⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️✨☆☆☆
Bewertung: 6,7 / 10 ⭐
Nektar: 3/4
Pollen: 2/4
Bezugsquellen* (Pflanzen)
Pflanzen Für Dich – LINK
Bezugsquellen* (Samen)
Trachtpflanzen24.de – LINK
Jelitto – LINK
Pflanzeninformationen / Pflanzeneigenschaften
Name botanisch: Dipsacus sativus
Pflanzenfamilie: Geißblattgewächse
Pflanzenart: Staude
Verwendung: Blumenbeete, Steingarten, Wildblumenwiese
Standort: Sonne, Halbschatten
Wasserbedarf: hoch, normal
max. Höhe: 2 m
max. Breite: 1 m
Blühfarbe: rosa, violett
Blühzeitraum: Juli – September
Lebenszyklus: einjährig; zweijährig
Bodeneigenschaften
Bodenart: lehmig, tonig, humusreich
Nährstoffeigenschaften: nährstoffreich, kalkhaltig, stickstoffreich
Feuchteeigenschaften: frisch bis feucht, wasserdurchlässig
weitere Eigenschaften
winterhart, windunempfindlich
⭐ Bewertung: Kombination aus Nektarwert, Pollenwert, Blütezeit, Blühdauer und Herkunft (heimisch oder nicht)
Weber-Karde (Dipsacus sativus)!
Die Weber-Karde gehört zu den imposantesten Pflanzen im Pflanzenfinder. Mit ihren auffälligen Blütenständen und ihrer stattlichen Wuchshöhe zieht sie im Sommer sofort die Aufmerksamkeit auf sich.
Weitere Kardenarten, wie beispielsweise die Wilde Karde, findet Ihr ebenfalls im Pflanzenfinder.
Obwohl die Weber-Karde ursprünglich nicht in Deutschland heimisch ist, hat sie sich in vielen naturnahen Gärten längst einen festen Platz erobert.
Besonders interessant ist die Pflanze durch die Kombination aus außergewöhnlicher Optik, ihrer historischen Bedeutung und ihrem hohen ökologischen Nutzen für zahlreiche Insekten- und Vogelarten.
Alternative Bezeichnungen und Namensherkunft
Die Weber-Karde ist unter zahlreichen weiteren Namen bekannt.
Alternative Bezeichnungen
- Raukarde
- Tuchkarde
- Wollkarde
- Kardendistel
- Kardel
Der wissenschaftliche Name lautet „Dipsacus sativus“.
Der deutsche Name „Karde“ leitet sich vom lateinischen Wort „carduus“ ab, das ursprünglich „Distel“ bedeutet.
Obwohl die Pflanze den Disteln äußerlich sehr ähnlich sieht, gehört sie botanisch nicht zu dieser Pflanzengruppe.
Die Bezeichnung „Weber-“ verweist auf ihre frühere Verwendung in der Textilverarbeitung. Die Fruchtstände wurden über viele Jahrhunderte hinweg genutzt, um Wollstoffe aufzurauen.
Natürliches Vorkommen
Die Weber-Karde stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und ist in Deutschland nicht heimisch.
Zu ihren natürlichen Lebensräumen gehören:
- sonnige Wiesen
- offene Graslandschaften
- Wegränder
- Ruderalflächen
- warme Standorte
Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst vor allem die Mittelmeerregion.
In Deutschland kommt die Pflanze nur sehr selten außerhalb von Gärten vor. Vereinzelte Vorkommen gehen überwiegend auf verwilderte Gartenbestände zurück.
Da die Weber-Karde keine heimische Art ist, erfolgt derzeit keine Bewertung ihres Gefährdungsstatus durch die Rote Liste Deutschlands.
Verwendung und Giftigkeit
Zur Giftigkeit der Weber-Karde konnten keine eindeutigen Angaben recherchiert werden.
Historisch spielte die Pflanze vor allem in der Textilverarbeitung eine wichtige Rolle.
Die getrockneten Fruchtstände wurden verwendet, um die Oberfläche von Wollstoffen aufzurauen, ohne die Fasern zu beschädigen.
Darüber hinaus werden der Pflanze in einigen Quellen heilende Eigenschaften zugeschrieben.
Heute wird die Weber-Karde jedoch überwiegend als Zierpflanze mit einem hohen ökologischen Nutzen kultiviert.
Weber-Karde (Dipsacus sativus) im naturnahen Garten
Die Weber-Karde gehört zu den Pflanzen, die man im Garten kaum übersehen kann.
Mit ihren großen Blütenständen und ihrer beeindruckenden Wuchshöhe entwickelt sie sich schnell zu einem echten Blickfang.
Besonders interessant ist außerdem, dass die dekorativen Samenstände vielen Vogelarten bis weit in den Winter hinein als Nahrungsquelle dienen.
Blüte
- Blütezeit: Juli bis September
- rosa bis violett
- walzenförmige Blütenstände
- zahlreiche kleine Einzelblüten
- lange Blühdauer
Die ungewöhnliche Blütenform macht die Pflanze zu einer der auffälligsten Sommerblüher.
Standort
- Sonne
- Halbschatten
- warme Standorte
Ein sonniger Standort fördert die Blütenbildung und sorgt für einen kräftigen Wuchs.
Boden
- lehmig
- tonig
- humusreich
- nährstoffreich
- kalkhaltig
- stickstoffreich
- frisch bis feucht
- gut wasserdurchlässig
Dank ihrer tiefen Pfahlwurzel übersteht die Pflanze auch kürzere Trockenperioden.
