⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆☆☆
Bewertung: 4,9 / 10 ⭐
Nektar: 1/4
Pollen: 1/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Baumschule Horstmann – LINK
Pflanzmich.de – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Templiner Kräutergarten – LINK
Amazon – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Gypsophila paniculata
Pflanzenfamilie: Nelkengewächse
Pflanzenart: Staude, Kraut
Verwendung: Blumenbeet, Steingarten, Balkon- und Terrassenpflanze
Standort: Sonne
Wasserbedarf: normal
max. Höhe: 120 cm
max. Breite: 80 cm
Blühfarbe: weiß, rosa
Blühzeitraum: Juni – September
Lebenszyklus: mehrjährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: lehmig, sandig, kiesig, steinig, humusarm
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig
Feuchteeigenschaften: mäßig trocken bis mäßig feucht, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Rispiges Schleierkraut (Gypsophila paniculata)
Das Rispige Schleierkraut gehört mit seinen unzähligen kleinen Blüten zu den besonders filigran wirkenden Stauden im Pflanzenfinder. Während der langen Blütezeit entstehen lockere, fast wolkenartige Blütenstände, die der Pflanze ihr charakteristisches Erscheinungsbild verleihen.
Weitere Vertreter aus der Familie der Nelkengewächse, beispielsweise die Kartäusernelke oder verschiedene Sternmieren, findet Ihr ebenfalls im Pflanzenfinder.
Interessant ist die Staude vor allem für sonnige und durchlässige Gartenbereiche. Sie benötigt nur mäßig viel Wasser und lässt sich aufgrund ihrer Vorliebe für kalkhaltige Böden gut mit anderen trockenheitsverträglichen Stauden kombinieren.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Für die Pflanze sind verschiedene weitere Namen gebräuchlich.
Alternative Bezeichnungen
- Rispen-Gipskraut
- Schleier-Gipskraut
- Riesen-Schleierkraut
- Schleierkraut
Der wissenschaftliche Name lautet Gypsophila paniculata.
Der Gattungsname „Gypsophila“ setzt sich aus den griechischen Begriffen für „Gips“ und „Freund“ beziehungsweise „lieben“ zusammen. Er verweist damit auf die Vorliebe vieler Arten dieser Gattung für kalk- beziehungsweise gipshaltige Böden.
Der Artname „paniculata“ bedeutet sinngemäß „rispig“ und beschreibt die stark verzweigten Blütenstände.
Auch der deutsche Name Schleierkraut ist sehr passend: Die zahlreichen kleinen Blüten bilden zusammen einen lockeren Blütenschleier.
Natürliches Vorkommen
Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt vor allem in Mittel-, Ost- und Südosteuropa sowie Teilen Asiens. In Deutschland befindet sich die Art am westlichen Rand ihres natürlichen Verbreitungsgebietes und ist nur sehr selten anzutreffen.
Zu ihren typischen Lebensräumen gehören:
- Sandsteppen
- sandige Hügel
- Trockenrasen
- trockene Böschungen
- offene, warme Standorte
Daneben können verwilderte Gartenpflanzen beispielsweise auf Bahndämmen, Uferdämmen und anderen trockenen Ruderalflächen auftreten.
Die natürlichen deutschen Vorkommen sind sehr begrenzt und konzentrieren sich insbesondere auf trockene und sandige Lebensräume im Osten Deutschlands.
Eine Einstufung der Art in der bundesweiten Roten Liste liegt nicht beziehungsweise nicht in vergleichbarer Form vor.
Verwendung und Giftigkeit
Die Staude ist vor allem als Zier- und Schnittpflanze bekannt. Ihre feinen Blütenstände werden häufig in Blumensträußen und floristischen Arrangements verwendet.
Auch getrocknet behalten die verzweigten Blütenstände lange ihre dekorative Wirkung und eignen sich deshalb für Trockensträuße.
Die Pflanze enthält unter anderem Saponine, weshalb insbesondere größere aufgenommene Mengen gesundheitliche Beschwerden verursachen können. Sie sollte daher nicht als gewöhnliche Nahrungspflanze betrachtet werden.
Historisch wurden Bestandteile verschiedener Gipskraut-Arten aufgrund ihres Saponingehaltes außerdem unterschiedlich genutzt. Eine Anwendung als Heilpflanze spielt heute jedoch kaum noch eine Rolle.
Rispiges Schleierkraut (Gypsophila paniculata) im naturnahen Garten
Die zahlreichen kleinen Blüten verleihen der Staude ein ausgesprochen leichtes und luftiges Erscheinungsbild. Besonders gut kommt sie zwischen größeren Stauden zur Geltung, deren kräftige Formen durch die feinen Blütenrispen aufgelockert werden.
Blüte
- Blütezeit: Juni bis September
- weiß oder rosa
- zahlreiche kleine Einzelblüten
- lockere, stark verzweigte Blütenstände
- lange Blütezeit
Über mehrere Monate hinweg kann die Pflanze eine große Anzahl kleiner Blüten hervorbringen.
Standort
- Sonne
- warm
- möglichst offene Lage
Ein vollsonniger Standort ist für eine kräftige Entwicklung und üppige Blüte besonders geeignet.
Boden
- sandig
- kiesig
- steinig
- lehmig
- humos
- kalkhaltig
- mäßig trocken bis mäßig feucht
- gut wasserdurchlässig
Schwere und dauerhaft nasse Böden sind weniger geeignet. Vor allem Staunässe sollte vermieden werden.
Wuchs
- mehrjährige Staude
- aufrechter, stark verzweigter Wuchs
- Höhe: bis etwa 120 cm
- Breite: bis etwa 80 cm
Mit zunehmendem Alter kann sich eine stattliche, buschige Pflanze entwickeln. Die tatsächliche Größe hängt von Standort und Sorte ab.
