⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆


Bewertung: 7,3 / 10 ⭐

 

Nektar: 2/4
Pollen: 2/4

Bezugsquellen* (Pflanzen)

Baumschule Horstmann – LINK

Pflanzmich – LINK

Bezugsquellen* (Samen)

Jelitto- LINK

Amazon – LINK


Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften

Name botanisch: Cardamine pratensis

Pflanzenfamilie: Kreuzblütler

Pflanzenart: Staude, Blume

Verwendung: Wildblumenwiese, Blumenbeet, Unterpflanzung, Uferpflanze

Standort: Sonne, Halbschatten

Wasserbedarf: hoch, normal

max. Höhe: 50 cm

max. Breite: 30 cm

Blühfarbe: rosa, violett, weiß

Blühzeitraum: März – Juni

Lebenszyklus: mehrjährig


Bodeneigenschaften

Bodenart: lehmig, tonig, humusreich

Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich

Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig


weitere Eigenschaften

heimisch, winterhart, nicht stark giftig, windunempfindlich


Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)


Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)

 

Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) ist eine heimische Wildpflanze und Teil des auf Wildbienen spezialisierten Pflanzenfinders.
Weitere Arten aus der Familie der Kreuzblütler, wie die Nachtviole oder das Silberblatt, sind dort ebenfalls vertreten.


Alternative Namen und Namensherkunft

Die Pflanze wird regional auch Hungerblume genannt.
Der Name stammt aus früheren Zeiten, da eine starke Blüte oft mit ertragsschwachen Heuernten einherging.

Die korrekte Schreibweise lautet Wiesen-Schaumkraut.
Der botanische Name Cardamine pratensis verweist auf den Wiesenstandort.

Der deutsche Name hängt vermutlich mit Schaumzikaden zusammen.
Diese bilden schaumartige Gebilde an den Stängeln, um sich zu schützen.


Wiesenschaumkraut – Natürliches Vorkommen

Das Wiesenschaumkraut ist heimisch und in weiten Teilen Europas verbreitet.
In Deutschland wächst es vor allem auf:

  • feuchten Fettwiesen

  • Bach- und Grabenrändern

  • extensiv genutzten Wiesenflächen

Ältere Beobachtungen berichten von Wiesen, die im Frühjahr großflächig vom Wiesenschaumkraut geprägt waren.
Solche Bilder sind heute vielerorts selten geworden.

Besonders in den letzten Jahrzehnten haben Entwässerung, intensive Nutzung von Grünland und zunehmende Trockenperioden dazu geführt, dass ehemals häufige Bestände stark zurückgegangen sind.
In vielen Regionen ist das Wiesenschaumkraut heute nur noch vereinzelt anzutreffen.

Deutschlandweit gilt die Art aktuell als nicht gefährdet, regional jedoch oft als rückläufig.

Der Rückgang der Art blieb nicht unbeachtet.
Um auf den Verlust artenreicher Feuchtwiesen aufmerksam zu machen, wurde das Wiesenschaumkraut bereits im Jahr 2006 zur „Blume des Jahres“ gewählt.

Diese Auszeichnung sollte den Schutz extensiv genutzter Wiesen und naturnaher Lebensräume stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.


Verwendung und Giftigkeit

Das Wiesenschaumkraut ist nicht stark giftig.
Blätter und Blüten sind essbar, sollten aber nur maßvoll verwendet werden.

Traditionell wird die Pflanze als Heilpflanze genutzt.
Ein Tee findet Anwendung bei:

  • Frühjahrsmüdigkeit

  • rheumatischen Beschwerden

  • zur allgemeinen Stärkung

Ein übermäßiger Verzehr kann zu Reizungen führen.


Wiesenschaumkraut im Garten

Obwohl heimisch, ist die Pflanze heute nur noch selten in Gärten zu finden.
Dabei ist sie besonders für naturnahe Flächen sehr gut geeignet.

Standort & Boden

  • sonnig bis halbschattig

  • frisch bis feucht

  • humos, lehmig bis tonig

  • nährstoffreich

  • gut wasserdurchlässig

Staunässe wird kurzfristig toleriert, dauerhafte Trockenheit jedoch nicht.

Die Wuchshöhe liegt bei etwa 50 cm, die Breite bei 30 cm.

Geeignete Anwendungen

  • Wildblumenwiese

  • Blumenbeet

  • Unterpflanzung

  • Ufer- und Feuchtbereiche

Für Kübel, Balkon oder Terrasse ist die Pflanze nur eingeschränkt geeignet.

Gerade weil die Pflanze in der freien Landschaft vielerorts verschwunden ist, kommt naturnahen Gärten eine besondere Rolle zu.

Durch die gezielte Pflanzung heimischer Arten wie des Wiesenschaumkrauts können private Flächen heute einen wichtigen Beitrag zum Erhalt regionaler Pflanzenbestände leisten.


Schneiden

Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht notwendig.
Verblühte Stängel können nach der Blüte bodennah entfernt werden.

Wer Selbstaussaat (und Insekten) fördern möchte, lässt die Samenstände stehen.
Ein Rückschnitt erfolgt dann erst im Spätherbst oder zeitigen Frühjahr.


Wiesenschaumkraut – Winterhart?

Cardamine pratensis ist sehr winterhart.
Die Pflanze gehört zur USDA-Zone 4 und verträgt Temperaturen bis etwa –30 °C.

Ein Winterschutz ist nicht erforderlich.


Nutzen für Wildbienen und andere Insekten

Das Wiesenschaumkraut ist eine sehr wichtige Frühblüher-Pflanze.
Es liefert Nektar und Pollen für:

  • Wildbienen

  • Hummelköniginnen

  • Schwebfliegen

  • frühe Schmetterlinge

Gerade im zeitigen Frühjahr ist das Angebot an Nahrungspflanzen gering.
Hier schließt das Wiesenschaumkraut eine entscheidende Lücke.


Wiesenschaumkraut kaufen

Die Pflanze ist als Wildstaude gut erhältlich.
Samen und Jungpflanzen werden von spezialisierten Anbietern angeboten.

Eine Aussaat gelingt am besten im Herbst oder zeitigen Frühjahr.
Der Boden sollte dauerhaft feucht gehalten werden.


Häufige Fragen (FAQ) zum Wiesenschaumkraut

Ist Wiesenschaumkraut heimisch?
Ja, Cardamine pratensis ist in Deutschland heimisch.

Wann blüht Wiesenschaumkraut?
Von März bis Juni.

Ist die Pflanze winterhart?
Ja, bis etwa –30 °C (USDA-Zone 4).

Eignet sich Wiesenschaumkraut für den Garten?
Ja, besonders für feuchte, naturnahe Flächen.

Ist Wiesenschaumkraut giftig?
Nein, es gilt als nicht stark giftig.


Bedeutung heimischer Pflanzen

Heimische Pflanzen wie diese hier sind für unsere Ökosysteme unverzichtbar.
Viele Wildbienenarten sind auf bestimmte heimische Pollenquellen spezialisiert (siehe Lebensweise).

Nur heimische Arten sichern:

  • stabile Nahrungsketten

  • genetische Vielfalt

  • widerstandsfähige Lebensräume

Wer heimische Pflanzen fördert, schützt aktiv unsere Insektenwelt – dauerhaft und nachhaltig 🌱