⭐️⭐️⭐️⭐️☆☆☆☆☆☆


Bewertung: 4 / 10 ⭐

 

Nektar: 2/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich.de – LINK

Gaißmayer – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

n.v.


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Geranium x magnificum

Pflanzenfamilie: Storchschnabelgewächse

Pflanzenart: Staude

Verwendung: Blumenbeet, Unterpflanzung, Balkon- und Terrassenpflanze

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 60 cm

max. Breite: 50 cm

Blühfarbe: violett, blau

Blühzeitraum: Juni, Juli

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: kiesig, lehmig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalktolerant

Feuchteeigenschaften: frisch, mäßig feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich


⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Pracht-Storchschnabel (Geranium × magnificum)

 

Der Pracht-Storchschnabel ist eine auffällig violett blühende Gartenstaude und eine von mehreren hundert Pflanzen im auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinder. Seine großen Blüten erscheinen zahlreich über dem dichten Laub und werden von verschiedenen Blütenbesuchern angeflogen.

Wer Storchschnäbel bevorzugt, die zu unserer heimischen Flora gehören, findet beispielsweise den Wiesen-Storchschnabel oder den Wald-Storchschnabel. Beide bieten sich als interessante Alternativen beziehungsweise Ergänzungen für naturnahe Pflanzungen an.

Beim Pracht-Storchschnabel handelt es sich dagegen um eine Hybride zweier nicht heimischer Storchschnabelarten. Das sollte bei der ökologischen Bewertung der ansonsten durchaus von Insekten besuchten Staude berücksichtigt werden.


Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft

Für den Pracht-Storchschnabel sind verschiedene deutsche Bezeichnungen gebräuchlich.

Alternative Bezeichnungen

  • Prächtiger Storchschnabel
  • Großer Storchschnabel
  • Prachtgeranie
  • Hybrid-Storchschnabel

Der wissenschaftliche Name lautet Geranium × magnificum. Das „ד im botanischen Namen kennzeichnet die Pflanze als Hybride.

Die Bezeichnung „Storchschnabel“ geht auf die charakteristische Form der Früchte der Gattung Geranium zurück. Der verlängerte Fruchtschnabel erinnert an den Schnabel eines Storches.

Beim Pracht-Storchschnabel gibt es allerdings eine Besonderheit: Als Hybride ist er in der Regel steril und bildet keine beziehungsweise kaum keimfähige Samen.

Der botanische Artname magnificum lässt sich mit „prächtig“ oder „großartig“ übersetzen. Damit passt er gut zur deutschen Bezeichnung und verweist auf die auffälligen, vergleichsweise großen Blüten.


Natürliches Vorkommen

Anders als Wiesen- oder Wald-Storchschnabel besitzt der Pracht-Storchschnabel kein ursprüngliches natürliches Verbreitungsgebiet. Er ist eine Hybride aus zwei verschiedenen Arten.

Als Elternarten gelten:

  • Iberischer Storchschnabel (Geranium ibericum)
  • Breitkronblättriger Storchschnabel (Geranium platypetalum)

Beide stammen aus Regionen außerhalb Deutschlands. Der Pracht-Storchschnabel selbst gehört somit nicht zur heimischen Flora.

Natürliche Lebensräume wie bei einer Wildart lassen sich für die Hybride dementsprechend nicht angeben. Stattdessen begegnet sie uns hauptsächlich als kultivierte Gartenstaude.

Passend dazu sind auf FloraWeb keine natürlichen deutschen Vorkommen der Hybride verzeichnet.


Verwendung und Giftigkeit

Eine etablierte Verwendung des Pracht-Storchschnabels als Heil- oder Nahrungspflanze ist nicht bekannt.

Auch wenn verschiedene andere Arten der Gattung Geranium historisch medizinisch genutzt wurden, lässt sich dies nicht ohne Weiteres auf Geranium × magnificum übertragen.

Der Pracht-Storchschnabel gilt nicht als stark giftige Gartenpflanze. Für den Verzehr ist die Hybride dennoch nicht vorgesehen, weshalb Pflanzenteile nicht ohne entsprechende Fachkenntnisse verwendet werden sollten.

Seine Bedeutung liegt heute vor allem bei seinen auffälligen Blüten und der Tatsache, dass diese auch von verschiedenen Insekten besucht werden.


Pracht-Storchschnabel im naturnahen Garten

Zur Blütezeit ist kaum zu übersehen, woher der Pracht-Storchschnabel seinen Namen hat. Über dem dicht wachsenden Laub erscheinen zahlreiche große violette Blüten mit dunklerer Aderung. Dadurch kann die Staude schon mit wenigen Exemplaren deutliche Farbakzente setzen.

Blüte

  • kräftig violett bis blauviolett
  • dunklere Aderung
  • vergleichsweise große Einzelblüten
  • zahlreiche Blüten über dem Laub
  • Hauptblüte im Frühsommer

Die dunklen Linien auf den Blütenblättern verstärken die auffällige Zeichnung. Je nach Sorte und Standort können Farbton und Blütenfülle etwas unterschiedlich ausfallen.