Verwendung
- Blumenbeet
- Staudenbeet
- Steingarten
- Schnittblumengarten
- Balkon
- Terrasse
Eine Kultur im Kübel ist grundsätzlich möglich. Aufgrund des ausgeprägten Wurzelsystems sollte dafür allerdings ein ausreichend großes und tiefes Pflanzgefäß gewählt werden.
Pflege und Rückschnitt
Die Staude benötigt an einem geeigneten Standort nur wenig Pflege. Entscheidend sind vor allem ausreichend Sonne und ein Boden, aus dem überschüssiges Wasser schnell ablaufen kann.
Nach dem Anwachsen kommt sie mit mäßig trockenen Phasen gut zurecht. Während längerer Trockenperioden sollte dennoch gelegentlich gegossen werden. Bei Exemplaren im Kübel ist eine regelmäßigere Kontrolle notwendig.
Eine starke Düngung ist nicht erforderlich. Auf bereits nährstoffreichen Böden kann darauf meist vollständig verzichtet werden.
Nach der Blüte können die verblühten Triebe zurückgeschnitten werden. Ein Rückschnitt hält die Pflanze kompakt und verhindert eine unerwünschte Selbstaussaat. Wer die Samenstände erhalten möchte, kann einen Teil der Triebe bis zum Herbst oder Frühjahr stehen lassen.
Ist Rispiges Schleierkraut winterhart?
Die Staude gilt als sehr gut winterhart und wird den USDA-Winterhärtezonen 3 bis 9 zugeordnet.
Damit können etablierte Pflanzen auch Temperaturen von ungefähr -35 °C bis -40 °C überstehen.
Ein zusätzlicher Winterschutz ist bei ausgepflanzten Exemplaren normalerweise nicht erforderlich. Wesentlich problematischer als Frost ist ein dauerhaft nasser Boden während der kalten Jahreszeit.
Bei einer Kultur im Kübel sollte das Pflanzgefäß dagegen geschützt aufgestellt werden, da der Wurzelballen dort deutlich schneller durchfrieren kann.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Die Vielzahl kleiner Blüten kann während der langen Blütezeit von unterschiedlichen Insekten besucht werden.
Dazu gehören beispielsweise:
- Wildbienen
- Honigbienen
- Schwebfliegen
- Schmetterlinge
- weitere kleine Blütenbesucher
Die Blüten stellen sowohl Nektar (1/4) als auch Pollen (1/4) bereit. Das einzelne Nahrungsangebot ist damit vergleichsweise gering. Durch die große Anzahl an Blüten kann die Staude dennoch eine Ergänzung des sommerlichen Blütenangebotes darstellen.
Für einen möglichst hohen ökologischen Nutzen sollten ungefüllte Sorten gewählt werden. Bei stark gefüllten Zuchtformen sind die für Insekten wichtigen Blütenbestandteile häufig schlechter zugänglich.
Welche Bedeutung Nektar und Pollen für Wildbienen und andere Bestäuber haben, erfahrt Ihr ausführlich im Bereich Lebensweise.
Rispiges Schleierkraut – kaufen
Pflanzen und Samen sind vergleichsweise gut erhältlich. Neben spezialisierten Staudengärtnereien führen auch zahlreiche Online-Händler entsprechende Angebote. Einige Bezugsquellen findet Ihr bereits oben im Steckbrief.
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf die botanische Bezeichnung Gypsophila paniculata, da im Handel unterschiedliche Schleierkraut-Arten und zahlreiche Zuchtsorten angeboten werden.
Wer die Pflanze gezielt zur Unterstützung von Insekten einsetzen möchte, sollte möglichst ungefüllte beziehungsweise einfach blühende Formen auswählen.
FAQ – Häufige Fragen zu Rispigem Schleierkraut
Ist Rispiges Schleierkraut winterhart?
Ja. Die Staude ist sehr frosthart und benötigt ausgepflanzt normalerweise keinen zusätzlichen Winterschutz.
Welchen Standort bevorzugt Rispiges Schleierkraut?
Ideal ist ein warmer, sonniger Platz mit einem kalkhaltigen und gut wasserdurchlässigen Boden.
Ist Rispiges Schleierkraut bienenfreundlich?
Ungefüllte Blüten stellen Insekten Nektar und Pollen zur Verfügung. Das Nahrungsangebot ist mit jeweils 1/4 allerdings vergleichsweise gering.
Verträgt die Pflanze Trockenheit?
Zeitweise Trockenheit wird gut vertragen. Dauerhaft nasse und insbesondere staunasse Böden sind wesentlich problematischer.
Kann die Staude im Kübel wachsen?
Ja. Dafür sollte ein ausreichend großes und vor allem tiefes Gefäß mit einem guten Wasserabzug verwendet werden.
Wie groß wird die Pflanze?
Je nach Sorte und Standort sind ungefähr 120 cm Höhe und 80 cm Breite möglich.
Blütenvielfalt für einen insektenfreundlichen Garten
Auch Pflanzen mit einem eher geringen Nektar- und Pollenangebot können Teil einer abwechslungsreichen Gartengestaltung sein. Entscheidend ist die Kombination verschiedener Arten, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und unterschiedliche Nahrungsressourcen bereitstellen.
Besonders sinnvoll ist es, solche Zierstauden mit heimischen Wildpflanzen zu ergänzen. Diese besitzen häufig enge ökologische Beziehungen zu unserer heimischen Tierwelt und können neben Nahrung beispielsweise auch Lebensraum oder Entwicklungsmöglichkeiten für spezialisierte Insekten bieten.
Je vielfältiger die Bepflanzung und je länger sich das Blütenangebot über das Jahr verteilt, desto mehr unterschiedliche Insektenarten können davon profitieren.













