⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆
Bewertung: 5,9 / 10 ⭐
Nektar: 1/4
Pollen: 1/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Strickler – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Borago – LINK (Bio-Saatgut)
Templiner Kräutergarten – LINK (Bio-Saatgut)
Samendirekt – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Galium mollugo
Pflanzenfamilie: Rötegewächse
Pflanzenart: Staude, Kraut
Verwendung: Blumenbeet, Wildblumenwiese, Steingarten, Kräutergarten, Balkon- und Terrassenpflanze
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: normal, hoch
max. Höhe: 80 cm
max. Breite: 40 cm
Blühfarbe: weiß
Blühzeitraum: Mai – September
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: sandig, lehmig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalktolerant
Feuchteeigenschaften: frisch, mäßig feucht, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Wiesen-Labkraut (Galium mollugo)
Auf den ersten Blick wirkt das Wiesen-Labkraut eher unscheinbar. Betrachtet man die zahlreichen kleinen weißen Blüten jedoch aus der Nähe, erkennt man schnell, warum diese heimische Wildstaude von vielen Insekten regelmäßig besucht wird. Besonders in Wildblumenwiesen oder naturnahen Beeten fügt sich die Pflanze harmonisch ein und sorgt über viele Monate für ein natürliches Blütenbild.
Wer seinen Garten mit weiteren heimischen Wildpflanzen bereichern möchte, findet im Pflanzenfinder von bienennutzgarten.de zahlreiche passende Arten. Besonders gut harmoniert das Wiesen-Labkraut mit der Gewöhnlichen Schafgarbe oder dem Echten Labkraut.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Neben dem Namen Wiesen-Labkraut sind auch die Bezeichnungen Gemeines Labkraut, Weißes Waldstroh, Grasstern oder Liebfrauenstroh gebräuchlich. Darüber hinaus existieren zahlreiche regionale Namen, die heute jedoch nur noch selten verwendet werden.
Der botanische Name lautet Galium mollugo.
Der Begriff „Labkraut“ geht auf Enzyme zurück, die früher ähnlich wie tierisches Lab zur Käseherstellung genutzt wurden. Das Wort „Wiesen“ beschreibt den bevorzugten Lebensraum der Pflanze, denn sie wächst vor allem auf extensiv genutzten Wiesen und an deren Rändern.
Natürliches Vorkommen
Das Wiesen-Labkraut ist eine heimische Pflanzenart und in großen Teilen Europas verbreitet. In Deutschland kommt es vor allem auf frischen Wiesen, an Waldrändern, in lichten Wäldern sowie auf Weiden und Säumen vor.
Regional sind die Bestände jedoch zurückgegangen, da viele extensiv genutzte Wiesen verschwunden sind oder häufiger gemäht werden. Nach Angaben des Rote-Liste-Zentrums reicht die Datenlage derzeit nicht aus, um den Gefährdungsstatus bundesweit eindeutig zu bewerten.
Verwendung und Giftigkeit
Das Wiesen-Labkraut gilt als nicht stark giftig.
In der Volksheilkunde wurde die Pflanze seit Jahrhunderten geschätzt. Ihr werden unter anderem beruhigende, entzündungshemmende und harntreibende Eigenschaften zugeschrieben. Außerdem gelten junge Blätter und Blüten als essbar und können Wildkräutersalate oder andere Gerichte bereichern.
Wiesen-Labkraut im Garten
Wer eine naturnahe Wildblumenwiese oder ein locker bepflanztes Staudenbeet anlegen möchte, trifft mit dem Wiesen-Labkraut eine gute Wahl. Die filigranen weißen Blüten lockern Pflanzungen optisch auf und sorgen über einen langen Zeitraum für natürliche Akzente.
Blüte
Die Blütezeit reicht von Mai bis September. In dieser Zeit erscheinen zahlreiche kleine weiße Blüten, die lockere, wolkenartige Blütenstände bilden.
Standort
Ideal sind:
- sonnige Standorte
- halbschattige Bereiche
Die Pflanze gedeiht an beiden Standorten zuverlässig, solange der Boden nicht austrocknet.
Boden
Bevorzugt werden:
- sandige Böden
- lehmige Böden
- humusreiche Böden
Das Substrat sollte frisch bis mäßig feucht und gut wasserdurchlässig sein.
Wuchs
Das Wiesen-Labkraut erreicht Wuchshöhen von bis zu 80 cm und wird etwa 40 cm breit. Mit seinem lockeren Aufbau fügt es sich hervorragend zwischen andere heimische Wildstauden ein.
Verwendung
Empfehlenswert ist die Pflanze für:
- Wildblumenwiesen
- Blumenbeete
- Steingärten
- Kräutergärten
Auch in größeren Kübeln kann sie kultiviert werden, sofern eine gleichmäßige Wasserversorgung gewährleistet ist.
Pflege und Rückschnitt
Das Wiesen-Labkraut gehört zu den unkomplizierten heimischen Wildstauden. Nach dem Anwachsen benötigt es kaum Pflege und kommt mit den meisten Gartenböden gut zurecht. Während längerer Trockenperioden freut sich die Pflanze über gelegentliche Wassergaben.