Standort

  • Sonne
  • Halbschatten
  • warme bis mäßig warme Gartenbereiche
  • möglichst nicht dauerhaft tiefschattig

An einem sonnigen Platz fällt die Blüte meist besonders üppig aus. Halbschatten wird ebenfalls vertragen und kann an wärmeren Standorten sogar von Vorteil sein.

Boden

  • humos
  • nährstoffreich
  • frisch bis mäßig trocken
  • lehmig bis sandig-lehmig
  • gut durchlässig

Nach dem Anwachsen kommt die Staude mit zeitweise trockeneren Phasen zurecht. Problematischer sind schwere Böden mit anhaltender Staunässe, da überschüssiges Wasser im Wurzelbereich abfließen können sollte.

Wuchs

  • mehrjährige Staude
  • buschiger bis breit ausladender Wuchs
  • dichtes Laub
  • etwa 40 bis 60 cm hoch
  • ungefähr 40 bis 60 cm breit
  • horstig wachsend

Mit seinem dichten Blattwerk kann der Pracht-Storchschnabel einen größeren Bereich des Bodens bedecken. Im Herbst zieht die Staude oberirdisch ein und treibt im folgenden Frühjahr erneut aus.

Verwendung

  • Staudenbeet
  • Blumenbeet
  • Beetrand
  • größere Gruppenpflanzungen
  • Kombination mit anderen Stauden
  • Kübel
  • Balkon und Terrasse bei ausreichend großem Pflanzgefäß

Durch seine mittlere Wuchshöhe lässt sich der Pracht-Storchschnabel vielseitig zwischen niedrigeren und höheren Stauden platzieren. Auch eine Kultur im Gefäß ist möglich. Hier sollte der Topf ausreichend groß sein und über einen zuverlässigen Wasserabzug verfügen.


Pflege und Rückschnitt

Der Pracht-Storchschnabel gehört zu den Stauden, die nach dem Anwachsen vergleichsweise wenig Pflege benötigen. Auf einem passenden, durchlässigen Boden kommt er auch mit vorübergehend trockeneren Phasen zurecht. Junge Pflanzen sollten dagegen in ihrem ersten Standjahr zuverlässiger mit Wasser versorgt werden.

Für die laufende Pflege reichen meist wenige Maßnahmen:

  • frisch gepflanzte Exemplare regelmäßig wässern
  • später hauptsächlich bei längerer Trockenheit gießen
  • Staunässe konsequent vermeiden
  • im Frühjahr etwas Kompost auf dem Boden verteilen
  • ältere, sehr große Horste bei Bedarf teilen
  • auf starkes Düngen verzichten

Eine Besonderheit beim Pracht-Storchschnabel ist seine relativ kurze, dafür intensive Hauptblüte. Nach deren Ende können die verblühten Stängel zusammen mit unansehnlichem Laub zurückgeschnitten werden. Die Pflanze bildet anschließend frisches Blattwerk und kann je nach Sorte und Bedingungen vereinzelt noch einmal Blüten hervorbringen.

Wer nicht direkt nach der Blüte schneiden möchte, kann abgestorbene Pflanzenteile selbstverständlich länger stehen lassen. Spätestens vor dem neuen Austrieb im Frühjahr wird altes Pflanzenmaterial entfernt.


Ist der Pracht-Storchschnabel winterhart?

Mit winterlichen Temperaturen hat Geranium × magnificum normalerweise keine Schwierigkeiten. Die Hybride gilt als sehr frosthart und kann dauerhaft im Beet verbleiben.

Für den Pracht-Storchschnabel wird häufig eine Winterhärte angegeben, die ungefähr der USDA-Zone 4 entspricht. Damit sind – abhängig von Sorte, Standort und Kulturbedingungen – Temperaturen bis etwa -34 °C einzuordnen. Die RHS bewertet die Art mit H7 und damit als ausgesprochen winterhart.

Im Garten ist deshalb kein spezieller Winterschutz notwendig. Die oberirdischen Pflanzenteile sterben zum Ende der Vegetationsperiode ab, während die Staude unterirdisch überwintert.

Bei Exemplaren im Kübel sollte der Wurzelballen dagegen vor sehr starkem Durchfrieren geschützt werden. Ein großes frostfestes Gefäß und ein geschützter Platz an einer Hauswand verbessern die Bedingungen.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Während seiner Hauptblüte kann der Pracht-Storchschnabel zu einem regelrechten Treffpunkt für Blütenbesucher werden. Die offenen Blüten machen Nektar und Pollen für unterschiedliche Insekten gut erreichbar.

Für den Pracht-Storchschnabel werden Nektar (2/4) und Pollen (2/4) angegeben. Damit stellt die Staude sowohl zuckerreiche Nahrung als auch eiweißreichen Pollen zur Verfügung.

An den Blüten können unter anderem erscheinen:

  • verschiedene Wildbienen
  • Hummeln
  • Honigbienen
  • Schwebfliegen
  • weitere blütenbesuchende Insekten

Ökologisch sollte dennoch zwischen Blütenbesuch und heimischer Herkunft unterschieden werden. Der Pracht-Storchschnabel ist eine Gartenhybride und keine heimische Wildpflanze. Für spezialisierte Tierarten können heimische Storchschnäbel deshalb eine wesentlich größere Bedeutung besitzen.

