ist sehr frosthart und lässt sich den USDA-Zonen 3 bis 8 zuordnen. Zone 3 entspricht ungefähr −40 bis −34 °C.
Im Beet ist deshalb kein besonderer Winterschutz erforderlich. Junge Rosetten überstehen den Winter und entwickeln häufig erst im folgenden Jahr ihre Blütenstängel.
Bei einer Kultur im Gefäß sollte vor allem darauf geachtet werden, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann und der Topf nicht unnötig klein gewählt wird.
Nutzen für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten
Die Nachtviole fällt besonders durch ihren abendlichen Duft auf. Er passt zu ihrer Bedeutung für Schmetterlinge und Nachtfalter, während tagsüber ebenfalls verschiedene Insekten die Blüten besuchen können.
Für die Art werden Nektar (2/4) und Pollen (0/4) angegeben. Ihr Wert liegt damit vor allem im Nektarangebot. Auch Tagfalter wie der Aurorafalter können an den Blüten beobachtet werden.
Da die Nachtviole in Deutschland nicht ursprünglich heimisch ist, sollte ihr Insektenbesuch nicht mit der ökologischen Bedeutung heimischer Kreuzblütler gleichgesetzt werden. Gerade bei spezialisierten Insekten können heimische Nahrungspflanzen zusätzliche Funktionen übernehmen.
Mehr über die Lebensweise von Wildbienen findet Ihr im entsprechenden Bereich.
Gewöhnliche Nachtviole – kaufen
Nachtviolen sind als Pflanzen und Saatgut gut erhältlich. Neben der typischen violett blühenden Form gibt es auch weiße und verschiedene gärtnerische Auslesen.
Für einen naturnahen Garten sind ungefüllte Blüten zu bevorzugen. Da sich die Art reichlich versamen kann, reichen meist wenige Ausgangspflanzen aus.
Wo eine unkontrollierte Ausbreitung unerwünscht ist, sollten die Samenstände rechtzeitig entfernt werden. Regionale Anbieter findet Ihr über die Übersicht der Staudengärtnereien.
FAQ – Häufige Fragen zur Gewöhnlichen Nachtviole
Ist die Gewöhnliche Nachtviole heimisch?
Nein. Hesperis matronalis ist in Deutschland eine seit langer Zeit kultivierte und vielerorts verwilderte Art.
Ist die Nachtviole mehrjährig?
Sie wächst meist zweijährig oder kurzlebig mehrjährig. Durch Selbstaussaat kann sie trotzdem dauerhaft im Garten bleiben.
Warum duften die Blüten abends stärker?
Der verstärkte Abendduft macht die Blüten besonders für dämmerungs- und nachtaktive Bestäuber interessant.
Ist die Gewöhnliche Nachtviole winterhart?
Ja. Die Art lässt sich den USDA-Zonen 3 bis 8 zuordnen und benötigt im Beet normalerweise keinen Frostschutz.
Was bietet die Nachtviole Insekten?
Für die Blüten werden Nektar (2/4) und Pollen (0/4) angegeben. Besonders Schmetterlinge können das Nektarangebot nutzen.
Heimische Kreuzblütler ergänzen das Blütenangebot
Eine reich blühende Gartenpflanze kann Insekten Nahrung bieten, ohne deshalb dieselbe ökologische Funktion wie eine heimische Wildpflanze zu erfüllen. Die Nachtviole ist dafür ein gutes Beispiel.
Heimische Kreuzblütler sind seit langer Zeit Bestandteil unserer Ökosysteme. Manche Insekten nutzen sie nicht nur als Nektarquelle, sondern auch als Raupenfutterpflanze oder für andere Entwicklungsstadien.
Die Nachtviole kann einen naturnahen Garten daher mit ihren duftenden Blüten ergänzen. Die ökologische Grundlage sollten jedoch heimische Arten bilden, die neben erwachsenen Blütenbesuchern auch stärker spezialisierten Tierarten geeignete Nahrung und Lebensraum bieten.

