Wuchs
- zweijährige Pflanze
- aufrechter Wuchs
- kräftige Pfahlwurzel
- Höhe: bis 2 m
- Breite: bis 1 m
Die endgültige Wuchsgröße hängt stark vom jeweiligen Standort ab.
Verwendung
- Blumenbeet
- Steingarten
- Wildblumenwiese
Für die Kultur auf Balkon oder Terrasse eignet sich die Weber-Karde nur eingeschränkt, da sie ein tiefreichendes Wurzelsystem entwickelt.
Pflege und Rückschnitt
Die Weber-Karde gilt als robuste und vergleichsweise pflegeleichte Pflanze. Nach dem Anwachsen benötigt sie nur wenig Aufmerksamkeit.
Aufgrund ihres hohen Nährstoff- und Wasserbedarfs entwickelt sie sich auf frischen und humusreichen Böden jedoch deutlich besser als auf trockenen und nährstoffarmen Standorten.
Zusätzliche Wassergaben sind vor allem während längerer Trockenperioden sinnvoll. Dank ihrer tiefen Pfahlwurzel kann die Pflanze kurze Trockenphasen allerdings gut überstehen.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist nicht erforderlich.
Wer eine Selbstaussaat verhindern möchte, sollte die Blütenstände nach der Samenreife entfernen.
Viele Gartenbesitzer lassen die trockenen Fruchtstände jedoch bewusst bis zum Frühjahr stehen. Sie sind nicht nur dekorativ, sondern dienen auch verschiedenen Vogelarten als wichtige Nahrungsquelle.
Ist die Weber-Karde winterhart?
Die Weber-Karde (Dipsacus sativus) gilt als gut winterhart und wird überwiegend den USDA-Winterhärtezonen 5 bis 8 zugeordnet.
Damit verträgt die Pflanze Temperaturen von etwa -25 °C bis -30 °C.
Ein zusätzlicher Winterschutz ist bei ausgepflanzten Exemplaren in den meisten Regionen Deutschlands normalerweise nicht erforderlich.
Wichtiger als die Winterkälte ist ein gut durchlässiger Boden, da dauerhaft nasse Standorte insbesondere während der kalten Jahreszeit zu Problemen führen können.
Nutzen für Wildbienen und andere Insekten
Die Weber-Karde gehört zu den Pflanzen, die während ihrer Blütezeit von einer Vielzahl unterschiedlicher Insekten besucht werden.
An den Blüten lassen sich unter anderem beobachten:
- Hummeln
- Wildbienen
- Honigbienen
- Schmetterlinge
- Schwebfliegen
- Käfer
Vor allem die Blütezeit von Juli bis September macht die Pflanze zu einer wichtigen Nahrungsquelle im Hochsommer.
Die zahlreichen Einzelblüten liefern über mehrere Wochen hinweg Nektar (3/4) und Pollen (2/4).
Welche Bedeutung diese beiden Ressourcen für Wildbienen und andere Bestäuber haben, erfahrt Ihr ausführlich im Bereich Lebensweise.
Weber-Karde – kaufen
Die Weber-Karde ist im Handel gut erhältlich.
Sowohl Pflanzen als auch Samen werden von verschiedenen Staudengärtnereien und Online-Händlern angeboten. Einige Bezugsquellen findet Ihr bereits oben im Steckbrief.
Beim Kauf empfiehlt sich ein Blick auf die botanische Bezeichnung Dipsacus sativus, da verschiedene Kardenarten unter ähnlichen Namen angeboten werden.
FAQ – Häufige Fragen zur Weber-Karde
Ist die Pflanze heimisch?
Nein. Die Pflanze stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und gehört nicht zu den heimischen Wildpflanzen.
Ist die Weber-Karde winterhart?
Ja. Sie verträgt Temperaturen von bis zu etwa -30 °C und benötigt normalerweise keinen zusätzlichen Winterschutz.
Warum heißt die Pflanze Weber-Karde?
Der Name geht auf ihre frühere Verwendung in der Textilverarbeitung zurück. Die getrockneten Fruchtstände wurden zum Aufrauen von Wollstoffen genutzt.
Ist die Art für Vögel interessant?
Ja. Vor allem die Samen werden von verschiedenen Vogelarten, beispielsweise Distelfinken, gern angenommen.
Kann die Weber-Karde im Kübel wachsen?
Davon ist eher abzuraten. Aufgrund ihrer tiefen Pfahlwurzel eignet sie sich deutlich besser für die Pflanzung im Garten.
Sollten die Samenstände entfernt werden?
Nicht unbedingt. Viele Gartenbesitzer lassen die dekorativen Fruchtstände bis zum Frühjahr stehen.
Heimische Wildpflanzen als wichtige Nahrungsquelle
Die Weber-Karde ist zwar eine ausgesprochen wertvolle Insektenpflanze, gehört jedoch nicht zu den heimischen Wildpflanzen.
Wer die Artenvielfalt im Garten gezielt fördern möchte, sollte sie daher mit heimischen Arten kombinieren.
Besonders geeignet sind beispielsweise die Wilde Karde, Flockenblumen, Disteln oder Witwenblumen, da sie seit Jahrtausenden gemeinsam mit unserer heimischen Tierwelt gewachsen sind.
Gerade die Kombination aus heimischen Wildpflanzen und auffälligen Zierpflanzen schafft einen Garten, der sowohl optisch als auch ökologisch überzeugt.