Mehr darüber, wofür Wildbienen Nektar und Pollen benötigen, erfahrt Ihr im Abschnitt Lebensweise.


Pracht-Storchschnabel – kaufen

Beim Pracht-Storchschnabel ist die Beschaffung meist unkompliziert. Die Staude ist im Pflanzenhandel weit verbreitet und wird in unterschiedlichen Sorten angeboten.

Da es sich bei Geranium × magnificum um eine weitgehend sterile Hybride handelt, erfolgt die Vermehrung vegetativ. Wer eine bestimmte Sorte kaufen möchte, sollte deshalb auf die genaue Sortenbezeichnung achten.

Pflanzen bekommt Ihr unter anderem bei:

  • Staudengärtnereien
  • regionalen Baumschulen
  • Gartencentern
  • spezialisierten Online-Pflanzenhändlern

Einige Bezugsquellen findet Ihr bereits im Steckbrief. Für die Suche nach einem regionalen Anbieter könnt Ihr außerdem die Übersicht der Staudengärtnereien nutzen.

Wer beim Pflanzenkauf besonders auf den Nutzen für die heimische Tierwelt achtet, sollte parallel einen Blick auf heimische Storchschnabelarten werfen.


FAQ – Häufige Fragen zum Pracht-Storchschnabel

Ist der Pracht-Storchschnabel heimisch?
Nein. Es handelt sich um eine Hybride, die aus Geranium ibericum und Geranium platypetalum hervorgegangen ist. Sie gehört daher nicht zur natürlichen Flora Deutschlands.

Wie lange blüht der Pracht-Storchschnabel?
Die Hauptblüte ist vergleichsweise kompakt und liegt vor allem im Frühsommer. Ein Rückschnitt nach der Blüte kann frisches Laub und unter günstigen Bedingungen eine schwächere Nachblüte fördern.

Sollte die Staude nach der Blüte geschnitten werden?
Das ist möglich und bei dieser Hybride durchaus sinnvoll. Werden verblühte Stängel und älteres Laub zurückgenommen, entwickelt sich anschließend meist ein neuer, ansehnlicher Blattschopf.

Verträgt die Pflanze Halbschatten?
Ja. Neben sonnigen Standorten kommt sie auch mit Halbschatten zurecht. Wichtig ist vor allem ein Boden, in dem sich keine dauerhafte Staunässe bildet.

Kann der Pracht-Storchschnabel im Kübel wachsen?
Ein ausreichend großes Pflanzgefäß ist dafür geeignet. Im Topf muss allerdings stärker auf Wasserzufuhr und Winterschutz des Wurzelbereichs geachtet werden.

Bildet die Hybride Samen?
Normalerweise ist sie steril beziehungsweise weitgehend steril. Eine Vermehrung erfolgt daher vor allem durch Teilung.

Ist die Pflanze für Wildbienen interessant?
Ja. Ihre Blüten stellen Nektar und Pollen bereit und werden von unterschiedlichen Bestäubern besucht. Als nicht heimische Hybride ersetzt sie aus ökologischer Sicht jedoch keine heimischen Wildpflanzen.


Heimische Pflanzen unterstützen auch Spezialisten

Dass eine Gartenpflanze von vielen Bienen besucht wird, ist zunächst ein gutes Zeichen. Für die ökologische Bedeutung einer Pflanze ist die Zahl sichtbarer Blütenbesucher jedoch nur ein Teil der Geschichte.

Besonders deutlich wird das bei spezialisierten Wildbienen. Während Generalisten verschiedene Pflanzen als Pollenquelle nutzen können, sind andere Arten auf bestimmte Pflanzengattungen oder -familien angewiesen. Fehlen diese Pflanzen, hilft ihnen selbst ein Garten mit zahlreichen anderen nektarreichen Blüten nur eingeschränkt.

Heimische Pflanzen sind deshalb eine wichtige Grundlage für einen artenreichen Garten. Sie können:

  • spezialisierten Wildbienen geeigneten Pollen bieten
  • Raupen und anderen Pflanzenfressern als Nahrung dienen
  • Samen und Früchte für heimische Tiere hervorbringen
  • Eiablage- und Entwicklungsplätze bereitstellen
  • abgestorbenes Pflanzenmaterial als Lebensraum liefern
  • Bestandteil natürlicher Nahrungsketten sein

Der Pracht-Storchschnabel kann das Blütenangebot im Garten durchaus ergänzen. Wer jedoch zwischen verschiedenen Storchschnäbeln wählen kann, sollte auch Arten wie Wiesen-Storchschnabel, Wald-Storchschnabel oder andere regional heimische Vertreter berücksichtigen.

So entsteht eine Pflanzung, die nicht nur während der Blüte attraktiv ist, sondern möglichst vielen heimischen Tierarten Nahrung, Entwicklungsmöglichkeiten und Lebensraum zur Verfügung stellt.