Rückschnitt
Lasst die abgestorbenen Triebe möglichst bis zum stabilen Frühjahr stehen. Sie dienen zahlreichen Insekten als Winterquartier und tragen dazu bei, den Garten auch in der kalten Jahreszeit ökologisch wertvoll zu gestalten.
Wiesen-Labkraut winterhart?
Das Wiesen-Labkraut ist eine äußerst widerstandsfähige heimische Wildstaude und problemlos für mitteleuropäische Winter geeignet. Es wird der USDA-Winterhärtezone 3 zugeordnet und verträgt Temperaturen von etwa -35 °C bis -40 °C.
Im Garten benötigt die Pflanze deshalb keinen zusätzlichen Frostschutz. Nach dem oberirdischen Absterben treibt sie im Frühjahr zuverlässig wieder aus. Lediglich Pflanzen im Kübel sollten vor einem vollständigen Durchfrieren des Wurzelballens geschützt werden.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Auch wenn das Kraut mit einem Nektarwert von 1/4 und einem Pollenwert von 1/4 keine Spitzenwerte erreicht, besitzt es dennoch einen beachtlichen ökologischen Nutzen. Seine zahlreichen kleinen Blüten werden von verschiedenen Wildbienen, Schwebfliegen und Käfern besucht.
Besonders wertvoll ist die Pflanze als Raupenfutterpflanze. Mehrere Schmetterlingsarten sind auf das Wiesen-Labkraut als Nahrung für ihre Raupen angewiesen. Damit trägt die Staude nicht nur zur Versorgung erwachsener Insekten bei, sondern unterstützt auch deren Fortpflanzung.
Welche Aufgaben Nektar und Pollen im Leben der Wildbienen übernehmen, könnt Ihr im Abschnitt Lebensweise nachlesen.
Fazit
Das Wiesen-Labkraut überzeugt weniger durch besonders hohe Trachtwerte als vielmehr durch seinen Beitrag zur Artenvielfalt. Als heimische Wildpflanze bereichert es naturnahe Wiesen, Kräutergärten und Staudenbeete und bietet zahlreichen Insekten sowie verschiedenen Schmetterlingsraupen einen wichtigen Lebensraum. Gerade in Kombination mit anderen heimischen Wildstauden entfaltet es seinen ökologischen Wert.
Wiesen-Labkraut kaufen
Im Vergleich zum Echten Labkraut wird das Wiesen-Labkraut etwas seltener angeboten. Spezialisierte Wildstaudengärtnereien und Anbieter von Regiosaatgut führen die Art jedoch regelmäßig im Sortiment.
Wer eine Wildblumenwiese anlegen möchte, sollte möglichst auf gebietsheimisches Saatgut zurückgreifen. Dieses ist optimal an die regionalen Bedingungen angepasst und unterstützt die heimische Artenvielfalt besonders nachhaltig.
FAQ – Häufige Fragen
Ist Wiesen-Labkraut winterhart?
Ja. Die heimische Staude ist bis etwa -40 °C winterhart und benötigt im Freiland keinen zusätzlichen Schutz.
Welchen Standort bevorzugt Wiesen-Labkraut?
Am besten gedeiht die Pflanze auf sonnigen bis halbschattigen Standorten mit frischen, gut durchlässigen und humusreichen Böden.
Ist Wiesen-Labkraut bienenfreundlich?
Ja. Obwohl der Nektarwert bei 1/4 und der Pollenwert bei 1/4 liegen, wird die Pflanze regelmäßig von Wildbienen und anderen Insekten besucht und dient zusätzlich als Raupenfutterpflanze.
Kann Wiesen-Labkraut im Topf wachsen?
Ja. In ausreichend großen Kübeln mit gleichmäßig feuchtem, durchlässigem Substrat lässt sich die Pflanze gut kultivieren.
Wann sollte die Pflanze zurückgeschnitten werden?
Der Rückschnitt erfolgt am besten erst im Frühjahr. So bleiben die Stängel über den Winter als Versteck und Überwinterungsplatz für zahlreiche Insekten erhalten.
Warum heimische Pflanzen so wichtig sind
Das Wiesen-Labkraut zeigt eindrucksvoll, dass auch eher unscheinbare Wildpflanzen eine wichtige Rolle im Naturhaushalt spielen. Heimische Arten sind über lange Zeiträume gemeinsam mit unserer Tierwelt entstanden und bilden die Grundlage zahlreicher Nahrungsketten.
Besonders Raupen vieler Schmetterlinge sind auf ganz bestimmte heimische Pflanzen angewiesen. Wer seinen Garten mit heimischen Arten wie dieser hier bereichert, schafft deshalb nicht nur ein attraktives Blütenbild, sondern unterstützt gleichzeitig die Entwicklung vieler Insekten von der Raupe bis zum Falter.













